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Duderstadt Gemeinderat von Seeburg verabschiedet Haushalt für 2019
Die Region Duderstadt Gemeinderat von Seeburg verabschiedet Haushalt für 2019
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17:00 20.02.2019
Bürgermeister Martin Bereszynski (Mitte), Seeburgs Ortsheimatpfleger Peter Goldmann (rechts) und Bernshausens Ortsheimatpfleger Bernd Siebert besichtigen im November den Dachboden der alten Schule.
Bürgermeister Martin Bereszynski (Mitte), Seeburgs Ortsheimatpfleger Peter Goldmann (rechts) und Bernshausens Ortsheimatpfleger Bernd Siebert besichtigen im November den Dachboden der alten Schule. Quelle: Christina Hinzmann
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Bernshausen

Der Seeburger Gemeinderat hat den Haushalt für das Jahr 2019 verabschiedet. Die Gemeinde kann dank außerordentlicher Erträge im Ergebnis einen kleinen Überschuss verbuchen – und plant größere Investitionen im Ort.

Es handele sich in diesem Jahr um einen der größten Haushalte überhaupt, sagte der stellvertretende Bürgermeister von Seeburg, Bernd Knöchelmann (CDU). Das gesamte Volumen beträgt knapp 3,2 Millionen Euro. Im Ergebnis steht ein kleiner Überschuss von 41 300 Euro.

Allerdings geht dieser Effekt in erster Linie auf den einmaligen Ertrag zurück, den die Gemeinde durch den Verkauf eines Grundstücks erzielen konnte, heißt es im Vorbericht des Haushalts. Die Finanzsituation der Gemeinde könne insgesamt als zufriedenstellend bezeichnet werden.

Drei größere Projekte

Im Jahr 2019 wollen die Ratsmitglieder mit der neuen Krippe, dem Umbau der Alten Schule und der Erschließung des Kohlenbergs in drei größere Projekte investieren. Es seien die größten Investitionen der vergangenen zwei Jahrzehnte, erklärte Knöchelmann.

Die Krippe sei dabei der eigentliche Knackpunkt, was offene Positionen und Risiken angeht, sagte Knöchelmann. Ein Anbau an die Kindertagesstätte für etwa 560 000 Euro soll Platz für eine weitere Krippengruppe schaffen. „Es sind Zuschüsse bewilligt von 275 000 Euro“, erklärte er. Den Rest muss die Gemeinde selbst aus Haushaltsmitteln oder Krediten finanzieren. „Ich hoffe, wir kommen damit aus.“

Zurzeit besuchen 50 Kinder die Kindertagesstätte. Die neue Krippengruppe soll 15 Kleinkindern offen stehen. Die Nachfrage nach Krippenplätzen sei stark angestiegen, heißt es im Vorbericht. Ausgeschrieben hat die Gemeinde die Arbeiten bereits, meinte der Seeburger Bürgermeister Martin Bereszynski (CDU). Wann der Anbau, der schon für das Jahr 2018 geplant war, fertiggestellt wird, sei aber noch nicht absehbar. „Der Architekt würde bei der derzeitigen Konjunktur nicht wetten wollen, wann es losgeht.“

Gemeindezentrum in Alter Schule

Für die Alte Schule ist der Bauantrag bereits eingereicht worden. „Wir haben noch keine schriftliche Zusage für Zuschüsse“, sagte Knöchelmann. Die komme erst zum Ende des Quartals: Etwa 266 000 der rund 564 000 Euro sollen bezuschusst werden. In der ehemaligen Grundschule soll ein Gemeindezentrum mit Arztpraxis, Gemeindeverwaltung, Bauhof, Bücherei, Jugendraum und Gemeindesaal entstehen. Das jetzige Gemeindebüro soll veräußert werden.

Die größte Position im Haushalt ist der Bebauungsplan für das Neubaugebiet Kohlenberg. Die Gemeinde rechnet mit einer Planungssumme von etwas über 1 Million Euro für den Erwerb und die Erschließung. „Wir hoffen, aus dem Verkauf die restliche Summe entsprechend abdecken zu können“, erläuterte Knöchelmann, „sodass bei den beiden Positionen Kohlenberg und Schule keine zusätzlichen Kreditaufnahmen nötig sind.“

Haushalt schwanke zwischen zwei Polen

Als Vorsichtsmaßnahme sind aber Kreditmittel für die Krippe angesetzt. Ein Haushaltssicherungskonzept sei derzeit nicht erforderlich, sagte Knöchelmann. Durch die Investitionen weist der Finanzhaushalt ein leichtes Minus von 77 300 Euro auf. 117 000 Euro will die Gemeinde in ihre Vereine investieren. „Das ist eine Hausnummer für eine Gemeinde von unserer Größenordnung“, sagte Knöchelmann.

Bereszynski lobte die diesjährige Finanzplanung. „Der Haushalt schwankt immer zwischen zwei Polen hin und her“, meinte er. Einerseits müsse der Haushalt betriebswirtschaftlich vernünftig sein. „Auf der anderen Seite hat eine Gemeinde aber soziale Aufgaben zu leisten. Die sind in diesem Haushalt extrem eingebaut, ohne dass es ein Haushalt ist, der ins Wanken gerät.“

Von Norma Jean Böger