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Duderstadt Musikdetektivin in der Grundschule in Gerblingerode
Die Region Duderstadt Musikdetektivin in der Grundschule in Gerblingerode
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20:25 25.02.2019
"Händel zu Gast im Klassenzimmer" in der Maximilian-Kolbe-Schule in Gerblingerode mit Sängerin Sonja Catalano (Foto) und Cellistin Sophia Grest Quelle: Rüdiger Franke
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Gerblingerode

„Im Mittelpunkt unseres Besuches stand Georg Friedrich Händel“, erzählt Sängerin und Musikvermittlerin Sonja Catalano. Gemeinsam mit der Cellistin und Musikpädagogin Sophia Grest vermittelte sie den Kindern Informationen aus Händels Leben und Werken. Dabei trat Catalano als Musikdetektivin auf, die auf der Suche nach einem Stück von Händel war.

Hinweise versteckt

„Wir haben verschiedene Musikteile mit Hinweisen im Raum versteckt“, erklärte die Sängerin. Die Kinder waren aufgefordert mitzumachen und bei der Deutung der Hinweise zu helfen. Die gefundenen Musikstücke spielte Grest dann auf ihrem Cello. Zu Beginn bekamen die Schüler Händels berühmte „Sarabande“ zu hören, „obwohl das eigentlich gar nicht für das Cello komponiert wurde“, wie Grest sagte.

"Händel zu Gast im Klassenzimmer" in der Maximilian-Kolbe-Schule in Gerblingerode mit Sängerin Sonja Catalano (l.) und Cellistin Sophia Grest Quelle: Rüdiger Franke

Musikverständnis

Aber auch das Musikverständnis der Kinder war gefragt. Bei der Altarie „He was despised“ aus dem Messias, die ihnen mit Gesang und Cello vorgetragen wurde, sollten sie erkennen, aus wie vielen Teilen das Stück besteht. Im Nachgang wurde der schnellere Mittelteil des Cellos noch einmal wiederholt, und die Schüler durften im Rhythmus mitstampfen. „Das Cello ist ein für viele Kinder noch ungewohntes Instrument“, sagte Grest. Der Vorteil sei seine Vielseitigkeit.

Hallelujah

Am Ende waren natürlich alle Teile des gesuchten Musikstücks gefunden. Es handelte sich um das „Hallelujah“, ebenfalls aus dem Messias von Händel. Das Stück begeisterte die Kinder. Auch nach der Stunde waren sie auf dem Flur zu hören – „Hallelujah“ singend.

An Kunst heranführen

„Es ist wichtig, die Kinder so früh wie möglich an die Kunst heranzuführen“, sagte Schulleiterin Monika Ernst: „Denn nur was man kennt, kann man irgendwann auch schätzen.“ Auch trage Musik viel zur Persönlichkeitsbildung bei. Darüber hinaus fördere sie die Ausdauer, Konzentration und soziale Kompetenz. Deshalb habe sich die Maximilian-Kolbe-Schule vor einigen Jahren als musikalische Grundschule qualifizieren lassen. „Wir sind dabei immer bemüht, nicht nur moderne, sondern auch klassische Musik zu vermitteln.“ Das Angebot des Kulturklosters in Duderstadt sei dabei ideal, um Kindern ohne Kosten für die Eltern zusätzliche Angebote zu bieten.

"Händel zu Gast im Klassenzimmer" in der Maximilian-Kolbe-Schule in Gerblingerode mit Sängerin Sonja Catalano und Cellistin Sophia Grest Quelle: Rüdiger Franke

Das KulturKloster

Das Kulturkloster arbeitet mit Tanzpädagogen der Musa in Göttingen, Theaterpädagogen des Deutschen Theaters Göttingen und eben Musikvermittlern der Internationalen Händel-Festspiele zusammen. „Das passt in diesem Jahr besonders gut“, freut sich Ernst, „denn die vierte Klasse ist in diesem Jahr Kooperationsklasse der Händel-Festspiele, als erste Schule aus dem Landkreis.“ Deshalb habe sich die vierte Klasse auch im Vorfeld bereits besonders mit dem Thema beschäftigt und auch schon Beiträge in einem Blog veröffentlicht. Doch auch die übrigen Klassen hatten sich vorbereitet.

Ausstellungen

Musik sei aber nur eine Möglichkeit, die das Kulturkloster bietet: „Wir planen mit der Maximilian-Kolbe-Schule auch eine Ausstellung von Schülerbildern in den Räumen des Kulturklosters“, verrät Katrin Oldenburg, Kulturreferentin für Kinder- und Jugendarbeit. Dort ende jetzt eine Ausstellung von Schülern des Eichsfeld-Gymnasiums (EGD), aus der eine Einzelausstellung einer Schülerin resultieren wird. „Ich fungiere als Netzwerkerin zwischen den jungen Leuten“, erklärt Oldenburg. Mittlerweile würden viele schon mit eigenen Ideen auf sie zukommen, wie eben die Schülerin des EGD. „Sie müssen nur die Möglichkeiten kennen, die sie haben.“ Wie lange diese Möglichkeiten noch bestehen, ist derzeit unklar. Das Pilotprojekt ist auf zwei Jahre festgeschrieben. Die Zeit läuft Ende des Jahres ab, und nur bis dahin ist Oldenburgs Stelle gesichert, was die Planung zukünftiger Projekte erschwere.

Katrin Oldenburg (l.) vom KulturKloster und Schulleiterin Monika Ernst Quelle: Rüdiger Franke

Besuch in der Heinz-Sielmann-Realschule

Doch zunächst geht es erst einmal mit Händel weiter. Am Dienstag besuchen Catalano und Grest die Heinz-Sielmann-Realschule in Duderstadt. Dort kommen die siebten Klassen in den Genuss des Musikers, allerdings in anderer Form als die Gerblingeröder Grundschüler. „Die Stunden haben wir als Gameshow konzipiert“, sagt Grest. „Wir bauen die Inhalte möglichst interaktiv auf“, ergänzt Catalano, „damit die Kinder viel mitmachen können.“ Das erleichtere es, ihnen die Zeit des Barock näher zu bringen, denn „die Zeit ist doch weit weg“.

Von Rüdiger Franke

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