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Duderstadt Hallenbad-Sanierung wird deutlich teurer
Die Region Duderstadt Hallenbad-Sanierung wird deutlich teurer
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15:28 17.09.2019
Das Hallenbad Duderstadt ist geschlossen und muss saniert werden. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Erst vor Kurzem hat das Land Niedersachsen der Stadt Duderstadt den erhofften Zuschuss für die Sanierung ihres Hallenbades versagt. Nun folgt die nächste Hiobsbotschaft. Die Sanierung wird deutlich teurer, als bisher geschätzt. Auch gibt es noch einige weitere Unwägbarkeiten, die die Stadt im schlimmsten Fall ebenfalls teuer zu stehen kommen könnten.

Wie sich die derzeitige Situation darstellt, hat die Verwaltung in einer umfassenden Vorlage aufgeführt. Diese liegt dem Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport für die Sitzung am Donnerstag, 19. September, ab 16.30 Uhr im Sitzungssaal des Stadthauses, Worbiser Straße 9, zur Beratung vor.

Der jetzt ermittelte Sanierungsbedarf für den Hallenbadbau aus den 70er-Jahren erfordert rund 7,6 Millionen Euro an Investitionen, wobei zu den Sanierungskosten auch die zu erwartenden Kostensteigerungen in den Jahren 2020/2021 mit fünf Prozent einkalkuliert wurden. Abzüglich der vom Bund in Aussicht gestellten Zuwendung in Höhe von 3,2 Millionen Euro hätte die Stadt etwa 4,3 Millionen zu stemmen. Noch am Jahresende 2018 lagen die Kostenschätzungen für die Sanierung bei 5,43 Millionen Euro, der Eigenanteil wurde mit 2,1 Millionen Euro angenommen.

Warten Zustimmung zur Umwidmung

Eine der Unwägbarkeiten ist, ob die Bundesmittel für die geplante Sanierung der Bestandsimmobilie wirklich fließen. Für die Sanierung am bisherigen Standort Auf der Klappe hatte sich der Rat ausgesprochen, nachdem klar war, dass ein Neubau am Freibad an der Talwiese zwar von allen Seiten als beste Lösung angesehen wird, aber nicht finanzierbar sein würde – trotz der dafür bewilligten Fördermittel in Höhe von rund 3,23 Millionen Euro. Seither wartet die Stadt darauf, dass der Zuschuss für eine Sanierung am bisherigen Standort umgewidmet werden kann.

Abgesehen davon wurde für das Projekt Hallenbad-Sanierung eine Verlängerung des Förderzeitraums bis Ende 2021 beantragt. Eine Antwort steht noch aus, was ein weiteres Risiko darstellt. Möglich sind darüber hinaus weitere Kostensteigerungen oder zeitliche Verzögerungen durch die Ausschreibungen, führt die Verwaltungsvorlage aus.

Mitgesellschafter lehnen zusätzliche Kostenübernahme ab

Betrieben werden das Freibad an der Talwiese und das Hallenbad Auf der Klappe in Duderstadt von der Eichsfelder Blockheizkraftwerk und Bäder Gmbh (EBB), einem Ableger der städtischen Eigenbetriebs Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB). Deren Minderheitsgesellschafter – die Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen sowie die Gemeinde Katlenburg-Lindau – haben mit entsprechenden Grundsatzbeschlüssen klar gemacht, dass sie eine Sanierung des Duderstädter Hallenbades begrüßen, aber nicht bereit sind, zusätzliche Betriebs- und Finanzierungkosten zu übernehmen. Diese seien zukünftig und dauerhaft von der Stadt Duderstadt zu tragen.

Für den Haushalt der Stadt bedeutet das eine jährliche Mehrbelastung des Haushalts mit 606000 Euro für die nächsten 20 Jahre. So lange dauern die Abschreibungen der Investitionen, erläutert Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). Hinzu komme auch die Tilgung des Kreditbedarfs. Immerhin gebe es Kredite derzeit „so günstig wie nie“. Es gebe Angebote mit einer Zinsbindung über 20 Jahre und einer Verzinsung „deutlich unter 0,5 Prozent“, so Nolte.

