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Duderstadt Inklusiver Campus in Duderstadt mit Baustart im August
Die Region Duderstadt Inklusiver Campus in Duderstadt mit Baustart im August
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05:00 11.05.2019
Inklusiver Campus: Architekt Thomas Naumann (r.) und Caritas-Vorstandssprecher Ralf Regenhardt bei einer Besprechung im Gebäude. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Das ehemalige Gebäude der Pestalozzi-Schule eigne sich ideal für das Vorhaben, bestätigte Regenhardt am Freitag noch einmal. „Es könnte das Zentrum sein“, denn im Umkreis von 100 Metern gebe es eine Bündelung zahlreicher Bildungsangebote mit verschiedenen Schulen und auch dem Haus St. Georg mit der Familienbildungsstätte, Kindertagesstätte, Krippe und Hort. „In dem Bereich herrscht eine hohe fachliche Konzentration, weshalb das Konzept sehr beteiligungsorientiert aufgestellt ist.“ Geplant sei „die Weiterentwicklung und Bündelung der kommunalen frühkindlichen Bildungsstruktur“.

Zehn Monate Bauzeit

Der Umbau des ehemaligen Schulgebäudes soll in diesem Jahr starten, teilte Architekt Thomas Naumann, Geschäftsführer des Hildesheimer Gesellschaft Bernward Immobilien mit. Der erste Spatenstich soll im August erfolgen. Für den gesamten Umbau sei dann eine Bauzeit von zehn Monaten angesetzt.

Drei Einheiten

Der Gebäudekomplex gliedert sich in drei Einheiten. Zum einen gebe es den Altbau aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, ein weiteres Gebäude aus den 1950er-Jahren sowie dazwischen ein in den 1990er-Jahren errichtetes Verbindungsgebäude. Ein Schwerpunkt der Umbauten sei, die barrierefreie Verbindung innerhalb der und zwischen den drei unterschiedlichen Gebäudetypen zu schaffen.

Die Pläne zum Inklusiven Campus:

Barrierefreiheit schaffen

„Bei der Barrierefreiheit haben wir nicht nur die mobilen Einschränkungen, sondern auch die beim Sehen und Hören im Blick“, sagte Marie-Theres Waning-Ernst, Leiterin des heilpädagogischen Kindergartens St. Raphael. So werde für Menschen mit Sehschwächen mit Kontrasten gearbeitet. Für Hörgeschädigte könne es vielleicht Sprachansagen geben. Darüber hinaus solle es auch leichte Sprache und Bilder zur Visualisierung geben. „Inklusion umfasst alle, gleich welcher Sprache und auch Religion.“

Wieviele Kinder finden im Gebäude Platz?

„Wir haben ein Betreuungsangebot mit insgesamt 176 Plätzen“, berichtet Ralf Regenhardt, Vorstandssprecher des Caritasverbandes Südniedersachsen. Die verteilen sich wie folgt:

100 Plätze im Regelkindergarten,

24 Plätze im heilpädagogsichen Kindergarten,

30 Krippenplätze,

20 Hortplätze,

2 Plätze für die Frühförderung.

In den Regelgruppen können bis zu 25 Kinder aufgenommen werden, in den heilpädagogischen Gruppen bis zu sechs. Insgesamt werden voraussichtlich 37 Mitarbeiter beschäftigt.

Kindertagesstätte

Im ehemaligen Schulgebäude sei das Hauptthema die Kindertagesstätte, erläuterte der Architekt. „Im Erdgeschoss werden zwei Krippengruppen untergebracht.“ Auf die darüberliegenden Geschosse würden vier Regelgruppen und vier heilpädagogische Gruppen verteilt. „Dabei nutzen jeweils eine Regelgruppe und eine heilpädagogische Gruppe einen Flur“, ergänzt Waning-Ernst. Jede Gruppe hätte einen eigenen Raum. Es gebe aber auch gemeinsam genutzte Fläche.

Inklusiver Campus: Architekt Thomas Naumann (r.) und Caritas-Vorstandssprecher Ralf Regenhardt vor dem Treppenhaus, das abgebaut wird. Quelle: Rüdiger Franke

Treppenhaus außen

Da im Inneren des Kita-Gebäudes über das Treppenhaus keine Barrierefreiheit erreicht werden könne, sollten die Treppen komplett entfernt werden und damit auf den einzelnen Ebenen zusätzlicher Platz entstehen. „Wir werden außen am Gebäude ein neues Treppenhaus anbauen, das die Anforderungen erfüllt“, so Naumann.

Welche Flächen stehen zur Verfügung?

„Das gesamte Grundstück inklusive der von den Ursulinen hinzugekommenen Fläche umfasst 8150 Quadratmeter“, erzählt Architekt Thomas Naumann. Davon entfallen auf das Außengelände rund 7000 Quadratmeter. Rund 3000 Quadratmeter stehen im hinteren Bereich zur Verfügung. Dort soll auch der Außenbereich für die Kindergartenkinder eingerichtet werden. „Die Grenzen sind aber noch fließend“, so der Architekt. Das liege unter anderem daran, dass die Parkplätze noch nicht endgültig definiert seien. Der ehemalige Schulhof, der dann für Hort und Krippe gedacht ist, biete auch noch einmal rund 1500 Quadratmeter.

