Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Harzkrimis: Vier Autoren lesen im Duderstädter Rathaus
Die Region Duderstadt Harzkrimis: Vier Autoren lesen im Duderstädter Rathaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 24.08.2019
Karla Letterman. Quelle: Markus Hartwig
Anzeige
Duderstadt

Theaterstücke und Lesungen für Kinder sowie Veranstaltungen für Erwachsene haben traditionell ihren Platz im Rathaus und ergänzen das Medienangebot der Stadtbibliothek. Gut besucht war die Harzkrimi-Lesung am Freitagabend im Bürgermeisterzimmer. Der Abend bot eine gelungene Mischung aus Spannung und Humor.

Letterman: Alles hat mit Krimis zu tun

Als Erste im Quartett las Karla Letterman aus ihrem Werk „Jenseits der Spur“. Letterman, die selten ohne ihr Markenzeichen „Hut“ anzutreffen ist, hat ihr journalistisches Handwerk in Göttingen gelernt. In Hamburg übte sie sich im Philosophieren und Programmieren. Der Reporter recherchiere, Philosophie setze Logik voraus, und die Fehlersuche in der Software brauche detektivischen Spürsinn. „All das hat mit Krimis zu tun“, so Letterman.

Lettermans „Jenseits der Spur“ spielt in Bad Lauterberg, das sich gerade „frühlingsfein“ macht. Eine Autobombe zerreißt die Ruhe, eine Frau wird in den Tod gerissen. Die Kripo kann sich keinen Reim auf den Anschlag machen. Auffällig jedoch ist eine Verdächtige „durchgedrehte Informatikerin“. Oberkommissar Alois Aisner hält an dieser auffälligen Frau fest.

Wildner: Gewinner des Literaturpreis Harz

Auch Hans-Joachim Wildner hatte einen Harzkrimi im Gepäck. Nach dem Ende seiner beruflichen Tätigkeit als Konstrukteur im Maschinenbau, habe er sich intensiv seiner „neuen Erfüllung“, dem Schreiben, gewidmet. 2018 hat Wildner mit seinem Beitrag „Wo ist Palmyra“ den Literaturpreis Harz gewonnen.

Duderstädter EPV-Verlag

Acht Autoren publizieren im Duderstädter EPV-Verlag, der in den vergangenen Jahren viele Kriminalromane herausgebracht hat, die im Harz spielen. Lesungen mit einzelnen Autoren seien erfolgreich. Helmut Exner, Autor und Geschäftsführer im Verlag, sehe aber, dass es den Zuhörern beinahe mehr Freude bereite, mehrere Autoren an einem Abend zu erleben. „Unsere Autoren sind alle unterschiedlich, haben ihre einmaligen Protagonisten. Unser Spektrum geht von ernsten Themen bis hin zu unterhaltsamen Geschichten wie die mit Lilly Höschen.“ Darüber hinaus ziehe der Harz schon seit Jahrhunderten die Menschen in seinen Bann. Viele Schriftsteller ließen sich inspirieren, über dieses „geheimnisvolle Gebirge des Nordens“ zu schreiben. Exner kann sich vorstellen, dass es Goethes „Faust“ nicht gegeben habe, hätte er den Harz nicht besucht.

Sein Krimi „Anlage Z“ handelt von zwei Jungen, die in den ehemaligen Bad Lauterberger „Schickert-Werken“ auf zwei Skelette stoßen. Es sind Mordopfer einer Gräueltat, die mehr als 70 Jahre zurückliegt. Nachdem der Vorfall bekannt geworden ist, treffen mehrere Anschläge eine Unternehmerfamilie, wobei jedesmal der Hinweis „Anlage Z“ auftaucht.

Bock: Von Gedichten zu Harzkrimis

Auch Gabriela Bock nahm am Bürgermeistertisch Platz. Die geborene Herzbergerin nennt das Schreiben ihre Leidenschaft, der sie schon seit ihrer Schulzeit nachgeht. Verfasste sie zu Beginn eher Briefe und Gedichte, waren es während ihrer Berufsjahre Geschichten für ihre Kinder. Jetzt habe sie die Zeit und verfasst Harzkrimis.

In „Liebchen Mein“ zieht es Dietmar Henkel nach dem Tod seiner Frau wieder zurück in seine Heimat, den Harz. Kurz darauf werden zwei seiner alten Freunde ermordet, und schnell wird Dietmar wegen seiner cholerischen, unfreundlichen Art als Mörder abgestempelt. Parallel zur Polizei macht sich seine Freundin Eleonore daran, die Morde aufzuklären.

Exner: „Mit Blutorgien hab ich nichts am Hut“

„Geschrieben habe ich schon immer, ohne dass mein Name dabei groß in Erscheinung getreten ist“, sagte Autor Helmut Exner. Er ist Erfinder des alten Fräuleins Lilly Höschen, die zu seiner beliebten Serienfigur geworden sei. „Die Kombination von Spannung und Humor liegt mir am Herzen. Mit Blutorgien und Grausamkeiten hab ich nichts am Hut.“

In „Fahr zur Hölle, Vogelmann“ bekommt der Lektor Waldemar Möser den Auftrag, einen prominenten Schriftsteller zu betreuen. Als dieser ihm offenbart, dass seine Geschichten der Realität entsprechen, geraten beide in Gefahr. Ihre Nachbarin ist Lilly Höschen, die Verbrechen magisch anzieht.

Von Markus Hartwig

Laute Erntearbeiten bis in die Nacht, Schlangen hinter Treckern, Dreck auf der Fahrbahn – die Erntezeit verlangt Rücksicht auf Bauern. Sie müssen sich allerdings an Regeln halten.

24.08.2019

Das Lorenz-Werthmann-Haus in Duderstadt besteht seit zehn Jahren. Für Senioren dient es als Anlaufstelle für Beratungen aber auch zur Teilnahme an verschiedenen Gruppen-Angeboten. Gefeiert wird am 24. August mit einem Straßenfest.

24.08.2019

Sechs Überlebende des Konzentrationslagers Osaritschi in Weißrussland sind auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werkes in Deutschland. Am Freitag empfing sie der Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte.

23.08.2019