Sanieren oder nicht?

Zwei Beschlussempfehlungen sind in der Vorlage aufgeführt: Ja zur Sanierung mit allen Konsequenzen oder aber das Aus für das Hallenbad. Letzteres will keiner, wie die Ratsfraktionen durchklingen lassen. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren versichert, dass das ganzjährige Schwimmsportangebot in Duderstadt erhalten bleiben müsse, um Kindern und Jugendlichen das Schwimmen lernen zu ermöglichen.

Außerdem könne man nicht drei Jahre lang sagen, man will sanieren und dafür Fördergelder einwerben, um am Ende einen Rückzieher zu machen, argumentiert Andreas Diedrich, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat. Ähnlich formulieren es auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Glahn und der FDP-Fraktionsvorsitzende und designierte Bürgermeister Thorsten Feike. Glahn: „Die Frage ist doch, ob die Stadt es sich leisten kann, auf 3,2 Millionen Euro vom Bund zu verzichten. Wir meinen: Nein!“ Auch nach Ansicht Feikes müsse jetzt die Entscheidung fallen, „damit wir die Bundeförderung nicht verlieren“.

„Nägel mit Köpfen machen“

Hinzu komme, so Glahn, „dass bereits erhebliche Planungskosten von der Stadt und der EWB investiert wurden, die bei einer Nichtsanierung verloren wären. Das wäre nicht vertretbar“, meint sie. „Jetzt müssen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Viel zu viel kostbare Zeit ist verstrichen, die Diskussionen laufen seit 2015/2016. Das Hin und Her muss beendet werden.“

Dass die Stadt möglicherweise zu viel Zeit vertrödelt hat, sehen Diedrich und Nolte nicht so. Entscheidungsprozesse dauerten einfach entsprechend, sei es bei den Fördergebern. Seit 2015 sei die Stadt an dem Thema dran, so Nolte und erinnert an die vielen Schritte, die seither unternommen wurden. „Es hat gedauert und gedauert, und wir haben uns reingehängt“.

Alternative während der Übergangszeit

Zum Schwimmen nach Gieboldehausen und Teistungen

Seit Ende April ist das Duderstädter Hallenbad Auf der Klappe geschlossen. Es soll saniert werden. Wann damit begonnen werden kann, ist noch offen. Unterdessen hat die Stadt Duderstadt nach Möglichkeiten gesucht, damit die Drittklässler der acht Duderstädter Grundschulen die Chance haben, dennoch ein Bad zu besuchen. Sechs der Schulen, so berichtet Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), möchten das Angebot annehmen. Vier der sechs Schulen werden nach Gieboldehausen in die Schwimmhalle fahren, wobei die Aufwendungen dafür von der Stadt und dem Landkreis getragen würden, so Nolte, so dass die Kinder keinen Eintritt bezahlen müssten. Das sei für die Übergangszeit, in der das Duderstädter Hallenbad geschlossen sei, „erklärter Wille des Rates“. Zwei weitere Schulen werden nach Teistungen zum Schwimmen fahren. Hier werde eine ähnliche Regelung gelten, kündigt der Bürgermeister an. Schwimmunterricht ist im dritten Schuljahr Teil des Lehrplans.

Bisherige Berichte über das Hallenbad Duderstadt:

Einen Überblick gibt die Tageblatt-Themenseite.

Land lehnt Sanierungszuschuss ab

Letzter Badetag im Hallenbad

Bäder-Team steht in den Startlöchern

Mittel für Sanierung im Etat eingestellt

Einstimmig: Hallenbad wird saniert

Duderstadt will Finanzierungslücke decken

Duderstadt will Fördermittel für Hallenbad-Sanierung retten

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/9499712.

Von Britta Eichner-Ramm

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