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Duderstadt Grenzschützer aus Duderstadt bringen D-Mark ins Saarland
Die Region Duderstadt Grenzschützer aus Duderstadt bringen D-Mark ins Saarland
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21:42 05.07.2009
Mit einer Karte aus dem Jahr 1959: Gerhard Schröer, Eduard Monzen, Manfred Kühn (v. l.).
Mit einer Karte aus dem Jahr 1959: Gerhard Schröer, Eduard Monzen, Manfred Kühn (v. l.). Quelle: Walliser
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Eduard Monzen, Manfred Kühn und Gerhard Schröer erinnern sich noch sehr genau an die Zeit vor 50 Jahren. Mit weiteren Beamten der Bundesgrenzschutzabteilung Duderstadt, damals noch der Abteilung Clausthal-Zellerfeld unterstellt, waren sie in der Zeit vom 5. bis 13. Juli 1959 beim Geldtransport aus Anlass der wirtschaftlichen Eingliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland eingesetzt. Auch Sigismund Jantz und Alfons Panske sind dabei gewesen und haben dieses Stück europäischer Geschichte hautnah miterlebt. 

Der Bundesgrenzschutz, so schildern die Beamten im Ruhestand, hat damals mit 64 Lastwagen 578 Millionen Mark in das Saarland transportiert. Die Geldtransporte wurden von Hubschraubern, Bereitschaftspolizei und BGS-Beamten gesichert. Aus der Abteilung II/GSA 4 Clausthal-Zellerfeld waren insgesamt zirka 20 Beamte dabei, fünf aus der 7. Hundertschaft in Duderstadt.

Ebenso wie in vielen anderen BGS-Abteilungen sei damals im Standort Duderstadt vorab nur von einer „Sternfahrt“ die Rede gewesen, berichten Monzen, Kühn und Schröer. „Keiner von uns wusste, was auf uns zukommen würde.“ 

Unter Führung des Leutnants Günter Czerwinski wurden die Kräfte mit fünf Lastkraftwagen des Typs Magirus sowie einem Rover in Marsch gesetzt. Gegen 14 Uhr trafen sie im hessischen Alsfeld ein. Auf der Straße Alsfeld-Grünberg, unweit der Bundesautobahnauffahrt Alsfeld-Pfefferhöhe, trafen sich alle Einsatzkräfte des Grenzschutzkommandos Mitte mit insgesamt 24 Magirus-Lastwagen. Die Worte des Kommandeurs des Grenzschutzkommandos Mitte bei der Begrüßung klingen Monzen, Kühn und Schröer noch sinngemäß in den Ohren: „Ihr seid die auserwählten Kräfte der Abteilung. Ihr seid die Garanten dieser Sternfahrt, die in die Geschichte des BGS eingehen wird.“ Erst hier, so die Beamten, sei der wahre Grund für den Einsatz Geldtransport ins Saarland bekanntgegeben worden.

Auftrag und Marschziel  für die Beamten in den Lastwagen 7a, 7b und 7c war Kaiserslautern. Gegen 22 Uhr trafen sie dort ein – auf einem Festplatz nahe der Landeszentralbank. Ab 2 Uhr am Morgen des 6. Juli, so berichten die Ruheständler, hat das Beladen der Fahrzeuge unter strenger Bewachung begonnen. Neben dem Fahrer und dem Beifahrer mit Maschinenpistole seien jeweils drei Beamte mit Gewehren dabei gewesen – und zusätzlich drei Bankbeamte für die Verteilung des Geldes.

Erstes Ziel des Transportes, der unter starker Bewachung von Bereitschaftspolizei des Landes Rheinland-Pfalz und Hubschraubern erfolgte, war Saarbrücken. Nach der Ankunft wurden die einzelnen Banken und Sparkassen unter Polizeieskorte mit Geld beliefert. Oberwachtmeister Monzen war für zwei Banken und Sparkassen in Ensbach zuständig, in Schwalbach und Elm-Köllerbach für drei Banken,  wie er sich erinnert. Zur Aufgabe der Beamten gehörte auch das Abholen der saarländischen Franc von den Geldinstituten und der Transport zur Landeszentralbank nach St. Ingbert. „Beim Rücktransport der umgetauschten Franc hatten wir Milliarden auf dem Kraftfahrzeug“, so die Beamten. 

Nach dem Rückmarsch am 13. Juli 1959 in die Standorte kamen die Duderstädter noch rechtzeitig zum Schützenfest. „Eine ereignisreiche Woche ging zu Ende“, erinnern sich Monzen, Kühn und Schröer.