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Duderstadt Heimatmuseum: Neustart zum Bürgerfest
Die Region Duderstadt Heimatmuseum: Neustart zum Bürgerfest
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18:46 25.08.2011
Von Kuno Mahnkopf
Vor Vitrine mit Schmuck aus Haaren: Rechenberg (links) und Kästner stehen am Wochenende Besuchern Rede und Antwort.
Vor Vitrine mit Schmuck aus Haaren: Rechenberg (links) und Kästner stehen am Wochenende Besuchern Rede und Antwort. Quelle: Thiele
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Duderstadt

Seit Januar 2009 ist das Museum nach einem Frost- und Wasserschaden geschlossen. Für einen Neustart stand schließlich nur die Versicherungssumme in Höhe von 70 000 Euro zur Verfügung. Die reichte für die Behebung der Schäden im Inneren, aber nicht für eine komplette Gebäudesanierung.

Auch der SPD-Antrag, ein Kindermuseum einzurichten, kam nicht zum Tragen. Stattdessen wurde die Dauerausstellung um Aktivstationen ergänzt und ein Veranstaltungsangebot zusammengestellt, das verstärkt auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet ist. So gibt es gleich am Eröffnungstag die Aktion „Mein Bild fürs Museum“. Die ersten Bilder von Kindern hängen bereits.

Ein mit Folgekosten verbundenes Multimedia-Konzept wie im Schützenmuseum sei nicht möglich gewesen, sagt Andrea Rechenberg vom Museumsverbund Südniedersachsen, die mit Museumspädagogin Sandra Kästner den Neustart begleitet. Stattdessen sei die Präsentation der zu pflegenden historischen Sammlung einer Verjüngungskur unterzogen worden: „Auf Basis des bestehenden Konzeptes wurde der Ausstellungsbereich modernisiert, entstaubt und besucherfreundlicher gestaltet.“ Das gilt von den Wandfarben bis zu den Texttafeln. Neu eingerichtet wurden Aktivstationen, an denen Besucher zum Beispiel einen dem historischen Original nachempfundenen Webstuhl ausprobieren oder nach historischen Vorlagen Städtebau mit Bauklötzen betreiben können.

Das Erdgeschoss beherbergt neben dem Bereich für Sonderausstellungen nach wie vor stadtarchäologische Funde, der verglaste Fußboden gibt den Blick auf Stadtmauerteile frei. In der ersten Etage dreht sich alles um Arbeiten und Wirtschaften im Eichsfeld vergangener Tage. Einzigartig in Südniedersachsen seien Themen wie Wanderarbeit, Tabakanbau und Handschuhmacher, betont Rechenberg. Noch im Umbau befindet sich das zweite Obergeschoss, in dem das Leben in Stadt und Land in Szene gesetzt werden soll. Dieser Ausstellungsbereich wird erst im Herbst eröffnet. Das Dachgeschoss steht wegen Auflagen für Brandschutz und Fluchtwege künftig nicht mehr zur Verfügung. Die Schuhmacherwerkstatt ist unverändert, bis zur Glockenweihe soll auch wieder Kardinal Kopp zu Ehren kommen.

Rechenberg ist überzeugt, dass das Museum die mittelalterlichen Erlebnisstationen Westerturm und Rathaus kulturtouristisch ergänzt und Zukunft hat: „Jedes Jahr gehen mehr Menschen in Museen als zu Bundesligaspielen.“