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Duderstadt Genügend Kapazität für die nächsten 15 Jahre
Die Region Duderstadt Genügend Kapazität für die nächsten 15 Jahre
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18:03 28.07.2011
Von Kuno Mahnkopf
Großbaustelle bei Breitenberg: Die Boden- und Bauschuttdeponie des Kreises wächst um 18 000 Quadratmeter.
Großbaustelle bei Breitenberg: Die Boden- und Bauschuttdeponie des Kreises wächst um 18 000 Quadratmeter. Quelle: Tietzek
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Breitenberg

Grund dafür: Die Firma Eurovia Teerbau GmbH aus Osterode erweitert im Auftrag des Landkreises Göttingen die Boden- und Bauschuttdeponie.

Auf 18 000 Quadratmetern Deponiefläche, die der Kreis schon länger angepachtet hat, entsteht ein neuer Polder mit einem Einlagerungsvolumen von rund 130 000 Kubikmetern. Das reicht nach Einschätzung der Abfallexperten für die nächsten 15 Jahre aus. Die Erweiterung der Deponie ist nötig, weil die Kapazität des 1995 angelegten Abfallpolders nahezu erschöpft ist.

Das verfüllte Altareal soll rekultiviert werden, einen mit der Naturschutzbehörde abgestimmten Plan dafür gibt es bereits. Ab 2013 wird Polder 1 begrünt, 1,50 Meter Mutterboden aufgebracht, Büsche und Bäume gepflanzt. Durch die Bepflanzung wird auch die Kompostdeponie eingegrünt. Zudem soll die graue Halle grün gestrichen werden, um sich besser ins Landschaftsbild einzufügen, stellt Kreisumweltdezernentin Christel Wemheuer (Grüne) in Aussicht.

Die Lager- und Verkaufshalle für den Kompost stand der Deponieerweiterung im Wege und ist abgebaut worden. Das soll auch noch mit der Deponiestraße geschehen. Während der Einmündungsbereich zur Landesstraße unverändert bleibt, wird eine neue Straße im Bogen um den nördlich der Altdeponie gelegenen Polder herumgeführt. Den Straßenverlauf parallel zur Landesstraße wertet Wemheuer schon als Vorgriff auf den noch ausstehenden Radweg Breitenberg-Duderstadt, da er auch als Radweg-Teilstück geeignet sei. Für den Kompostverkauf wird eine neue Halle mit Photovoltaik-Anlage errichtet. Das Gelände würde sich auch für Windkraftanlagen eignen. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

In die Erweiterung der Deponie investiert der Kreis rund zwei Millionen Euro. Umgesetzt wird das Projekt in zwei Bauabschnitten. Im ersten Abschnitt wird in diesem Jahr die Baugrube für den neuen Polder ausgehoben und die Zufahrt verlegt, im kommenden Jahr dann die eigentliche Deponie gebaut. Der Erdaushub wird für einen knapp zwei Meter hohen Dichtungsaufbau verwendet und ein Entwässerungssystem fürs Sickerwasser angelegt. Folien werden nicht verwendet, nur mineralische Dichtungskomponenten.

Nach der Boden- und Bauschuttdeponie in der Gemarkung Breitenberg wurde 1997 die Kompostanlage in Betrieb genommen, in der auch der Inhalt der Grünen Tonnen aus dem Altkreis landet. 2006 wurde dann noch ein Recyclinghof eröffnet, in dem Elektroschrott, Haus- und Sperrmüll sowie weitere Abfälle abgegeben werden können. Die Erweiterung der Boden- und Bauschuttdeponie wurde im vergangenen Jahr im Abstimmung mit der Stadt Duderstadt und Breitenberg im Rahmen eines Planfeststellungsverfahren gemäß Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz beantragt, im April dieses Jahres vom dafür zuständigen Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig genehmigt.

„Im Eichsfeld versteht man es, sogar aus Abfall Pralinen zu machen“, hob Landrat Reinhard Schermann (CDU) bei einem symbolischen Spatenstich mit Vertretern von Landkreisgremien die Intention des Kreises hervor, weiterhin eine ortsnahe und günstige Entsorgungsmöglichkeit für die im östlichen Kreisgebiet anfallenden privaten und gewerblichen Bauabfälle vorzuhalten. Zugleich betonte er die seit Jahren nicht erhöhten und im Vergleich zu anderen Kreisen relativ günstigen Abfallgebühren. Duderstadts stellvertretender Bürgermeister Lothar Koch (CDU) lobte die sachorientierte Zusammenarbeit mit dem Kreis und begrüßte die Erweiterung der „gut angenommenen Deponie, die auf leise und feine Art Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht hat“.