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Duderstadt 66 Aussteller informieren über Studien- und Ausbildungsplätze
Die Region Duderstadt 66 Aussteller informieren über Studien- und Ausbildungsplätze
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19:00 08.11.2019
Der Andrang bei der Berufsfindungsbörse war groß, die Zahl der Aussteller höher denn je. Quelle: Foto: Richter
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Duderstadt

Mit 33 Ausstellern aus Duderstadt ist die Eichsfelder Berufsfindungsbörse vor 17 Jahren durchgestartet. Inzwischen hat sich deren Zahl verdoppelt, das Einzugsgebiet auf den ganzen Landkreis, Nordhessen und Thüringen vergrößert. Dicht gedrängt haben sich die Besucher – erstmals an einem Freitag statt wie in den Vorjahren sonnabends – durch die von Ständen gesäumten Korridore und Klassenzimmer der Duderstädter Berufsschule gequetscht. Mitarbeiter von 66 Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Behörden und Institutionen informierten zumeist von Eltern begleitete Schüler über eine jeweils dreistellige Zahl von Ausbildungsberufen und Studienmöglichkeiten.

17. Berufsfindungsbörse weckt Lust aufs Arbeitsleben

„Was ist denn hier los?“, fragte sich eine von der Dimension der Veranstaltung überwältigte Schülerin. Die Bandbreite war groß, reichte vom Weltkonzern Ottobock bis zur Tischlerei Diederich aus Rüdershausen, von der Bundeswehr bis zur Polizei, von Kosmetik bis Altenpflege, Kreditinstituten bis Krankenkassen. „Wir hatten 20 Anfragen, die wir nicht mehr berücksichtigen konnten“, sagt Martin Saul, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung der beruflichen Bildung an der BBS und sieht eine Obergrenze erreicht: „ Für mehr hätten die Kapazitäten nicht ausgereicht.“

Azubis verzweifelt gesucht

Nicht nur die Zahl der Aussteller hat sich verändert, sondern auch die Position von Arbeitgebern und potenziellen Auszubildenden. Die vom ehemaligen Sparkassendirektor Alfons Wüstefeld initiierte Berufsmesse wurde 2003 aus der Not geboren, weil Ausbildungsplätze fehlten. Das hat sich umgekehrt. „Früher mussten die jungen Leute kommen“, sagt Saul: „Heute suchen die Unternehmen händeringend nach jungen Leuten.“

Schüler haben Qual der Wahl

Nicht nur die Verlegung auf Freitag war ein Novum bei der 17. Auflage der Börse. Mit Alt-Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) und Neu-Bürgermeister Thorsten Feike (FDP) konnte BBS-Leiterin Sabine Freese diesmal gleich zwei Schirmherren begrüßen. Nolte, der von Anfang an Schirmherr war und den Stab jetzt an Feike weitergab, würdigte die BBS als starkes Kompetenzzentrum. Die Berufsfindungsbörse mit zielgruppenorientierter Ansprache („Bock auf Job“) habe dazu beigetragen, das Profil der Stadt und der Region zu schärfen. Und die Arbeitslosenquote sei von mehr als 26 Prozent in der Spitze Mitte der 1980er-Jahre auf eine Traumquote von 3,5 Prozent gesunken.

„Never change a runnig system“, merkte Feike an. Die Verlegung auf einen Freitag habe aber nichts an 17 Jahren Erfolgsgeschichte geändert – wie es die Resonanz zeige. Freese sprach von einer „Globalisierung der Börse“. Höchstes Ziel bleibe, Fachkräfte in der Region auszubilden und zu halten. „Wir müssen weiter am Fachkräftemangel arbeiten“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Ehbrecht, der gerade vom Wirtschaftsausschuss aus Hannover kam. Dort ging es um den Breitbandausbau und local roaming für den ländlichen Raum. „Es geht voran“, meinte Ehbrecht: „Wir sind auf dem Weg in eine neue Zeit mit vielen Chancen.“

Danach suchten auch die Besucher. Für Hendrik Napp (15) aus Berlingerode ist die Berufswahl noch völlig offen. Er war gekommen, um sich über das Fachabi und weiterführende Schulen zu informieren. Gezielt den Stand der Vinzenz-von-Paul-Schule für Sozialpädagogik steuerte hingegen die Duderstädter Realschülerin Malin Klaproth (15 ) an: „Ich würde gerne mit Kindern arbeiten.“

Einige Aussteller wie Bundeswehr („Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst“) und Polizei sind Stammgäste, andere wie die Landwirtschaftskammer zum ersten Mal dabei. „Pferdewirt ist bei den Mädchen sehr begehrt, aber auch mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden“, berichtet deren Azubi-Beraterin Astrid Grupe.

Bewerbungstipps und Gesichtsbehandlungen

Auch Kurzvorträge und praktische Anwendungen gehören zur Berufsfindungsbörse. Wellness-Atmosphäre durch Massagen und Gesichtsbehandlungen verbreiteten Berufsschüler in einem Raum mit stets belegten Liegen, gefühlsechte Einblicke in Pflegebedürftigkeit bot Besuchern ein Alterssimulationsanzug. Dierk Falkenhagen von der Duderstädter Polizei („Das Interesse junger Leute an einer Polizei-Ausbildung ist gestiegen“) simulierte Einstellungstests, die Ottobock-Ausbildungswerkstatt stellte sich vor, Vorträge drehten sich um Bewerbungen, Vorstellungsgespräche und das Duale Studium.

Über dessen Vorteile sprachen Dagmar Wittig von der Berufsakademie Göttingen, Julia Tschmarke (Ottobock) und Rosa Özdogan (Stadt Göttingen). Das Duale Studium ermögliche zwei Berufsabschlüsse in drei Jahren, einen früheren Berufseinstieg und Aufstiegschancen, sagte Wittig. Den Firmen, die auch die Studiengebühren übernehmen, bleibe die Einarbeitungszeit erspart.

Von Kuno Mahnkopf

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