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Duderstadt Gieboldehausen: Rewe greift nach dem Niedersachsenhof
Die Region Duderstadt Gieboldehausen: Rewe greift nach dem Niedersachsenhof
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20:38 14.08.2013
Von Kuno Mahnkopf
Festplatz und Hotelbetrieb auf Prüfstand. Kritik von CDU und Pächter Quelle: Thiele
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Gieboldehausen

Auslöser ist das Interesse des Rewe-Marktes, den Ortskern zu verlassen und sich möglichst an der Bundesstraße 27 anzusiedeln.

Der Pachtvertrag für den Rewe-Markt in der Knickgasse laufe zum Jahresende aus, und Rewe habe Interesse am Gieboldehäuser Festplatz samt der benachbarten Niedersachsenhof-Immobilie geäußert, bestätigt Bürgermeister Otmar Pfeifenbring (SPD) auf Tageblatt-Anfrage. Ein Investor habe die Absicht, dort einen neuen Markt für Rewe zu bauen.

Pächtersuche wird fortgesetzt

Zugleich betont Pfeifenbring, dass auch nach Ende einer zweiten Ausschreibungsfrist die Pächtersuche für den Niedersachsenhof fortgesetzt werde. „Wie es mit dem Niedersachsenhof weitergeht, ist noch offen“, sagt Pfeifenbring: „Alles ist in der Schwebe, es wird nach allen Seiten sondiert, und es gibt noch viel Diskussionsbedarf in den Fraktionen.“

Die CDU-Fraktion vermisst ein klares Bekenntnis zum Niedersachsenhof. „Die Existenz des Hotel- und Gastronomiebetriebs hängt davon ab, dass sie vom Fleckenrat gewollt wird“, sagt Markus Gerhardy. Der als kleiner Anger bekannte historische Festplatz sei ebenso wie der Niedersachsenhof unverzichtbar für das kulturelle Leben im Ort – vom Schützenfest über Bikertreffen, Zirkus-Gastspiele und Lutzeball bis zu Veranstaltungen im Saal und Übernachtungsmöglichkeiten. Beim Schützenfest hatte auch der Vorsitzende der Schützenbruderschaft St. Sebastian, Martin Creutzig, auf die Notwendigkeit des Festplatzes hingewiesen. Gerhardy kritisiert, dass die Pächtersuche nur halbherzig betrieben werde. Er vermisst eine ernsthafte Beschäftigung mit den Interessenten.

Mente: Keinerlei Informationen

Der langjährige Niedersachsenhof-Pächter Hans-Henning Mente beklagt, dass es keinerlei Informationen und Gesprächsbereitschaft seitens der Gemeinde gebe. Obwohl er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Pachtvertrag aussteigen will, hält er den Betrieb aufrecht. Die Unsicherheit führe aber zu Irritationen über künftige Buchungen und Umsatzeinbußen, sagt Mente und will zumindest ein Zeitfenster genannt bekommen, damit er Planungssicherheit hat.

Die Vereinbarung mit der Gemeinde sieht vor, dass Mente die Geschäfte so lange weiterführt, bis ein Nachfolger gefunden ist. Vor fünf Jahren war der Niedersachsenhof aufgestockt, die Zahl der Betten auf 26 verdoppelt worden. Die Investition der Gemeinde sollte über eine Pachterhöhung abgewickelt werden, verbunden mit einem Pachtvertrag bis 2018.

Kontroverse Diskussionen seit Jahrzehnten

Der Niedersachsenhof sorgt bereits seit Jahrzehnten für kontroverse Diskussionen im Gemeinderat. Immer wieder hatte die SPD Investitionen abgelehnt und auf einen Verkauf gedrängt, die CDU den Veranstaltungsort für unverzichtbar erklärt und auf die Rückzahlung von Landesmitteln für die Sanierung im Falle eines Verkaufs verwiesen.

Neun Sitze für SPD, Freie Wähler und Grüne

Zurzeit verfügt die CDU über sechs Sitze im Rat, die Gruppe aus SPD, Freien Wählern und Grünen über neun Sitze. Pfeifenbring macht keinen Hehl daraus, dass er persönlich den Niedersachsenhof am liebsten aus Regie der Gemeinde entlassen und privatisieren würde. Im Zusammenhang mit der Suche nach einem neuen Standort für den Rewe-Supermarkt gebe es bislang nur Sondierungsgespräche, aber noch keine Verhandlungen, das Vorhaben solle im nächsten Bauausschuss vorgestellt und beraten werden. „Egal, wie es ausgeht – es wird weiterhin ein Platz für Schützenfeste im Flecken vorgehalten werden“, versichert Pfeifenbring.

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