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Duderstadt Hochwasserschutz in Duderstadt vorerst ohne Rückhaltebecken
Die Region Duderstadt Hochwasserschutz in Duderstadt vorerst ohne Rückhaltebecken
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18:44 06.03.2019
Rückhaltebecken Brehme-Sandwasser in Duderstadt Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

„Wir schlagen vor, der Vorzugsvariante zwei die Zustimmung zu geben“, sagte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Hochwasserschutz. „Aber wir sollten uns auch die Tür offen halten für ein Rückhaltebecken, denn niemand weiß, wie sich das Klima entwickelt.“ Die Ausschussmitglieder folgten dem Vorschlag einstimmig.

Gemeinsame Maßnahmen

Beide Varianten haben im Bereich der flächenwirksamen Maßnahmen den Erhalt der hydraulischen Leistungsfähigkeit des Wehres Hahle gemein. Gleiches gilt für den Damm und das Durchlassbauwerk des Hochwasserrückhaltebeckens Sandwasser und die Verdolung (Verrohrung) des Hartmannkanals. Auch soll der Schutz eines öffentlich verwalteten Wohnhauses am Adenauerring gewährleistet werden. Darüber hinaus beinhalten beide Varianten vier private Objektvorsorgen zum Schutz von Einzelgebäuden und Gärten, Gartenhäuschen und Geräteschuppen. Diese hätten allerdings nur eine begrenzte Wirkung.

Deutlich günstiger

In der bevorzugten zweiten Variante sind anstelle des Rückhaltebeckens der Objektschutz der Eichsfeldhalle, des Schützenhauses und des Freibades sowie des Geländes der Feuerwehr vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind die Erhöhung von Uferkanten an verschiedenen Stellen sowie die Verbesserung der Abflussverhältnisse. Diese Variante ist mit einer Investitionssumme von 810 776 Euro deutlich günstiger umzusetzen als Variante eins, für die rund 7,74 Millionen Euro benötigt würden.

Nutzen-Kosten-Verhältnis

Anhand der Investitionssummen hat das Nordhäuser Ingenieurbüro Fugro, welches das Hochwasserschutzkonzept erstellt hat, ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 0,24 für die Variante mit Rückhaltebecken errechnet. Im Gegensatz dazu stehe die zweite Variante mit einem Wert von 2,16 deutlich besser da. Die Ingenieure wiesen dabei darauf hin, dass der gesamte ausgewiesene Schutz nur mit einer Umsetzung aller flächenwirksamen Hochwasser-Schutzmaßnahmen erreicht werden könne. Insgesamt sorge die Umsetzung der in Variante zwei vorgeschlagenen Maßnahmen für eine weitere Verbesserung des Hochwasserschutzes der Stadt Duderstadt mit Blick auf das Schutzziel Jahrhunderthochwasser (HQ100), heißt es in der Zusammenfassung. Außerdem trete die Wirkung schon bei geringeren Hochwasserereignissen ein.

Landesweit mehr Maßnahmen gefordert

Hochwasserschutz ist wichtig“, betonte Thomas Rössing-Schmalbach (CDU). Aber ihm sei schon bei der Vorstellung klar gewesen, „dass wir Variante eins nicht stemmen können“. Variante zwei sei wirksam, ohne aber die andere aus den Augen zu verlieren. „Langfristig ist das Rückhaltebecken notwendig, weil es den Durchfluss begrenzt“, sagte Lothar Dinges (WDB). Insgesamt brauche es aber auch landesweit mehr Maßnahmen.

Schutzmaßnahmen vor Ort

Darüber hinaus gelte es, zukünftig darauf zu achten, Schutzmaßnahmen vor Ort wieder stärker in den Blick zu nehmen, so Nolte. Dazu zählten unter anderem die Versiegelung von Flächen sowie die Pflege und Wartung von Wegen, Gräben und Durchlässen. Mögliche Maßnahmen zur Minimierung der Bodenerosion sollten künftig ebenfalls hohe Priorität genießen. Lokal werde im Bereich Mingerode ein erster Handlungsschritt eingeleitet. „Wir müssen das Wasser vom Ort fernhalten“, forderte Joachim Vetter (SPD). Viele Gräben seien seit 20 Jahren nicht mehr ausgehoben, sondern zum Teil sogar zugepflügt worden. Auch würden viele Felder nicht mehr so gepflügt, dass das Wasser am Hang bleibe, sondern möglichst schnell abfließe, ergänzte Dinges.

Von Rüdiger Franke

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