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Duderstadt Landrat Reuter besucht BBS in Duderstadt
Die Region Duderstadt Landrat Reuter besucht BBS in Duderstadt
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19:19 14.08.2019
Der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (rechts) besucht auf seiner Sommerreise die Berufsbildenden Schulen in Duderstadt und spricht mit Sonja Zwingmann (Geschäftsführerin der Blank-Gruppe), dem stellvertretenden Schulleiter Manfred Schmidt und Schulleiterin Sabine Freese (von links). Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Während seiner Sommerreise hat Landrat Bernhard Reuter (SPD) am Mittwoch die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Duderstadt besucht. Die BBS seien ein wichtiger Ansprechpartner zum Thema Fachkräfte, erklärte Reuter.

„Ich setze mir bei meinen Sommerreisen immer einen inhaltlichen Schwerpunkt“, erläuterte der Landrat. In diesem Jahr habe er sich für das Gewinnen, Fördern und Halten von Fachkräften entschieden. So habe er am Dienstag einen Spezialglashersteller in Hann. Münden besucht, der massive Probleme bei der Suche nach Auszubildenden habe.

Aber auch in der Verwaltung des Landkreises sei es in Einzelbereichen nicht mehr ganz einfach, so Reuter. Beim jüngsten Landkreistag in Bad Lauterberg sei es ein Thema gewesen, wie sich die Kreisverwaltungen absichern können, wenn in zehn bis 15 Jahren viele Mitarbeiter aus der Generation der so genannten Babyboomer ausscheiden.

BBS nehmen wichtige Bedeutung ein

„Gerade die Berufsbildenden Schulen haben eine wichtige Bedeutung“, erklärte Reuter, warum er das Gespräch gesucht habe. Es gehe um die Stärkung von handwerklichen Berufen und ein Gegenarbeiten gegen den Trend. Denn nicht alle sollten Abitur und Studium anstreben. In Bad Lauterberg sei in Anwesenheit des Ministerpräsidenten an die Landesregierung appelliert worden, die BBS mehr in den Blick zu nehmen. „Es gibt keine Schulform, die so schlecht mit Lehrern versorgt ist, wie die BBS“, betonte der Landrat. Deshalb habe er sich vor Ort über die Situation über die Situation informieren wollen.

Der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (2. von links) besucht auf seiner Sommerreise die Berufsbildenden Schulen in Duderstadt und spricht mit Schulleiterin Sabine Freese (2. von rechts) und dem stellvertretenden Schulleiter Manfred Schmidt (rechts). Den Besuch begleitet hat der Kreistagsabgeordnete Reinhard Dierkes (links). Quelle: Rüdiger Franke

„Die Gedanken treffen bei uns viele Nerven“, sagte Schulleiterin Sabine Freese. Die BBS sei mehr als eine reine Berufsschule. „Wir müssen schon in der Berufsfindung und -vorbereitung ansetzen.“ Dafür müsse aber auch der Rahmen und das Budget stimmen. Es gebe bereits eine Zusammenarbeit mit der IGS St. Ursula, der Astrid-Lindgren-Schule und der Pestalozzischule, deren Schüler einmal pro Woche die BBS besuchen. „Wir gestalten für alle ein anderes Programm“, so Freese, auch für das Eichsfeld Gymnasium. Dessen Schüler besuchen die BBS, allerdings nicht jede Woche, unter dem Motto „Theorie trifft Praxis“.

Start für neues Projekt im Pflegebereich

Am Montag, 19. August, soll ein neues Projekt starten, das den Pflegeberufen mehr Zulauf bescheren soll. Sonja Zwingmann, Geschäftsführerin der Blank-Gruppe, erläuterte, dass Schüler der IGS in Einrichtungen der Gruppe, bei den Maltesern, der Caritas und dem St.-Martini-Krankenhaus mitarbeiten. „Es bringt den Schülern mehr, wenn sie Einblicke gewinnen, als wenn wir einen Vortrag in der Schule halten, so Zwingmann. Außer dem Handwerk werde die Pflege in Zukunft immer wichtiger, bestätigte der Landrat. „Wir haben 40 000 fehlende Pflegeplätze, bis 2030 sollen es mehr als 150 000 sein.“

In Asien sei das nächste Projekts der BBS angesiedelt, erklärte Freese. Nachdem die Schule bereits seit Jahren mit China zusammenarbeite, soll nun auch eine Zusammenarbeit mit Vietnam folgen. „Die duale Ausbildung ist in China sehr populär“, erklärte Manfred Schmidt, stellvertretender Leiter der BBS. Allerdings gebe es ein Problem mit dem Zuwanderungsgesetz. Für ein Visum müssten die asiatischen Gäste einen Ausbildungsvertrag vorlegen und B2-Sprachkenntnisse, also die selbstständige Sprachanwendung beherrschen. Vielfach hätten die jungen Leute aber nur A2 (grundlegende Kenntnisse), wie ein Gespräch mit einer Vertreterin aus Hanoi ergeben habe. Daran würden einige Zusammenarbeiten scheitern.

Von Rüdiger Franke

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