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Duderstadt Größte Herausforderung für Nolte: An Förderung zu kommen
Die Region Duderstadt Größte Herausforderung für Nolte: An Förderung zu kommen
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21:35 31.10.2019
Wolfgang Nolte erledigt letzte Arbeiten am Bürgermeister-Schreibtisch im Stadthaus Duderstadt. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Die Ära Wolfgang Nolte in Duderstadt ist zu Ende. 18 Jahre lang war er Bürgermeister der Stadt. 1988 wurde er bereits zum Stadtdirektor gewählt. Im Tageblatt-Interview blickt er zurück auf Herausforderungen und Erreichtes, aber auch auf das, was kommt.

Tageblatt: Welches war Ihr größter Erfolg?

Wolfgang Nolte: Mein größter Erfolg? Da starte ich schon mal mit UNSER größter Erfolg: Dass wir die Grenzöffnung miterleben durften, die deutsche Einheit – das überragt alles. Dann die Landesausstellung Natur im Städtebau und daraus der jährliche Kultursommer, der Tag der Niedersachsen 2012, der Papstbesuch im Eichsfeld mit der Segnung der Ökumene-Glocke. Aber auch weitere große Themen wie der Erhalt von BGS, BBS, KVHS, Musikschule, bis hin zu den Partnerschaften mit Tauberbischofsheim, Combs-la-Ville und Kartuzy.

Im Wirtschaftsbereich: die Erschließung von Bostal, Breiter Anger, die Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere auch für die junge Generation. Gemeinsam haben wir die Arbeitslosigkeit von mehr als 25 Prozent in den 80ern auf weniger als vier Prozent heute senken können! Unsere größeren Erfolge bedeuteten natürlich auch immer, über den Tellerrand hinaus zu sehen und mit exzellenten Partnern/Botschaftern wie Ottobock, unserem Handwerk und Handel Zukunft zu gestalten.

Welches war die bitterste Niederlage?

Über die Jahrzehnte: Naturereignisse wie Hochwasser, Stürme – ob 1997 oder auch in den zurückliegenden Jahren. Aber auch Brände. Wenn man im Ebertring vor drei Todesopfern steht, das miterleben muss, dann ist man sehr still, demütig und versucht nur noch ein wenig zu trösten und zu helfen.

Auf einer ganz anderen Ebene der Verlust von Arbeitsplätzen, stellvertretend die Abwanderung von Firmen wie Opti, Brax Leineweber, Piller, Lückenhaus. Aber auch, dass es uns trotz intensivster Bemühungen nicht gelungen ist, die Bahnlinie nach Duderstadt zu reaktivieren.  

„Vieles ist auf dem Weg“

Was hätten Sie gerne noch auf den Weg gebracht?

Es ist vieles auf den Weg gebracht worden, und vieles ist auf dem Weg. Zu dem, was auf dem Weg ist, gehört die großartige Weiterentwicklung von St. Martini, die erhebliche Stärkung und der Ausbau der Bundespolizei am Standort Duderstadt, die Schaffung weiterer markanter Angebote der Harz-Weser-Werke am Standort Duderstadt. Daneben: die anstehenden großen Weiterentwicklungen im Hause Ottobock, bei foampartner, aber auch im Bereich Handwerk und Handel. Denken wir besonders an die Weichenstellungen der letzten Tage zur Weiterentwicklung des Handelsstandortes. Ein Quantensprung. Und daneben die neuen Chancen für ein ganzjähriges Schwimmsportangebot.

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Sie haben vieles genannt, was auf den Weg gebracht wurde, aber was haben Sie nicht mehr hinbekommen?

Es wäre wunderschön gewesen, wenn wir die durchgehende Ortsumgehung zur A 38 fertig hätten. So setze ich jetzt auf die Planfeststellung in 2020 und lade alle ein, nicht dagegen zu klagen, damit endlich gebaut werden kann. Dann natürlich auch die Ortsumgehungen für Westerode / Mingerode und Obernfeld in Richtung Gieboldehausen. Und ich hätte mir die Glasfaserversorgung in allen Teilen der Stadt gewünscht. Aber wir haben eine Netzversorgung, die weit und breit spitze ist.

