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Duderstadt Herbigshagen: Wettbewerb der Hütehunde
Die Region Duderstadt Herbigshagen: Wettbewerb der Hütehunde
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19:01 28.07.2013
Teamarbeit: Schäferin Michaela Kleemann (links) hält mit Hilfe ihres Hütehundes die 300 Tiere umfassende Schafherde zusammen.
Teamarbeit: Schäferin Michaela Kleemann (links) hält mit Hilfe ihres Hütehundes die 300 Tiere umfassende Schafherde zusammen. Quelle: Lüder
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Herbigshagen

Die Schäferin aus Seeburg hat am gestrigen Sonntag mit neun weiteren niedersächsischen Kollegen und deren Hunden am Hütehundwettbewerb auf Gut Herbigshagen teilgenommen.

Den richtete die Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde (AAH) und die Seeburger Schäferei Bodmann bereits zum fünften Mal auf dem Gelände der Heinz-Sielmann-Stiftung aus.

Zahlreiche Zuschauer beobachteten das Geschehen vom Rand der Weidefläche und folgten interessiert den Erklärungen von Susanne Zander von der AAH zum Schäferberuf, zur Tradition und zu den Vorteilen Altdeutscher Hütehunde gegenüber modernen Rassen. 

Bedeutung des Schäfers

Mit Block, Stift und in Schäfertracht beobachten die Wertungsrichter Christian Amend, Jürgen Benner und Ralf Bauer sowohl das Verhalten des Schäfers als auch das Verhalten des Hundes. Sieht der Schäfer, wo die beste Weidefläche ist? Ist der Hund gehorsam und arbeitet er selbstständig? Diese Kriterien fließen in die Bewertung ein.

„Viele Leute wissen heute nicht mehr, was mit dem Beruf des Schäfers zusammenhängt“, sagt Bernd Bodmann. Die Schäferei seiner Familie in Seeburg übernehme auch Aufträge von der Stadt Göttingen und der Sielmann-Stiftung.

„In Naturschutzgebieten wie beispielsweise dem Grünen Band sollen bestimmte Pflanzenarten erhalten bleiben. Hier ist eine Beweidung durch Schafe sinnvoll, die Artenvielfalt gewährleistet“, erklärt er. Solange es solche Auftraggeber gibt, will er seinen Beruf als Hüteschäfer bewahren.

Dass der Beruf des Schäfers und damit auch der Erhalt der Altdeutschen Hütehunde immer schwieriger werde, bestätigt Zander.

Auf regionalen Ursprung achten

„Die mechanische Pflege von Landschaftsschutzgebieten verdrängt die Hüteschäfer. Neben Beweidungsaufträgen ist der Verkauf von Lammfleisch ein weiterer Wirtschaftsfaktor in der Schäferei“, erklärt die Fachfrau und appelliert an die Zuschauer, beim Fleischverzehr auf den regionalen Ursprung zu achten. Um über Landschaftsschutz, Erhaltung der Hütehunde und den Beruf des Schäfers zu informieren, biete Gut Herbigshagen den besten Rahmen, lobt Zander.

„Um solche Wettbewerbe auszurichten, brauchen wir nicht nur Weideflächen, sondern auch eine gewisse Infrastruktur. Diese Verknüpfung haben wir hier auf Gut Herbigshagen mit Gastronomie, sanitären Einrichtungen und genug Platz für eine ganze Schafherde“, sagt sie.

Die 300 Tiere umfassende Herde werde jedes Jahr von der Schäferei Bodmann für den Wettbewerb gestellt. Stärkung für die Gäste gibt es auf dem Hof mit Eis aus Schafsmilch, Suppe und Grillgut.

Von Claudia Nachtwey