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Duderstadt 3,32 Millionen Euro fließen ins Hallenbad
Die Region Duderstadt 3,32 Millionen Euro fließen ins Hallenbad
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00:17 11.03.2017
Von Nadine Eckermann
Quelle: Schneemann/Archiv
Duderstadt

Das Projekt „Sanierung des Hallenbades“, für das die Stadt Duderstadt den Antrag gestellt hatte, ist im zweiten Anlauf in das Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur aufgenommen worden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat nun eine 90-Prozent-Förderung, die Gesamtsumme liegt bei 3689000 Euro, beschlossen. „Damit kann das Hallenbad gründlich saniert werden, und die drohende Schließung ist vom Tisch“, freuen sich die Göttinger Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) und Fritz Güntzler (CDU), die sich für den Antrag eingesetzt haben, einhellig.

 

„Mit den Fördermitteln ist eine bauliche, technische und energetische Vollsanierung möglich“, erklären die Bundestagsabgeordneten in einer gemeinsamen Mitteilung. Durch die Modernisierung des Hallenbades soll die Attraktivität gesteigert werden. Unter anderem ist eine Neukonzeption des Eltern-Kind-Beckens vorgesehen. Außerdem soll die Energieeffizienz gesteigert werden. Nach dem Umbau sollen 40 Prozent der jetzigen Energiekosten eingespart werden, heißt es in dem Projektantrag der Stadt Duderstadt.

 

Ein erster Versuch, in das Sportstättenförderprogramm zu gelangen, war 2015 gescheitert. Das 100 Millionen Euro schwere Sanierungsprogramm war um ein Vielfaches überzeichnet gewesen. Mit der Neuauflage bekamen die Antragsteller von 2015 eine zweite Chance - und Duderstadt nicht nur den Zuschlag, sondern auch ein besonders großes Stück vom Förderkuchen: Die Verteilung erfolgt nach dem Königsteiner Schlüssel. Zehn Millionen Euro stehen demnach Projekten in ganz Niedersachsen zu. Rund ein Drittel soll allein in das Hallenbad fließen.

 

Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich die Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU) und Thomas Oppermann (SPD) dafür stark gemacht, die Sanierung und Entwicklung des Hallenbades zu ermöglichen. Als „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“ bezeichnete Güntzler (CDU) die Erhaltung von Schwimmangeboten bei einem Besuch in Duderstadt, in ähnlicher Weise äußerte sich auch Oppermann vor Ort. Während Oppermann vorschlug, Mittel aus dem „Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zu beantragen, brachte Güntzler zusätzlich das Gesetz zur Förderung von Investitionen finanzschwacher Kommunen, das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KIF) ins Spiel. Diese Option scheiterte allerdings daran, dass die Stadt Duderstadt das Programm bereits für eine Schulsanierung angezapft hatte. Mit dem Sportstättensanierungsprogramm griff nun die zweite Möglichkeit.

 

Die Gesamtkosten für die Sanierung des Hallenbades liegen bei rund 3,7 Millionen Euro. Größtes Sorgenkind der Eichsfelder Blockheizkraftwerk und Bädergesellschaft (EBB) als Trägerin ist dabei die Lüftungsanlage, die im Januar – mitten in der Saison – bereits einmal havariert war. Damals waren provisorische Reparaturen an der jahrzehntealten Anlage vorgenommen worden, um wieder öffnen zu können. Den langfristigen Betrieb des Bades sicherten die Reparaturen aber nicht, hatte EBB-Geschäftsführer Markus Kuhlmann deutlich gemacht. Ein Austausch der Anlage und damit Kosten von rund 450000 seien unausweichlich, wenn das Bad weiter geöffnet bleiben solle.

 

Unterschriftenaktionen und politisches Engagement

 

Dass dies erklärter Wille vieler Duderstädter ist, wurde in der Vergangenheit an verschiedenen Stellen deutlich. Auf politischer Ebene äußerten sich Vertreter aller Parteien im Rat der Stadt einmütig für die Sanierung und damit das Bestehen des Hallenbades, auch Landtagsabgeordneter Lothar Koch (CDU) machte deutlich, dass das Schwimmsportangebot erhalten bleiben solle. Der Rat der Stadt Duderstadt fasste einen Beschluss, der den Erhalt des Schwimmsportangebots in Duderstadt in seiner bestehenden Form vorsieht. Ein bereits skizziertes Zukunftskonzept für beide Bäder, Hallen- und Freibad, weiter zu verfeinern und umzusetzen, sei der Wunsch des Rates. Für das Hallenbad ist in der Zukunftsplanung außer der Sanierung auch eine Erweiterung um ein Therapiebecken vorgesehen. Das Freibad soll zusätzliche Angebote für Familien vorhalten. Als Finanzierungsidee schlägt der Rat vor, Fördermittel von Bund, Land und Landkreis zu akquirieren und Stadt, Gemeinden und Eichsfelder Blockheizkraftwerk und Bädergesellschaft (EBB) als Träger ins Boot zu holen. Um langfristig den Badebetrieb zu beleben, sollen Gespräche mit dem Landes- und Kreissportbund, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, Schulen und Vereinen geführt werden. Teils beteiligten sich letztgenannte bereits am Engagement, um auf die Wichtigkeit der Sanierng hinzuweisen. Aktiv wurden beispielsweise die DLRG und die Frühschwimmergruppe, eine private Initiative. Sie appellierten an die Verantwortlichen, die Wichtigkeit des wohnortnahen Schwimmenlernens für Kinder nicht zu vernachlässigen, den Gesundheitsaspekt zu bedenken und Schulen und Vereinen weiterhin die Möglichkeit zum Training zu geben. Die Frühschwimmer sammelten, um ihre Forderung zu unterstreichen, mehr als 3000 Unterschriften.

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