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Duderstadt Grünes Band Eichsfeld-Werratal: Landvolk bekräftigt Protest
Die Region Duderstadt Grünes Band Eichsfeld-Werratal: Landvolk bekräftigt Protest
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19:59 11.04.2014
Von Kuno Mahnkopf
Scharfer Protest gegen das Naturschutz-Großprojekt Eichsfeld-Werratal: Kundgebung von Landwirten am 11. April 2013 in Duderstadt. Quelle: Thiele
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Duderstadt

„Die Kuh ist noch nicht vom Eis“, sagt Kreislandwirt Hubert Kellner aus Desingerode. Gemeinsam mit Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner hat er jetzt Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) und die Landtagsabgeordneten der Region angeschrieben.

Die Stiftung sei ihrem Versprechen, die betroffenen Grundeigentümer anzusprechen, zu informieren und die Akzeptanz darzulegen, nicht nachgekommen, heißt es in dem Schreiben. Die Akzeptanz werde überwiegend mit Landesflächen oder ohnehin schon vorhandenen Naturschutzgebieten begründet.

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Auch an einem Landtagsbeschluss und einer Stellungnahme der Landesregierung, in der auf einen intensiven Kommunikationsprozess zwischen Stiftung und Eigentümern verwiesen wird, üben Kellner und Hübner Kritik.

Weder Transparenz noch Einvernehmen

Bis heute sei es der Stiftung nicht gelungen, die betroffenen Grundeigentümer anzusprechen. Es gebe weder Transparenz noch Einvernehmen. Die von der Stiftung vorgelegte Karte zum Projektgebiet genüge nicht den Ansprüchen.

Beim ehemaligen Grenzstreifen handele es sich nicht um ein idyllisches Stück Wildnis, sondern „einen mit Totalherbiziden totgespritzten Todesstreifen“, meinen die Agrarfunktionäre.   Zudem seien bis zu 20 Kilometer von der Grenze entfernte Bereiche in der Gebietskulisse überplant.

Tourismus und damit Wertschöpfung in der Region seien eben keine Ziele des Projektes, widersprechen die Landvolk-Vertreter auch in diesem Punkt dem Landtagsbeschluss. Zugleich zeigen sie sich „für freiwilligen Vertragsnaturschutz entlang der Grenze immer offen“.

„Taschenspielertricks“ vorgeworfen

Im Obereichsfeld stößt das Grüne Band Eichsfeld-Werratal ebenfalls weiter auf Widerstand. Der Chef des Eichsfelder Bauernverbandes Ingolf Lerch hat laut Thüringer Landeszeitung den Verantwortlichen „Taschenspielertricks“ vorgeworfen.

Der Öffentlichkeit werde vorgegaukelt, dass die deutliche Mehrheit der Betroffenen für das Naturschutzgroßprojekt sei. „Die Befürchtungen, hier könnte ein grünes Sperrgebiet entstehen, waren berechtigt“, wird Lerch zitiert. Auch Landrat Werner Henning (CDU) befürworte, das Projektgebiet auf eine freiwillige Basis zu reduzieren.

„Wir bleiben in Gesprächen mit allen Beteiligten“, betont Holger Keil von der Sielmann-Stiftung. Das Thema werde auch noch einmal mit Umweltminister Stefan Wenzel erörtert, der am Ostermontag die Stifungszentrale auf Gut Herbigshagen besuchen werde.

Mehr zum Thema

Auf Entspannung im kalten Krieg um das Naturschutz-Großprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal hofft die Heinz-Sielmann-Stiftung als Projektträger nach einem konstruktiven Meinungsaustausch mit Landvolk-Vertretern auf Gut Herbigshagen. Stiftungsvorstand Michael Beier spricht von einem positiven Meilenstein in einer bisher kontrovers geführten Diskussion.

Kuno Mahnkopf 12.02.2014

Naturschutz polarisiert. Auch die abgespeckte Variante des Grünen Bandes Eichsfeld-Werratal  hat die Gegner des Naturschutz-Großprojektes rund um den ehemaligen Grenzstreifen nicht beruhigen können. Hinter den Kulissen gärt es weiter, für die Bauern bleibt das Grüne Band ein rotes Tuch, der Göttinger Landvolk-Kreisverband bündelt den Protest.

Kuno Mahnkopf 04.02.2014

Das Naturschutz-Großprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal war am gestrigen Dienstag Ziel einer Sommerreise des Arbeitskreises Umwelt, Klima und Energie der SPD-Landtagsfraktion.

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