„Wir sind barrierefreier geworden“

Welche Chancen hat Duderstadt in den Jahren unter Ihrer Führung genutzt und welche wurden verpasst?

Wir sind zum Beispiel barrierefreier geworden. Im Denken, aber auch in der baulichen Weiterentwicklung. Mit Partnern wie unserer Lebenshilfe, der Caritas, der AWO, dem MHD, den Harz-Weser-Werken. Es ist uns gelungen, Ökologie, Ökonomie und Soziales stark zu verknüpfen. Wir konnten – stellvertretend – das Kolpingwerk, die DJO mit dem Jugendgästehaus, die Heinz-Sielmann-Stiftung, den Malteser Hilfsdienst für Duderstadt begeistern und zum Hiersein bewegen. Aber auch im sozialen Bereich mit neuen Selbsthilfegruppen und mit Fördervereinen, haben wir Themen mitinitiieren und unterstützen können. Bis hin zum Inklusiven Campus.

Gelungen ist uns auch – trotz der harten finanziellen Einbrüche durch die Abwanderung von Betrieben – der Schuldenabbau, die Kreditreduzierung, sodass wir nicht nur keine Kassenkredite mehr haben, sondern sogar derzeit über ein stattliches Guthaben verfügen.

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Welche Chancen wurden verpasst? Da gibt es einige Großprojekte, aber auch kleinere Vorhaben, die an der fehlenden Zustimmung, am Einspruch von Eigentümern, Betreibern oder Nachbarn gescheitert sind, wo die fehlende Einsicht in die Zukunftsfähigkeit bestimmter Projekte die Realisierung verhindert hat.

Deutsche Einheit macht Pläne zunichte

Ein Beispiel wäre schön.

Man könnte hier – vor besonderem Hintergrund – das Sport- und Freizeitzentrum Talwiese nennen. Die damalige Bundesregierung hatte mit den Ländern an der innerdeutschen Grenze in den 80ern vereinbart, dass in jedem der Zonenrand-Länder ein großes, herausragendes Sport-, Freizeit-, Kulturzentrum entstehen soll. Für Niedersachsen war nach intensiver Vorarbeit Duderstadt ausgewählt. Wir haben damals mit dem „Geißler-Institut“ aus Hannover ein sehr zukunftsorientiertes Projekt Talwiese entwickelt. Es gab Finanzierungszusagen aus Bundesmitteln. In die Schlussphase dieser Entwicklung fiel dann jedoch die deutsche Einheit, sodass der Ausgangspunkt, Projekte an der innerdeutschen Grenze zu fördern, hinfällig wurde. Jetzt, gut 30 Jahre danach, sind wir Gott sei Dank auch durch das großherzige Signal von unserem Ehrenbürger Prof. HGN an einem Punkt, an dem große Teile dieses damaligen Traumes doch noch Wirklichkeit werden können.

War das eine andere Art der Förderung?  

Damals hatten wir ja die wirtschaftliche und die kulturelle Zonenrandförderung. Hier hatte der Bund mit den Zonenrandländern eine Kombination geschaffen und gesagt, wenn hier schon der grenznahe Raum mit Riesenstrukturproblemen leben muss, dann wollen wir etwas tun, was den Freizeitwert, den Tourismus, die kulturelle Stabilität entscheidend und dauerhaft nach vorne bringt. Mit einer annähernd 100-Prozent-Förderung.

Außergewöhnliche Zuwendungsquoten

Was war denn die größte Herausforderung?

Die größte, permanente Herausforderung über die Jahre war, an das Geld, an die Förderung anderer Leute zu kommen. Das heißt, Finanzierungen möglich zu machen mit wenigen Eigenmitteln und außergewöhnlichen Zuwendungsquoten. Dies ist uns Gott sei Dank immer wieder gelungen, auch mit Hilfe von zum Beispiel Willi Döring (MdL) und danach über 25 Jahre mit Lothar Koch (MdL). Natürlich auch mit Unterstützung unserer MdBs und mit Partnern in den Ministerien – das ist schon landesweit und bundesweit sehr positiv registriert worden.

Sind das Ratschläge, von denen Sie meinen, das muss Herr Feike als Nachfolger wissen, oder glauben Sie, dass er seinen eigenen Weg finden wird?

