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Duderstadt Minister Althusmann macht Hoffnung auf Ortsumgehung in Duderstadt
Die Region Duderstadt Minister Althusmann macht Hoffnung auf Ortsumgehung in Duderstadt
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19:27 30.07.2019
Derzeit endet die Umgehung am Euzenberg-Kreisel (im Hintergrund). Quelle: Meder
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Duderstadt

 Das gesamte Planungsverfahren in diesem Land muss dringend überdacht werden, „sonst könnten bald keine Bauprojekte mehr mittelfristig umgesetzt werden“. Das ist Tenor im Ortsrat Gerblingerode. Kurz zuvor hatten sie aus dem Tageblatt erfahren, dass der schon mehrfach verschobene Planfeststellungsbeschluss für die Umgehung Gerblingerode im Zuge der Bundesstraße 247 erneut verschoben werden musste. Hierbei handelt es sich um einen von insgesamt drei Abschnitten zur Verlegung der B 247 zwischen Gieboldehausen und dem thüringischen Ferna. Einzig das mittlere Teilstück des in drei Verkehrseinheiten (VKE) aufgeteilten Projektes, die Umgehung Westerode (VKE 2) ist bereits gebaut.

Warten auf Entlastung

Die vom Verkehr belasteten Einwohner von Obernfeld und Mingerode (VKE 1) und von Gerblingerode (VKE 3) warten indes noch immer auf Entlastung. Und während für die Umgehung Gerblingerode im Abschnitt von Duderstadt bis zur Landesgrenze bei Teistungen immerhin schon die Planungen des Straßenbauprojektes zwei Runden im Planfeststellungsverfahren durchlaufen haben, gibt es für die VKE 1 lediglich eine grobe Linienplanung.

Verlegung der B 247 in drei Abschnitten

Die Bundesstraße 247 gilt als wichtige Verbindung zwischen den Bundesländern Niedersachsen und Thüringen und dient damit den Ausführungen auf der Internetseite der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStV) zufolge als „Verteilungsschiene zwischen dem Oberen und dem Unteren Eichsfeld“. Damit habe die B 247 eine „große Bedeutung sowohl für die Wirtschaft als auch für den Tourismus“. Mit Zunahme der Verkehrsbelastung nach der Wiedervereinigung Deutschlands und der daraus resultierenden steigenden starken Belastungen „in den engen und teilweise kurvenreichen Ortsdurchfahrten“ von Duderstadt, sowie den Ortschaften Obernfeld, Mingerode, Westerode und Gerblingerode, wurde die Verlegung der B 247 als zweistreifige Bundesstraße als „unumgänglich“ eingestuft und im Bundesverkehrswegeplan im „vordringlichen Bedarf“ vorgesehen. Der betroffene Abschnitt „Ortsumgehung Duderstadt“ von Obernfeld bis Worbis (Anschluss an die A 38) hat eine Gesamtlänge von rund 26,5 Kilometern, 11,5 davon auf niedersächsischer Seite. Die Verlegung der B 246 wurde in drei Abschnitte eingeteilt: Verkehrseinheit (VKE) 1 – Ortsumgehung Obernfeld-Mingerode, VKE 2 – Ortsumgehung Westerode mit Anschluss an die B 446 (Verkehrsfreigabe 2015) und VKE 3 – Ortsumgehung Gerblingerode.

Immerhin sendet der niedersächsische Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) hoffnungsvolle Botschaften an die Betroffenen vor Ort. So lässt sich zumindest ein aktuelles Schreiben als Antwort auf eine Resolution des Rates der Stadt Duderstadt vom März deuten. Darin weist der Minister darauf hin, dass sowohl der Nord-, als auch der Süddteil der B 247 – Ortsumgehung Duderstadt (VKE 1 und VKE 3) „im Bundesverkehrswegeplan 2030 und im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen 2016 dem prioritären ‚vordringlichen‘ Bedarf zugeordnet“ seien und beide Vorhaben zu den Projekten gehörten, „die die Niedersächsische Landesregierung zügig voranbringen will“.

