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Duderstadt Gerblingerode mit zwei Projekten am Start
Die Region Duderstadt Gerblingerode mit zwei Projekten am Start
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19:08 15.08.2018
Gerblingerode ist eines von sechs Duderstädter Dörfern im Förderprogramm Dorfregion/Dorfentwicklung. Ortsbürgermeister Dieter Thriene mit dem Plan für den neuen Platz des Gedenkens an der Friedhofskapelle. Quelle: Eichner-Ramm
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Gerblingerode

Die Gedenkkultur wird in Gerblingerode hoch gehalten. Das bestehende Ehrenmal soll aber nun aufgeben und an neuem Standort, angrenzend an die Friedhofskapelle, komplett neu errichtet werden. Dazu soll auch ein neuer „Platz des Gedenkens“ entstehen. Mit diesem Projekt unter dem gleichnamigen Titel hat die Stadt für die Duderstädter Ortschaft im September vergangenen Jahres die Förderung aus dem Programm Dorfregion Duderstädter Dörfer beantragt. Im Juli 2018 ist nun der Bewilligungsbescheid eingegangen, berichtet Rudolf Wengerek, bei der Stadt Duderstadt für die Stadtplanung zuständig. Jetzt könne zeitnah der weitere Ablauf besprochen und die Arbeiten im kommenden Jahr gemäß der Förderauflage bis Ende Mai umgesetzt werden, so Wengerek.

Sich treffen, sitzen und sinnieren – für viele Gerblingeröder sei der Friedhof eine wichtige Anlaufstelle, fasst Wengerek zusammen. Und Ortsbürgermeister Dieter Thriene (CDU) ergänzt, dass bisher der Verkehrslärm der viel befahrenen Durchgangsstraße bei Gedenkfeiern am Ehrenmal sehr störend gewesen sei. Hinzu komme, dass das alte, dreiteilige Beton-Ehrenmal an der Teistunger Straße eine Sanierung nötig hätte. Nicht nur der Beton des Ehrenmals selbst sei marode, erklärt Thriene, gleiches gelte für den Betonsanstein der Mauer und der Treppenstufen. „Wir hätten eine Menge Geld investieren müssen, um das Denkmal am bestehenden Ort wieder herzurichten“, sagt der Ortsbürgermeister.

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Rückbau des alten Ehrenmals

Das jetzt bewilligte Projekt sieht den Rückbau des alten Ehrenmals vor. Der Weg zur Friedhofskapelle werde hergerichtet. An der Nordseite der Kapelle soll der neue „Platz des Gedenkens“ entstehen, gestaltet mit Natursteinmauern, die im Viertel-Bogen eine Rasenfläche umgrenzen, mit Sitzbänken und Büschen, die Schatten spenden sollen, erklärt Thriene anhand des Lageplans. Vor der Natursteinmauer soll das neue Denkmal seinen Platz finden. „Es soll bescheidener ausfallen“, kündigt Thriene an, und es solle sich um eine Glas-Edelstahl-Konstruktion handeln. Bewusst soll das neue Denkmal nicht mehr als Kriegerehrenmal bezeichnet werden, der Text Denkmals soll an die Opfer von Krieg, Gewalt und Terror erinnern, so der Ortsbürgermeister weiter. Darüber hinaus soll der neugestaltete Gedenkplatz auch ein Platz der Kommunikation werden. „Ein reizvolles Projekt“ befindet Wengerek und beziffert die Investitionskosten für das Gesamtprojekt auf rund 220000 Euro. 63 Prozent davon sollen aus dem Fördertopf Dorfentwicklung finanziert werden.

Während Gerblingerode für den „Platz des Gedenkens“ bereits die Förderzusage hat, entwickeln die Gerblingeröder schon ein zweites Projekt, für das sie sich ebenfalls Mittel aus dem Programm erhoffen. Dabei soll das bestehende Mehrzweckgebäude aufgewertet und zum Mehrgenerationentreff umgestaltet werden. Das Mehrzweckgebäude mit Saal befindet sich Thriene zufolge in städtischem Besitz und werde regelmäßig von Vereinen, für Veranstaltungen und Familienfeiern genutzt. Im oberen Stockwerk und im ausgebauten Dachgeschoss gebe es aber noch Kapazitäten, erläutert der Ortsbürgermeister.

Gegenüber der Mehrzweckhalle befindet sich die ehemalilge Schule. Genutzt werde der Bau vom Musikverein, als Jugendraum und in den oberen beiden Etagen als Heimatstube. Der rote Backsteinbau sei jedoch „sehr reparaturanfällig“, heizen sei derzeit ohne Investitionen in die Gasheizung nicht möglich, schildert Thriene. Daher werde überlegt, das Gebäude aufzugeben und die Nutzer in der Mehrzweckhalle unterzubringen. Grundsätzlich sei es möglich, sagt Thriene, in dem Mehrzweckgebäude ein zentrales öffentliches Gebäude für Vereins- und Dorfleben einzurichten. Dazu wären einige bauliche Arbeiten erforderlich. Welche, und welche Kosten anfallen würden, soll nun ein Planentwurf aufzeigen, erklärt der Ortsbürgermeister die nächsten Schritte. Im nächsten Jahr, spätestens aber 2020 soll dann der Förderantrag gestellt werden, so Thriene.

Von Privaten Gebäudeeigentümern sind in Gerblingerode in den Jahren 2016 und 2017 sieben Förderanträge gestellt worden. Bewilligt wurden davon fünf, einer wurde abgelehnt, für einen weiteren liegt noch kein Bescheid vor.

Fördermöglichkeiten für sechs Dörfer

Breitenberg, Gerblingerode, Hilkerode, Immingerode, Tiftlingerode und Westerode – das sind die sechs Dörfer, die als „Dorfregion Duderstädter Dörfer“ 2014 in das Förderprogramm Dorfentwicklung des Landes Niedersachsen aufgenommen wurden. Ziel des Programms ist es, die Lebensqualität in ländlichen Räumen zu erhalten und zu verbessern. Dazu sollen Geheimschaftseinrichtungen und Nahversorgung aber auch Orstbild und Dorfcharakter im Mittelpunkt stehen. Gefördert werden können private Vorhaben mit bis zu 30 Prozent, wobei immer im Einzelfall geprüft wird, ob die Kriterien der sogenannten ZILE-Richtlinie (ZILE = Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung) erfüllt werden. Eigentümer älterer Gebäude oder früher landwirtschaftlich genutzter Immobilien, die saniert oder umgenutzt werden sollen, können sich unverbindlich und kostenlos vom Fachdienst Stadtplanung der Stadt Duderstadt beraten lassen – Kontakt: Anna-Lena Karnbach, Telefon 05527/841-140, E-Mail: a.karnbach@duderstadt.de.

Einmal im Jahr, im September, können Förderanträge über das Amt für Regionale Landesentwicklung gestellt werden. Insgesamt wurden bisher in der Dorfregion Duderstädter Dörfer 92 Beratungsgespräche geführt. 24 Anträge von Privatpersonen gestellt, 18 davon wurden bewilligt, vier abgelehnt und zwei zurückgezogen (Stand Ende Juli 2018). Das Förderprogramm zur Dorferneuerung läuft voraussichtlich noch bis zum Jahr 2022, letztmöglicher Termin für einen privaten Förderantrag ist der 15. September 2022.

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Von Britta Eichner-Ramm

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