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Duderstadt Getreideernte: Landwirten kommen Regenschauer teuer zu stehen
Die Region Duderstadt Getreideernte: Landwirten kommen Regenschauer teuer zu stehen
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17:37 24.08.2014
Trübes Wetter, nasses Getreide: Wie hier bei Breitenberg steht der Weizen noch immer auf dem Feld. Quelle: Schauenberg
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Göttingen

„Die Nerven liegen blank“, sagt der Geschäftsführer des Göttinger Landvolkverbandes, Achim Hübner. Das Wetter mache es schwierig. Der Landvolkvertreter schätzt, dass noch ein Viertel des Weizens im Landkreis auf den Feldern steht. Weizen ist die wichtigste Ackerfrucht in der Region mit rund 50 Prozent der Anbaufläche.

Die Situation stellt sich je nach Lage höchst unterschiedlich dar. Während einige Bauern im Leinetal oder bei Gieboldehausen die Weizenernte schon abgeschlossen haben, konnte beispielsweise in Staufenberg noch gar kein Winterweizen gedroschen werden.

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Dies bestätigt Kreislandwirt Hubert Kellner aus Desingerode. „Es wird feucht gemäht und feucht abgeliefert“, weist Kellner auf den Preisverfall bei der Anlieferung  des Getreides bei den Agrargenossenschaften hin. Die Regenschauer der letzten Wochen kämen den Landwirten teuer zu stehen. Stellenweise sei der Weizen nach Regenfällen umgefallen und trockne möglicherweise nicht mehr, so Hübner und Kellner. Weitere Feuchtigkeit würde das Korn unbrauchbar für Backzwecke machen.

„Das Wetter spielt nicht mit“, sagen auch Ernst Wollborn vom Kornhaus Duderstadt (VR-Bank Südniedersachsen) und Willi Nolte von der Raiffeisen-Warenhandelgesellschaft in Seulingen.  Zwischen 17 und 19 beziehungsweise zwischen 16 und 20 Prozent liege aktuell der Feuchtigkeitswert des abgelieferten Getreides. 15 Prozent seien normal. Für das Trocknen müssten die Landwirte mehr zahlen.

Bundesweit sehr gute Ernte erwartet

Die Mengenerträge sind Hübner zufolge noch gut. Gerste und Raps konnten zu annehmbaren Bedingungen geerntet werden. Nun stehen die Mais- und dann die Rübenernte bevor. Angesichts des feuchten und warmen Sommers wird mit sehr guten Erträgen gerechnet. Die ersten Rüben sollen deshalb voraussichtlich noch im August gerodet werden. In Biogasanlagen ließen sich überschüssige Mengen außerhalb der Quoten wirtschaftlich gut verwerten, so der Landvolk-Geschäftsführer.

Bundesweit rechnet der Bauernverband mit einer sehr guten Ernte, mit Mengen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Mit rund 50 Millionen Tonnen Getreide werden nach vorläufigen Zahlen rund fünf Prozent mehr von den Feldern geholt als bei der Ernte 2013.

Da auch weltweit große Getreidemengen auf die Märkte drängen, sind die Preise gesunken. Bei Winterweizen werden derzeit noch bis zu 150 Euro pro Tonne gezahlt und damit 30 Euro weniger als im vergangenen Jahr. Bei Produkten, die nicht aufwendig weiterverarbeitet werden, wie Kartoffeln dürften sinkende Erzeugerpreise auch bei den Kunden im Supermarkt ankommen, erwartet der Bauernverband.

Von Heinz Hobrecht und Gerald Kräft

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