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Duderstadt Giftige Beeren: Sorge um Krippenkinder in Krebeck
Die Region Duderstadt Giftige Beeren: Sorge um Krippenkinder in Krebeck
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19:47 25.07.2013
Von Kuno Mahnkopf
Ist einigen Eltern ein Dorn im Auge: die seit Jahrzehnten bestehende Ligusterhecke auf dem Gelände des kommunalen Kindergartens in Krebeck.
Ist einigen Eltern ein Dorn im Auge: die seit Jahrzehnten bestehende Ligusterhecke auf dem Gelände des kommunalen Kindergartens in Krebeck. Quelle: Thiele
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Krebeck

„Wir sind von besorgten Eltern angesprochen worden“, sagt Stephan Hörschelmann (Grüne): „Die Gefahr ist eindeutig vorhanden.“ Das gelte insbesondere für Kinder unter drei Jahren, die noch alles in den Mund steckten. Die werden im Krebecker Kindergarten seit zwei Jahren in einer integrativen Gruppe und einer Regelgruppe altersübergreifend aufgenommen – Tendenz steigend.

Erbrechen, Kopfschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden

Der Ligusterstrauch kann mehrere Meter hoch werden und wird von der Bonner Informationszentrale gegen Vergiftungen lediglich als gering giftig eingestuft. Als giftige Pflanzenteile gelten neben Rinde und Blättern die ab September reifen und als Färbemittel unter anderem für lavendelblaue Wolle verwendbaren erbsengroßen Beeren – insbesondere für Kinder eine Gefahr. Bei Aufnahme größerer Mengen drohen Erbrechen, Kopfschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden und Durchfälle. Inhaltsstoffe und Giftwirkung sind nicht vollständig gesichert, ältere Quellen nennen unter anderem den Giftstoff Ligustron.

Bislang sei die Hecke nicht als Problem betrachtet worden, und es habe auch noch kein Kind von den Beeren genascht, sagt Kindergarten-Leiterin Heike Mahler: „Wir müssen uns nach der Ratsentscheidung richten, unterstützen aber die Entfernung der Hecke, um Risikofaktoren für die Kinder auszuschalten und uns nicht dem Vorwurf der Fahrlässigkeit auszusetzen.“ Die Ligusterhecke wurde bereits in den 70er-Jahren angepflanzt. Auf dem Grundstück, das zunächst als Spielplatz diente, wurde dann 1995 der Kindergarten errichtet.

Kinder seien darüber aufzuklären

Auch der Kinderspielplatz im zur Gemeinde gehörenden Renshausen ist von einer Ligusterhecke eingefriedet. Es müsse geprüft werden, ob auch diese Hecke gerodet und ersetzt werden sollte, sagt Bürgermeister Josef Rudolph (CDU). Hörschelmann geht es erst einmal um die Hecke am Kindergarten, für die die Gemeinde zuständig sei. Bei Spielplätzen gelte eine andere Haftungsstruktur („Eltern haften für ihre Kinder“). Auch am Ehrenmal in Krebeck und anderen Standorten wachse Liguster, giftige Pflanzen wie auch die Vogelbeere gebe es viele im öffentlichen Raum, Kinder seien darüber aufzuklären.

In der Gemeinde Katlenburg-Lindau seien die Ligusterhecken im öffentlichen Raum vom Bauhof vorsorglich beseitigt worden, bestätigt Bürgermeister Uwe Ahrens (parteilos). Geleitet wird der Bauhof der Einheitsgemeinde von einem Gärtnermeister aus Krebeck.