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Duderstadt Grabschändung: „Wir wollen den Täter haben“
Die Region Duderstadt Grabschändung: „Wir wollen den Täter haben“
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19:01 11.08.2011
Von Ulrich Lottmann
Immer wieder Ziel von Vandalismus: Grabstätten auf dem Duderstädter St.-Paulus-Friedhof.
Immer wieder Ziel von Vandalismus: Grabstätten auf dem Duderstädter St.-Paulus-Friedhof. Quelle: Tietzek
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Duderstadt

Sieben Fälle von Grabschändungen habe es 2010 gegeben, acht in den ersten sieben Monaten dieses Jahres, listet Moneke auf. Im Vergleich zu sonstigen Sachbeschädigungen sei das eine geringe Zahl, merkt er mit Blick auf die Statistik an. Aber: „Das Besondere hier ist, dass Grabschändung moralisch-ethisch verwerflich ist.“ Die grobe Verletzung des Pietätsgefühls der Hinterbliebenen sei schlicht eine „Schweinerei“, rutscht es dem sonst besonnenen Beamten heraus: „Diese Dreistigkeit, diese Dummheit können wir uns nicht bieten lassen.“

Monekes Antwort darauf: „Wir werden Zeit und Personal investieren. Wir werden observieren, gedeckt und versteckt.“ In unregelmäßigen Abständen, punktuell aber auch über längere Zeiträume hinweg würden Beamte den Friedhof beobachten, kündigt er an. „Nicht als Prävention. Wir wollen den Täter haben.“

Das wird nicht einfach. Ein Muster ist aus den angezeigten Grabschändungen – strafrechtlich geht es um Störung der Totenruhe in Verbindung mit Sachbeschädigung oder Diebstahl – nicht zu erkennen. Die Statistik verzeichnet weder eine bestimmte Jahreszeit, noch traten die Fälle vermehrt an einzelnen Wochentagen oder zu besonderen Uhrzeiten auf. Zwar sei ein Grab mehrfach betroffen gewesen, so Moneke, die übrigen Fälle verteilten sich jedoch auf verschiedene Grabstellen.

Das Phänomen ist nicht neu. Auch schon vor 2010 war es immer wieder zu Grabschändungen, Zerstörungen und Diebstahl von Grabschmuck auf dem St.-Paulus-Friedhof gekommen, ohne dass ein Täter ermittelt werden konnte.

Um das zu ändern, ruft Moneke Friedhofbesucher auf, sie sollten sich an die Polizei wenden, wenn ihnen Verdächtiges auffalle. Nur so ließen sich gegebenenfalls Spuren sichern. Die angekündigten Observationen und verdeckten Ermittlungen sollen zusätzlich den Druck erhöhen, um den oder die Täter im Idealfall auf frischer Tat zu ertappen.

Mühsame Kleinarbeit habe bereits bei anderen vermeintlich schwer zu knackenden Fällen zum Erfolg geführt, so der Polizeichef. Er verweist auf die Reihe von Sachbeschädigungen im Stadtpark und die Serie zerstochener Autoreifen, die vor kurzem aufgeklärt werden konnten.