Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt „Hier habe ich eine gute Alternative gefunden“
Die Region Duderstadt „Hier habe ich eine gute Alternative gefunden“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:16 11.01.2011
Handwerklich versiert und motiviert: Maurice hofft auf eine Ausbildungsstelle im Garten- und Landschaftsbau.
Handwerklich versiert und motiviert: Maurice hofft auf eine Ausbildungsstelle im Garten- und Landschaftsbau. Quelle: Tietzek
Anzeige

„Das ist ganz schön frustrierend“, sagt der junge Eichsfelder. Inzwischen ist er im „grünen Bereich“, dem Außenbereich bei der Gesellschaft für Ausbildungs- und Berufsförderung (GAB), wo im Garten- und Landschaftsbau gearbeitet wird. „Anfangs war ich kritisch, ob das sinnvoll sei, hier umsonst zu arbeiten. Aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt“, weiß Maurice heute nach drei Monaten in der Jugendwerkstatt der GAB. Mit seinen Kollegen schält er Baumstämme, baut eine Hütte für das Holzlager und macht auch ansonsten alles, was im Winter im Außenbereich anfällt.
„Unsere Aufgabe ist es, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, indem wir die Fähigkeiten und Kompetenzen der Jugendlichen zu verbessern helfen“, sagt Elvira Kalusa. Zusammen mit ihrer Kollegin Julia Adler ist sie als pädagogische Mitarbeiterin der GAB für die Förderung der Jugendlichen zuständig. Hier sollen Schulabgänger, die keinen Ausbildungsplatz haben, berufliche Grundfertigkeiten bekommen, die sozialen Kompetenzen sollen ausgebaut und schulische Defizite abgebaut werden. Außerdem will man durch Einblicke in die Praxis verschiedener Berufsfelder die Wahl zur passenden Ausbildung erleichtern.

Roy Stolpe weiß schon lange, was er werden möchte: Koch.Allerdings hat er seine Schulpflicht noch nicht erfüllt. Zuvor war er an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Duderstadt, hat dort aber das Schuljahr abgebrochen. Dass die Arbeit als Koch stressig sein kann, weiß er. „Das macht mir nichts aus“, sagt er und hebt die Friteuse mit den Pommes aus dem heißen Fett. Roy möchte seine Fähigkeiten in diesem Berufsfeld schulen und arbeitet nun in der Küche bei der GAB.So erhofft er sich bessere Chancen im Kampf um einen Ausbildungsplatz.

„Oft wissen Jugendliche und Eltern nicht, welche Angebote wir hier haben, um individuell bei der Arbeitsplatzsuche und Berufsorientierung zu helfen“, bedauert Friedrich Bauer als Geschäftsführer der GAB in Duderstadt. Da die Jugendwerkstatt von den Förderprogrammen des ESF (Europäischer Sozial Fond) abhängig ist, müssen die Hilfen immer wieder neu beantragt werden. „Aber für die nächsten drei Jahre steht die Zusage, und wir konnten die Plätze von 18 auf 23 aufstocken“, zeigt sich Bauer erleichtert. Die komplette Berufsvorbereitung könnten die Schulen allein nicht abdecken, da bleibe einiges auf der Strecke, weiß der Geschäftsführer.

„Ich habe hier eine Menge gelernt und eine gute Alternative für meinen Berufswunsch gefunden“, sagt Maurice. Durch seine Arbeiten im Außenbereich sucht er nun einen Ausbildungsplatz im Garten- und Landschaftsbau. „Dass ich etwas Handwerkliches machen möchte, hat sich hier bestätigt. Und das Arbeiten draußen gefällt mir auch gut“, beschreibt er seine Erfahrungen. „Es ist hier vorteilhaft, dass die Jugendlichen nicht nur mit Gleichaltrigen zusammen sind, sondern im gemischten Team arbeiten“, bestätigt die Pädagogin Kalusa. „Und wenn einer fehlt, müssen die anderen die Arbeit mitmachen. Das ist anders als im Einzelkampf in der Schule“, ergänzt Maurice. Durch die umfangreichen Schulungen im Berufsfeld, bei Bewerbungen und in Praktika sieht er nun optimistisch in die Zukunft und hofft auf eine Ausbildungsstelle in der Region.

Wer in die Jugendwerkstatt aufgenommen werden möchte, muss mit dem zuständigen Fallmanager des Jobcenters oder dem Pro-Aktiv-Center des Landkreises Kontakt aufnehmen. Beide Institutionen arbeiten mit der GAB zusammen.

Von Claudia Nachtwey