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Duderstadt Grundversorger springen für Energen-Kunden ein
Die Region Duderstadt Grundversorger springen für Energen-Kunden ein
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18:41 12.03.2012
Von Kuno Mahnkopf
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Eichsfeld

Da die Genossenschaft Energen-Süd zum Monatsbeginn ihre Gas- und Stromlieferungen eingestellt hat, sind für Energen-Süd-Kunden vorerst die jeweiligen Grundversorger eingesprungen. Die Grundversorger sind gesetzlich dazu verpflichtet, ersatzweise die Belieferung der Kunden im hart umkämpften Energiemarkt zu übernehmen.

Die 2007 in Ulm als Einkaufsgenossenschaft gegründete und bundesweit tätige Energen-Süd hatte in der Region weitaus weniger Kunden als Teldafax. Im Eichsfeld und Harzvorland seien von der Energen-Insolvenz einige Dutzende Haushalte im Versorgungsgebiet von Harz Energie betroffen, teilt Unternehmenssprecherin Katharina Gräfe mit. Harz Energie als Grundversorger übernehme für bis zu drei Monaten die Belieferung der Kunden mit Energie. In dieser Zeit können sie sich entscheiden, beim Grundversorger zu bleiben oder zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Insolvenz mit anderer Dimension

Das bestätigt auch René Schneider von der Eon-Mitte-Vertriebs-GmbH. Die Energen-Insolvenz habe eine andere Dimension als die Teldafax-Pleite. Im gesamten Vertriebsgebiet von Eon Mitte sei lediglich eine dreistellige Kundenzahl betroffen. Bei Teldafax war es eine fünfstellige Zahl. „Für die betroffenen Verbraucher ist so etwas immer unangenehm und nervenaufreibend“, ergänzt Ulrich Fischer, Geschäftsführer von Eon-Mitte-Vertrieb. Die Kunden hätten die Möglichkeit erhalten, zwischen allen Tarifen des Grundversorgers zu wählen.

Auch die Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB) hatten in ihrem Versorgungsgebiet eine Handvoll Energen-Kunden. Die hätten aber bereits zum Jahreswechsel den Anbieter gewechselt, sagt Geschäftsführer Reinhold Schneegans.

Zahlreiche Netzbetreiber hätten Vorkasse-Leistungen verlangt, die sogar einen gesunden Betrieb vor Herausforderungen gestellt hätten, heißt es auf der Homepage von Energen-Süd. Insolvenzverwalter Michael Pluta verweist auf ein 2001 entstandenes Millionendefizit, da die Genossenschaft Steuern und Abgaben nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht vollständig an ihre Kunden weitergegeben habe.