Das ehemalige Gebäude der Pestalozzi-Schule werde nach seinem Umbau eine Nutzfläche von rund 3000 Quadratmetern bieten. Der Vorteil eines alten Gebäudes sei, dass mehr Platz für die Räume zur Verfügung stehe als bei einem Neubau, so der Architekt. Würden bei einem Gruppenraum im Neubau 45 bis 50 Quadratmeter eingeplant, so böte das Gebäude Räume von 60 Quadratmetern. Auch der Ruheraum sei mit 35 Quadratmetern etwa zehn Quadratmeter größer als in einem Neubau.

Frühförderung

Im Verbindungsbau werde die Frühförderung angesiedelt, erzählte Naumann. In dem Gebäudeteil seien auch ein Cafébereich und ein Bereich für niederschwellige Beratungsangebote integriert. Im Obergeschoss würde die ehemalige Aula zu Bewegungstherapieräumen umgebaut.

Altbau

Der Altbau beherberge im Erdgeschoss die Verwaltung. Im Geschoss darüber werde die Hortgruppe ihre Räume finden. Und das Dachgeschoss beziehe das Regionale Beratungs- und Unterstützungszentrum Inklusive Schule (RZI) mit zwei bis drei Arbeitsplätzen.

Was kostet der Inklusive Campus?

Die Umsetzung des Projektes Inklusiver Campus in Duderstadt werde voraussichtlich zwischen fünf und fünfeinhalb Millionen Euro kosten, berichtet Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). Der größte Teil der Finanzierung kommt vom Land Niedersachsen, das sich mit 1,66 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ beteiligt. Bislang sei aber mit rund 1,6 Millionen Euro etwa der gleiche Anteil nicht finanziert.

Außenflächen

Der ehemalige Schulhof werde nach Angaben Naumanns umgestaltet als Außenbereich für den Hort und die Krippe. Die Kindergartenkinder von drei bis sechs Jahren finden ihr Außengelände auf der gegenüberliegenden Seite. Dazu sollen auch Parkplätze eingerichtet werden.

Wie soll das Gebäude heißen?

„Inklusiver Campus in Duderstadt“ sei das Programm und der Arbeitstitel, erklärt Ralf Regenhardt, Vorstandssprecher des Caritasverbandes Südniedersachsen. „Es soll aber nicht der künftige Name unseres ’Hauses der Inklusion’ sein.“ Derzeit seien alle Beteiligten auf der intensiven Suche nach einem Namen für den Gebäudekomplex, in dem früher die Pestalozzi-Schule angesiedelt war. „Der Name soll Vielfalt und Inklusion symbolisieren und etwas mit Duderstadt und Kirchengeschichtlichem zu tun haben“, so Regenhardt. Darüber hinaus soll der Name vor allem für die Kinder „greifbar“ sein.

Wer eine Idee für einen Namen des Gebäudes hat, ist aufgerufen, die Namensfindung für das „Inklusionsvorhaben“ zu unterstützen. Vorschläge mit einer kurzen Begründung können per Mail an info@caritas-suedniedersachsen.de geschickt werden. rf

Besprechung zum Inklusiven Campus (v.l.): Dagmar Wüstefeld, Marie-Theres Waning-Ernst, Bettina Steinmetz, Ralf Regenhardt, Thomas Naumann, Bernd Galluschke und Wolfgang Nolte Quelle: Rüdiger Franke

Wie die Vision entstand

Der Aufbau eines Inklusiven Campus in Duderstadt hat eine längere Vorgeschichte. „2014 ist die Vision entwickelt worden“, sagt Ralf Regenhardt, Vorstandssprecher des Caritasverbandes Südniedersachsen. Aber schon davor habe es erste Gespräche gegeben.

„Ich weiß gar nicht mehr genau, wie wir darauf gekommen sind“, erzählt Propst Bernd Galluschke. „Irgendwie stand plötzlich die Idee im Raum, ein Projekt zur Inklusion zu starten, welches Kinder mit und ohne Handicap in den Mittelpunkt stellt.“ Danach habe sich zunächst die Frage gestellt, ob solch ein Projekt überhaupt machbar sei, auch in Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen.

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) erinnert an das erste Gespräch am 20. Juni 2012. Zwei Jahre später, am 22. Juli 2014, habe es einen Termin bei Staatssekretär Peter Bräth in Hannover mit Vertretern der Stadt Duderstadt, des Landkreises, des Bistums und dem Propst gegeben. Die Caritas sei gebeten worden, „den Hut aufzusetzen“ und die Projektleitung zu übernehmen.

Man habe dann die Leiter der Einrichtungen eingeladen, so Regenhardt. Standort im Herzen der StadtIm Gespräch habe sich herausgestellt, dass das Gebäude des kirchlichen Kindergartens St. Klaus in einem Zustand sei, in dem man etwas tun müsse. Darüber hinaus sei die Heilpädagogische Kindertagesstätte St. Raphael in ihrer Randlage überhaupt nicht inklusiv, sondern einfach außen vor.

Alle seien sich einig gewesen, sagte Nolte, der Standort sollte im Herzen der Stadt angesiedelt werden. „Wir haben uns vorgenommen, Duderstadt als generationen- und familienfreundliche, aber auch barrierefreie Stadt zu entwickeln.“ In den vergangenen 30 Jahren habe sich viel getan. „Als ich bei der Stadt anfing, gab es noch sehr viele Treppen an der Marktstraße.“ Mittlerweile sei zum Beispiel die Basilika St. Cyriakus für Rollstuhlfahrer und mit Kinderwagen gut zu besuchen. „Das können wir auf fast alle Einrichtungen der Stadt übersetzen.“

Weitere Beiträge zum Inklusiven Campus finden Sie auf unserer Themenseite zum Themenbereich Inklusion.

Von Rüdiger Franke

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