Mit Sicherheit. Es gibt aber ein paar Dinge, an denen er anknüpfen sollte. Und wenn es gute Beziehungslinien gibt, dann sollten sie weiter gepflegt werden.  

Landesgartenschau in Duderstadt

Wo sehen Sie Duderstadt in zehn oder in 20 Jahren?

In zehn Jahren als Austragungsort der Landesgartenschau Niedersachsen (LGS) mit einem attraktiven Veranstaltungsprogramm. Mit einem Teilbereich, der die Nachhaltigkeit der 94er LNS-Präsentation deutlich macht. Das wurde bisher noch nirgendwo gemacht. Wir könnten der erste Ort werden, an dem man bilanzieren kann, was wurde damals gemacht, welche Förderung steckt drin und war das nachhaltig, ja oder nein? Das wäre für mich der erste Block und bezieht sich im Schwerpunkt auf das Ausstellungsgelände und den Ortsteil Duderstadt. Wenn ich daran denke, dass wir damals unter anderem modellhaften Wegebau vorangebracht und Biotopvernetzungsprogramme entwickelt haben, dass wir eine Umweltfabrik hatten, dann hätte dieser Aspekt schon seinen Reiz.

Der zweite Block wäre die Projektion, über die wir jetzt aktuell diskutieren, nämlich „Duderstadt Südwest / Futuring“, mit all dem, was dazugehört – Talwiese, Freibad/Hallenbad, kulturelles Angebot, diese gesamte Entwicklungslinie. Daneben bietet sich das Umfeld der Basilika an. Konkret die Neugestaltung des Außenbereiches, der „Domplatte“, die Erschließung des Westwerkes, der Dachlandschaft und bundesweit der erste Skywalk über die Dachlandschaft. Ein faszinierendes Vorhaben in einem städtebaulich einmalig attraktiven Quartier. Spätestens in zehn Jahren sollte Duderstadt darüber hinaus im Bereich der Digitalisierung tatsächlich ein attraktiver Modell-Standort und im Bereich der Verkehrsanbindung wirklich „Deutschland Mitte“ sein. Das schließt den ÖPNV und anderes mit ein.  

Duderstadt mit Weltkulturerbe-Status

Wenn wir dann auf 2039 – in zwanzig Jahren – schauen, wäre das „50 Jahre danach“ – nach der Grenzöffnung ’89. Da sollten wir unsere Position als Deutschland-Mitte noch viel stärker ausgebaut haben. Ich sehe Duderstadt dann im Bereich Weltkulturerbe-Status für unsere Altstadt, eventuell gemeinsam mit dem Fachwerk-Fünfeck. Ich sehe Duderstadt im Weltnaturerbe am Grünen Band mit der Sielmann-Stiftung und ich sehe Duderstadt vor allem auch mit den entwickelten Arbeitsplätzen als ein attraktives Mittelzentrum mit ansprechenden und guten Angeboten vor Ort und im gesamten Umfeld. Dazu gehören auch universitäre Einrichtungen, Fachhochschulbereiche oder ähnliches am Standort Duderstadt. Das können Sie auch übersetzen auf andere standortunabhängige Einrichtungen. Duderstadt wird darüber hinaus nicht nur mit der Sielmann-Stiftung, sondern auch mit dem Grenzlandmuseum, mit Dora Nordhausen, mit Friedland, mit der Uni Göttingen, mit den Fachhochschulen, mit weiteren Bildungseinrichtungen wie zum Beispiel Goethe-Institut und anderen ein deutschland- und europapolitisches Angebot vorhalten, was Sie außer in Berlin an keiner zweiten Stelle in der Republik finden.

Wenn das in 20 Jahren alles so käme, wie Sie sich das wünschen, fällt dann eine Stadt wie Osterode oder wie Northeim hinten runter?

Nein, absolut nicht und unsere Nachbarn schlafen ja nicht. Es gibt bei uns allen schon ein regionalbezogenes Denken. Natürlich bei uns mit besonderem Herzblut und mit Heimatliebe für Duderstadt. Und wenn ich Duderstadt sage, meine ich immer mindestens den Altkreis, also auch Seeburg, Gieboldehausen und Rhumspringe.

