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Duderstadt Grünes Band auf dem Prüfstand
Die Region Duderstadt Grünes Band auf dem Prüfstand
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21:13 07.09.2012
Von Ulrich Lottmann
Bietet Stiftung Grund zur Sorge: Projekt Grünes Band.
Bietet Stiftung Grund zur Sorge: Projekt Grünes Band. Quelle: EF
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Duderstadt

Das alte Stadtgut liegt unmittelbar am Grünen Band Eichsfeld-Werratal, einem Naturschutz-Großprojekt des Bundes und der drei Bundesländer Thüringen, Niedersachsen und Hessen. Die Sielmann-Stiftung hat bei dem zehn-Millionen-Euro-Projekt vor ihrer Haustür die Trägerschaft übernommen. Das bedeutet eine enorme Aufwertung des Standorts Duderstadt. Doch das Projekt ist durch massive Proteste in Thüringen und auch bei niedersächsischen Landwirten ins Schlingern geraten. Wie beurteilt Spielmann die Situation für das Projekt Grünes Band?

„Es ist auf dem Teststand“, sagt Spielmann. Das sei zum einen völlig normal. Phase eins, die gutachterliche Bewertung des Projekts laufe aus. Zum anderen gebe es den Protest der Landwirte, der ihn überrascht hat, das muss Spielmann zugeben. Er hat zwar Verständnis für die Bauern, die um ihre Existenz fürchten: Konkurrenz bei der Landnutzung, steigende Preise, verschlechterte Bedingungen für Landwirte stellt er fest. Mit Blick auf das Grüne Band gebe es jedoch eine Reihe vom Missverständnissen, sagt Spielmann.

So werde beispielsweise nicht unterschieden zwischen dem Projektgebiet, in dem die Bedingungen untersucht würden, und den Flächen, wo tatsächlich Maßnahmen sinnvoll seien. Und genau dieser Unterschied stimmt Spielmann optimistisch. Denn: „Viele der Bauern, die nicht mitmachen wollen, deren Flächen brauchen wir gar nicht.“ Es gebe nur wenige Flächen, bei denen mit unwilligen Landwirten über ihre Flächen verhandelt werden müsse. Und wenn hier keine Einigung möglich sei, werde es andere Lösungen geben. „Daran wird es nicht scheitern“, so Spielmann.

„Der Protest in Thüringen ist für uns gefährlicher. Das Projekt steht und fällt mit den Flächen dort“, macht Spielmann deutlich. Aber auch hier sehe er eine große Chance, zu Lösungen zu kommen. Beispielsweise könne Waldbesitzern im Rahmen einer Flurbereinigung geholfen werden, ohnehin unrentable Flächen zu tauschen. Das sei für viele eher eine Chance, als eine Bedrohung, so Spielmann.

Trotz seines Pragmatismus‘ hat Spielmann Sorgenfalten auf der Stirn, wenn es um das Grüne Band geht. Seine größte Sorge sei – nach allen Zugeständnissen und Kompromissen –, dass das Bundesamt für Naturschutz sage, nun sei das Projekt zu klein für eine Förderung. Aber auch hier ist Spielmann Optimist: „Gäbe es das Grüne Band als Aktie, dann würde ich jetzt kaufen.“