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Duderstadt Tageblatt-Serie zur Lebenshilfe Eichsfeld: „Die Waffelbäcker“
Die Region Duderstadt Tageblatt-Serie zur Lebenshilfe Eichsfeld: „Die Waffelbäcker“
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21:48 27.08.2013
Von Anne Eckermann
Bis die Mixer glühen: Verena Zaunitzer, Martina Müller und Monika Zaunitzer (v.l.) rühren im Akkord. Quelle: Pförtner
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Duderstadt

Zwei Großeinsätze innerhalb einer Woche haben die Waffelbäcker hinter sich: das Bostalfest und das große Lebenshilfe-Bürgerfest in der Fußgängerzone am vergangenen Wochenende.

Fast 1000 Eier, kiloweise Mehl, Butter und Zucker sowie literweise Milch und Mineralwasser haben sie portionsweise zu geschmeidigem Teil verarbeitet und – pro Fest – in bis zu 60 Fünf-Liter-Eimern abgefüllt. Das duftende Endprodukt schließlich fand bei Festbesuchern reißenden Absatz und sorgt bei der Vereinigung für das notwendige finanzielle Polster.

„Das Waffelbacken hat bei der Lebenshilfe eine lange Tradition“, erzählt Petra Helbing, die für das Füllen der Teigeimer zuständig ist. Für die Verarbeitung der Rohprodukte lassen Judith Herbold, Verena Zaunitzer, Martina Müller und Monika Zaunitzer buchstäblich ihre Armmuskeln spielen.

Generalstabsmäßig vorbereitet

Bei ihnen surren die Haushalts-Mixer über Stunden im Akkord, „bis die Handgelenke schmerzen und die Mixer glühen“. „Die Familie von Helmut Gebhard aus Duderstadt hat damit vor Jahrzehnten angefangen. Eine Zeitlang wurde der Teig auch fertig gekauft, aber vor neun Jahren haben wir das Ganze dann übernommen“, betont Zaunitzer. „Und das nach einem alten Rezept“, ergänzt Helbing, die außer den Grundzutaten weitere Geschmacksträger aber nicht verrät.

Die begehrten Lebenshilfe-Waffeln werden nicht nur bei Festen angeboten, sondern auch bei Tagen der offenen Tür, den Sielmann-Märkten oder dem jährlichen Adventsbasar. Generalstabsmäßig werden die Einsätze vorbereitet.

Nach dem Großeinkauf füllt und wiegt Uwe Helbing jeweils die Zutaten für eine große Teigportion ab, so dass das Mixer-Team alles nur noch in eine Schüssel kippen und zu einer homogenen Masse verarbeiten muss. Die Arbeit ist anstrengend – für Mensch und Maschine.

„Uns macht das wirklich viel Spaß“

„Wir schrotten schon mal den ein oder anderen Mixer, Spenden werden deshalb gern angenommen“, wirft Monika Zaunitzer mit trockenem Humor ein.

„Staub mich nicht voll, du hast wohl einen an der Waffel“, sorgt auch Herbold für Gelächter. „Uns macht das wirklich viel Spaß“, sagt Petra Helbing mit Blick auf das kräftezehrende Ehrenamt und betont auf Nachfrage: „Waffeln essen wir trotzdem noch gern, die schmecken doch immer“.

Wenn nach Stunden alle Eier, Butter-, Milch- und Mehlpackungen verarbeitet und vom großen Tisch verschwunden sind, dann ist für das Mixer-Team noch lange nicht Feierabend. „Wir verkaufen am Stand natürlich auch. Und wenn es gut läuft, bleiben wir auch bis zum Schluss“, fügt Petra Helbing augenzwinkernd hinzu.