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Duderstadt Ideen für das Kulturkloster
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00:18 14.01.2018
Katrin Oldenburg richtet die "Kulturzelle" in Duderstadt ein.    Quelle: Foto: Art
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Duderstadt

Als Kulturreferentin für Kinder- und Jugendarbeit soll Katrin Oldenburg ein Kulturnetzwerk aufbauen und Ansprechpartnerin bei jeder Form von Kulturprojekten sein.

„Vieles ist möglich“, beschreibt die 41-Jährige das Prinzip des Kulturklosters. Ziel sei es, junge Menschen stärker mit Kulturarbeit in Kontakt zu bringen und sie mit Kulturangeboten in ihren Kompetenzen zu stärken, sagt Oldenburg, die zu Jahresbeginn ihre halbe Stelle antrat. Die Initiative, zu der die Stiftung der Ursulinen Duderstadt, das Deutsche Theater Göttingen, die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, der Verein Musa, die Stadt Duderstadt und der Landkreis Göttingen gehören, will mit dem Projekt die Bildungstradition des Ursulinenordens fortsetzen. Die Ursulinenstiftung hat an der Marktstraße 70 ein Ladenlokal, die „Kulturzelle“ angemietet, von der aus Oldenburg arbeitet.

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Ob es um Übungsräume, Auftrittsmöglichkeiten oder die grundsätzliche Umsetzung von Ideen geht: Oldenburg will Kontakte vermitteln und Hilfe beim Umsetzen der Projekte leisten. Die Profis für Musik, Tanz und Theater stellen die Händel-Gesellschaft, das Deutsche Theater und die Musa bereit, das Duderstädter Ursulinenkloster die Seminarräume, Übernachtungs- und Auftrittsmöglichkeiten, außerdem das Büro. Zu Sponsoren gehören der Landschaftspflegeverband Südniedersachsen, die Sparkasse Duderstadt und der Verein zur Unterstützung des Kulturklosters. Die Stadt Duderstadt finanziert Oldenburgs halbe Stelle.

Schaltzentrale entsteht in einem früherem Geschäftsraum

Oldenburg hat damit begonnen, den Geschäftsraum einzurichten, „mit allem, was man braucht, um eine Basis für eine Schaltzentrale zu schaffen“. Als nächstes möchte die gebürtige Blankenburgerin die Projektbeteiligten kennen lernen. „Dann werde ich in alle Schulen in Duderstadt gehen, das Projekt und mich vorstellen“, kündigt sie an. Wichtig sei, zu vermitteln, „dass das Ganze ein Gesicht und einen Namen hat“. Ob Kunst, Literatur, Musik, Tanz oder eine andere Form von Kultur: Das Kulturkloster sei für jede Idee offen. „Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, das mitzugestalten und ihr Ding daraus zu machen“, sagt Oldenburg.

Der „besondere Reiz“ und die Herausforderung sei „etwas noch nie Dagewesenes ins Leben zu rufen“, dabei von Profis unterstützt zu werden. Teilnehmer könnten neue Impulse gewinnen, neue Wege und Talente entdecken, betont die Kulturreferentin, die 2003 an der Evangelischen Hochschule Dresden ein Studium der Sozialpädagogik mit Schwerpunkt Sozialmanagement absolvierte. Duderstadt biete gute Voraussetzungen für das Projekt. Die Stadt sei überschaubar, es gebe viele Einrichtungen außerhalb von Schulen, an die man anknüpfen und mit denen man kooperieren könne. Nach der zweijährigen Projektphase sei angedacht, die Initiative auszuweiten.

Die Stelle als Kulturreferentin bündele alles, was sie bisher gemacht habe, ihre Kompetenzen und Erfahrungen, betont Oldenburg, die bereits seit der Schulzeit in der Kinder- und Jugendarbeit tätig war, in der Studienzeit eine Gesangsausbildung an der Musikhochschule Dresden absolvierte, in den Kammerchören der Philharmonie und der Frauenkirche sang und sich am Aufbau eines Kindermuseums am Hygienemuseum Dresden beteiligte. Ein Jahr lang arbeitete sie nach dem Studium in der offenen Altenhilfe und beriet Senioren bevor sie zwei Jahre als Landesreferentin für Altenhilfe des Bundeslandes Sachsen tätig war. Anschließend initiierte und leitete sie Eltern- und Kindergruppen.

Engagement auf vielen Ebenen

Nach dem Umzug nach Göttingen im Jahr 2009 konzipierte sie freiberuflich einen Seniorenstudiengang für die Evangelische Hochschule in Dresden und Konzepte für Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, außerdem arbeitete sie in Kindertagesstätten. Nach einem weiteren Umzug in den Harz arbeitete sie in Schulen als Schulsozialpädagogin und engagierte sich in der musikalischen Früherziehung an Kindergärten und der Musikschule. Außerdem arbeitete sie als Lehrbeauftragte für Altenpflege und für Sozialassistenten an einer Berufsschule, als Sozial- und Waldpädagogin in Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten und nach der Rückkehr nach Göttingen als Sprachexpertin an einem Kindergarten. „Konzepte und Projekte sind mein Haupthema“, so Oldenburg, die verheiratet ist und zwei Kinder hat. Gelingen könne das einzigartige Pilotprojekt in Duderstadt nur durch das Mitwirken von Kindern und Jugendlichen.

Kontakt: kulturkloster@googlemail.com

Von Axel Artmann

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