Bei der Gelegenheit darf ich einen Zusatzaspekt anmerken: Wenn unsere 16 Bundesländer mal auf eine angemessene Zahl reduziert werden – und das ist ja in einem immer noch größer werdenden Europa sicher zwingend notwendig – dann sollten wir Eichsfelder wissen, wo wir bei dieser Ländergebietsreform mit unserem gesamten Eichsfeld hingehören. Das ist nicht rückwärts gewandte Eichsfeld-Tümelei, sondern für mich progressives nach vorne Denken. Duderstadt also nicht gegen, sondern mit unseren benachbarten Mittelzentren. Im regionalen Miteinander, und natürlich auch immer wieder in der Partnerschaft mit Universität, Klinikum und mit Wirtschaftspartnern wie Ottobock, Sartorius.  

 „Alles hat seine Zeit“

Gehen Sie mit Wehmut aus dem Amt?

Ich bin vor mehr als 57 Jahren zur Stadt gekommen, wohl wissend, dass alles seine Zeit hat. Und ich durfte ja miterleben, dass sich unsere Stadt und unsere Region verhältnismäßig gut entwickelt haben. Insofern freue ich mich, wenn ich dies „am Spielfeldrand“ interessiert weiter miterleben kann.  

Es gibt für die Bürger die Möglichkeit, sich von Ihnen zu verabschieden, und eine offizielle Abschiedsfeier. Gab es auch eine mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung?  

Natürlich, und sogar als ersten Teil des „Abschiedsreigens“ – im Ablauf ein auch mich sehr bewegender Nachmittag.

Ehrt Sie eine solche Resonanz?

Natürlich – aber auch da muss man Bodenhaftung behalten. Und man darf bei aller positiver Rückblende auch die über die Jahre kritischen Anmerkungen nicht vergessen.

„Sensibilität ist immer geblieben“

Wie sind Sie denn mit Kritik umgegangen? Souverän, oder gab es auch Kritik, die Ihnen persönlich zugesetzt hat?  

Wenn einer sagt, es macht mir überhaupt nichts aus, sagt er nicht die Wahrheit. Im Laufe der Zeit wird man allerdings stärker, auch in der Aufnahme kritischer Anmerkungen. Man geht anders damit um. Das lernt man schon, ohne dass ich jetzt sagen kann, dass mir über die Jahre ein dickes Fell gewachsen ist. Sensibilität ist immer geblieben. Und vor allem habe ich gelernt, besser mit der Position kritischer Bürger umzugehen.   

In welcher Form läuft die Amtsübergabe ab?

Es ist ein fließender Prozess. Unsere Bürgerinnen und Bürger haben Thorsten Feike zum Bürgermeister gewählt. Die selbstverständliche Aufgabe des amtierenden Bürgermeisters ist es insofern, die Schwerpunkte der Arbeit mit dem Nachfolger zu erörtern, ihn auch in Gesprächen zu diesem und jenem Thema die Informationen zu geben, die zu einer guten Übergabe gehören. Es geht im Ergebnis darum, auch hierbei die Zukunft für die Stadt und für die Region gut zu gestalten, im guten Miteinander.  

„Freue mich auf neue Begegnungsebene“

Wen oder was werden Sie als Ruheständler vermissen?

Da habe ich ja noch keine Erfahrung. Gucken wir einfach mal. Die Persönlichkeiten, mit denen ich in besonderer Weise verbunden bin, oder auch Mitarbeiter, Vereine, Verbände, die kirchlichen Vertreter – wir sehen uns auch weiterhin. Insofern freue ich mich jetzt auf die neue Begegnungsebene.  

30 Jahre Grenzöffnung, was hat das für Sie bedeutet?  

Für unsere Heimatregion und auch für mich persönlich das größte und intensivste Ereignis, das uns allerdings auch in der Nachwendezeit in erhebliche wirtschaftliche Probleme geführt hat. Die Zonenrandförderung ist zum 1.1.1994 ausgelaufen und wurde ersetzt durch eine „Höchstförderung Ost“. Im Mittelpunkt stand jedoch die Freiheit! Die grenzenlose Reisefreiheit, die Meinungsfreiheit. Trennung, Teilung, die Brutalität der Grenze – das alles war weg. Und wir sind jetzt gemeinsam in der Mitte Deutschlands, Europas. Mit ganz anderen Perspektiven.

