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Duderstadt Nur drei mögliche Standorte
Die Region Duderstadt Nur drei mögliche Standorte
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16:09 31.05.2017
Von Rüdiger Franke
Nach Ausschlusskriterien bleiben in Duderstadt nur Flächen bei Esplingerode, Gerblingerode und Nesselröden. Quelle: DPA
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Duderstadt

„Wenn wir alle Ausschlusskriterien berücksichtigen, bleiben nur 105 Hektar“, so Schwerdt. Das Land Niedersachsen habe als Ziel bis 2050 genannt, mindestens 20 Gigawatt Windenergieleistung an Land zu realisieren. Dafür müsste der Landkreis Göttingen 1,58 Prozent seiner Fläche  freigeben. „Mit den 105 Hektar kommen wir im Stadtgebiet von Duderstadt aber nur auf 1,1 Prozent“, so Schwerdt. Und wenn die Fläche südlich von Nesselröden als Vogelschutzgebiet wegfallen sollte, blieben nur 60 Hektar übrig.

Vermehrtes Rotmilanvorkommen

Ein Kriterium, dass den Planern die Flächenfindung erschwere, sei das vermehrte Auftreten von Rotmilanen, erläuterte Schwerdt. Die Region sei mit umgerechnet zwölf Brutpaaren je 100 Quadratkilometer eines der Hauptverbreitungsgebiete des Greifvogels. Nach einer neuen Kartierung 2016 seien deshalb weitere Flächen weggefallen. Denn nach den Planungskriterien des niedersächsischen Windenergieerlasses sei ein Mindestabstand von 1500 Metern zum Horst-Standort einzuhalten. Darüber hinaus seien im Umkreis von 4000 Metern auch die Auswirkungen auf Nahrungsräume und Flugrouten zu betrachten.

Faktoren beeinflussen Standortwahl

Neben dem Schutz des Rotmilans zählte Schwerdt zahlreiche weitere Faktoren auf, welche die Standortwahl beeinflussen. An erster Stelle stünden dabei Siedlungen, zu denen ein Mindestabstand von 1000 Metern einzuhalten sei. Auch der Natur- und Landschaftsschutz spiele eine große Rolle ebenso wie der Abstand zu Verkehrsflächen und Hauptversorgungsleitungen. Und nicht zuletzt müsse es an den verbleibenden Stellen ausreichend Wind geben.

Enttäuschendes Ergebnis

Als eher enttäuschend bezeichnete Hans-Georg Schwedhelm (Grüne) die verbliebenen Möglichkeiten. Er erinnerte an eine Ratsbeschluss, nach dem die Stadt Duderstadt bis 2040 ihre gesamte Energie durch regenerative Energie erstellen wolle. Und da Biogas als Möglichkeit ebenso wie Pfotovoltaik ziemlich ausgeschöpft seien, bliebe eigentlich nur die Windenergie zum Erreichen des Ziels.

Sinnvolle Ergänzung

Lothar Dinges (WDB), regte an, das Ergebnis für die Kernstadt beispielsweise durch eine sinnvolle Ergänzung mit Wärmekraftkopplung zu verbessern. Thomas Rössing-Schmalbach (CDU) sagte, dass man eben erkennen müsse, dass in dicht bebauten Gebieten nicht die Möglichkeiten bestünden wie beispielsweise in der Lüneburger Heide. Deshalb forderte Jochen Mitschke (Grüne), die vorhandenen Standorte mit Nachdruck voranzutreiben.