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Duderstadt Hämelei: Keine Burg, aber ein festes Haus
Die Region Duderstadt Hämelei: Keine Burg, aber ein festes Haus
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19:32 01.09.2011
Grabung beendet: Im Mingeröder Wald präsentieren sich Grundmauern eines alten Gebäudes. Quelle: OT
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Mingerode

Grabungen haben inzwischen ergeben, dass es wohl keine Burg war, sondern vielmehr eine Art festes Haus, das den Schafhütern als solide Unterkunft diente. Daraus leitet sich wahrscheinlich auch der Name des Fundplatzes her, der als Hämelei bezeichnet wird.

In mehrjähriger Arbeit wurden die Grundmauern des Gebäudes mitten im Wald unter Leitung des Geologen Stephan Sauerland freigelegt und im Rahmen eines Ortstermines den Beteiligten vorgestellt. Zu ihnen zählen unter anderem der Grundstücksbesitzer Alfred Marschall, der bisherige Ortsheimatpfleger Andreas Müller, die Vertreterin der städtischen Denkmalpflege Petra Koch und die Ortsbürgermeisterin von Mingerode, Renate Schopferer.

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Ihr dankte Müller als „spiritus rector“ der Grabungen in der Hämelei in besonderer Form, denn der Ortsrat hatte die Arbeiten finanziell unterstützt, ebenso flossen Teile des Erlöses aus dem vierten Mingeröder Musikfestival 2010 in die Finanzierung ein. Wie Grabungsleiter Sauerland am Fundplatz tief im Wald berichtete, lassen datierte Bruchstücke einer Schale aus dem Jahre 1596 darauf schließen, dass der Schäferei-Unterstand im 16. oder 17. Jahrhundert errichtet und genutzt worden ist.

Sowohl die Grabungen als auch die Funde sind inzwischen schriftlich und bildlich dokumentiert. Eine Detailauswertung soll noch folgen, die später als aufschlussreicher Abschnitt der Mingeröder Vergangenheit in die örtliche Chronik aufgenommen wird. Dieses Vorhaben wird Andreas Müller als bisheriger Ortsheimatpfleger noch realisieren. „Das Thema Hämelei“, ließ er den Ortsrat wissen, „wird dann meine letzte Aktivität auf dem Posten des Ortsheimatpflegers sein“. Müller will das Amt in jüngere Hände legen.

Die freigelegten Fundamente werden jetzt mit einer speziellen Schutzfolie überzogen und danach wieder mit Erde abgedeckt. So soll das Waldstück auch vor Raubgrabungen geschützt werden, die Archäologen nach Aussagen von Petra Koch zunehmend Sorgen bereiten.

sr