„Vordringlicher Bedarf schon seit Jahren“

„Im vordringlichen Bedarf sind wir ja schon seit Jahren“, kommentiert der Bürgermeister der Gemeinde Obernfeld, Karl-Bernd Wüstefeld (CDU) die Auskunft der Landesregierung. Er bedauert, dass die Verlegung der B 247 nicht wie ursprünglich einmal konzipiert als ein Projekt umgesetzt wird, sondern in drei Verkehrseinheiten aufgeteilt wurde. „Darin begründet sich das heutige Desaster“, sagt Wüstefeld.

Weiterhin schreibt Althusman: „Während die Planungen für den Südabschnitt bereits weit fortgeschritten sind, prüfen wir derzeit einen Planungsbeginn für den Nordabschnitt im kommenden Jahr.“ Mingerodes Ortsbürgermeister Pascal Schwedhelm (Gruppe Unnabhängige Wähler Mingerode/SPD) würde das sehr begrüßen. „Wir wären froh, wenn es jetzt voran gehen würde.“ Schwedhelm ist sich wie auch Wüstefeld darüber im Klaren, dass der Abschnitt VKE 1 erst im Anschluss an den Südteil bei Gerblingerode beginnen könne.

Planfeststellungsbeschluss verschoben

Doch auch hier geht es nicht so recht voran, wie der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Ortsrat Gerblingerode, Christian Wüstefeld, während betont hatte. Der Planfeststellungsbeschluss für den Südteil (VKE 3) sollte ursprünglich Im Mai 20ß19 vorliegen. Das habe nach Auskunft des niedersächsischen Verkehrsministeriums jedoch verschoben werden müssen.

Grund dafür sei „ein neueres Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Danach sind der Zustand der betroffenen Gewässer und der Einfluss des Vorhabens auf die Gewässergüte intensiver zu untersuchen, als es der bisherigen Praxis entsprach.“ Wann mit einem Planfeststellungsbeschluss zu rechnen ist, lasse sich derzeit nicht abschätzen. Für die Mehrheit des Gerblingeröder Ortsrates sei es „langsam unerträglich und nicht nachvollziehbar, wie lange so eine Planung dauert und, dass es immer wieder neue Gründe für eine Überarbeitung“ gebe.

„Der gute Wille aller Beteiligten ist da“

Der Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) begrüßt zwar ebenfalls die Aussage des Verkehrsministers, einen Planungsbeginn für den Nordabschnitt im kommenen Jahr zu prüfen. „Ob ein Planungsbeginn im Jahr 2020 möglich ist“, hänge unter anderem von den Planungskapazitäten ab. Immerhin, so Nolte. „Der gute Wille aller Beteiligten ist da.“

Schließlich hängen Planfeststellungsbeschluss und Baubeginn der VKE 3 auch davon ab, „ob gegen den Beschluss vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg geklagt wird. Auch muss der Planfeststellungsbeschluss für die direkt in Thüringen angrenzende Verlegung der B 247 von Ferna bis Teistungen bestandskräftig werden, da die Projekte direkt aneinander grenzen und nur zusammen realisiert werden können“, nennt das Ministerium weitere Unwägbarkeiten.

Weitere Berichte zum Thema:

Die Landesregierung hat gerade erst auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion zum Sachstand der Verkehrsprojekte geantwortet. Dazu einen Bericht samt Statements der Duderstädter Bürgermeisterkandidaten im Tageblatt.

Auf der Internetseite der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gibt es weitere Informationen über die drei Verkehrseinheiten zur Verlegung der Bundesstraße 247.

Auch in Gerblingerode gibt es schon lange Forderungen, nach der Umgehung. Zuletzt hatte auch der Ortsrat Gerblingerode auf Umsetzung gedrängt.

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de, telefonisch unter 05527/94997-12 oder über Facebook.

Von Britta Eichner-Ramm

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