Wenn wir regional denken, dann bieten sich hier im Eichsfeld, in unserer Region vielfältige Zukunftschancen. Und wo ist es wirklich schöner, attraktiver als hier bei uns? Wir haben auf fast allen Feldern tolle Perspektiven. Nehmen wir den Grundstückssektor mit Grundstücks- und Mietpreisen, von denen Frankfurter, Stuttgarter, Münchener, Berliner nur träumen. Wenn wir das noch offensiver vermitteln, werden wir sicher mehr Menschen begeistern können, sich hier dauerhaft anzusiedeln beziehungsweise ins Eichsfeld zurückzukehren.  

Viele Ämter und Funktionen hat ein Bürgermeister qua Amt. Gibt es ein Engagement, das Ihnen persönlich ganz besonders wichtig ist und am Herzen liegt?

Die Summe aller Aktivitäten, Ehrenämter und Netzwerke ist der Schlüssel für gute Stadtentwicklung. Das ist einfach so. Alle Glieder sind dabei gleich wichtig.  

Mehr Zeit für Familie und mehr

Was kommt denn nun?

Mehr Freiräume, weniger getaktet, Zeit für Familie, Freunde, für vieles andere mehr. Ich gehe davon aus, dass ich meinen Weg finde.  

Werden Sie loslassen können?

Ja, davon bin ich überzeugt. Mit Leserbriefen und Kommentaren zu aktuellen kommunalen Themen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu rechnen.

Was machen Sie an Ihrem ersten Tag als Pensionär außer an der „Keiner soll einsam sein“-Aktion dabei zu sein?

Mit der Familie wird gefrühstückt, dann werde ich mich sicher mit den Freunden aus Karthaus treffen, an der Spitze mit Bürgermeister Gregor Golunski und Roman Tuszynski vom Partnerschaftskomitee. Später werde ich bei der Aktion Keiner soll einsam sein „die Kelle schwingen“ und an Thorsten Feike übergeben, um dann bei Treffpunkt Stadtmarketing mit Hubertus Werner Duderstadt in ein noch besseres Licht zu rücken. Auch vor dem Hintergrund, dass mit Treffpunkt eine besondere Veranstaltungs- und Markttradition entwickelt wurde. Wenn andere Regionalität predigen – wir leben sie.

Sicher keine Kreuzfahrt

Welche Dinge wollen Sie sich denn jetzt vornehmen, die Sie als Bürgermeister nicht geschafft haben – große Reisen zum Beispiel, Hobbys?

Ich werde sicherlich nicht in absehbarer Zeit auf einem Kreuzfahrtschiff sitzen, sondern einfach Zeitungen und Bücher lesen, dann aber auch besonders Familie und Freundschaften intensiver leben. Mit dem Fahrrad und dem E-Bike die Region erkunden und aufräumen, sanieren, renovieren! Und dann werden natürlich Beziehungsorte wie Berlin genauso wie Hannover des Öfteren besucht. Daneben bleiben Themen wie Sielmann-Stiftung, Grenzlandmuseum …

Könnten Sie sich vorstellen, bei den nächsten Kommunalwahlen für den Rat oder Ortsrat anzutreten?   

Soll ich da wirklich drüber nachdenken?

Wolfgang Noltes Werdegang

Wolfgang Nolte wurde am 21. Mai 1947 im Duderstädter Krankenhaus St. Martini geboren. Er besuchte die Volksschulen in seinem Heimatort Tiftlingerode und in Duderstadt, anschließend das Gymnasium für Jungen.

Seine berufliche Laufbahn begann 1962 mit der Verwaltungsausbildung bei der Stadt Duderstadt. Er blieb der Stadt Duderstadt treu, stieg in leitende Positionen auf. Mit Ausscheiden seines Vorgängers im Amt, Karl Krukenberg, wurde Nolte 1988 vom Rat der Stadt Duderstadt erstmals zum Stadtdirektor gewählt. Im Jahr 2000 folgte die Wiederwahl.

2001 wurde in Niedersachsen die sogenannte Eingleisigkeit eingeführt, wobei Rats- und Verwaltungsspitze zusammengeführt wurden. 2001 wurde der CDU-Kandidat Wolfgang Nolte als hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Duderstadt gewählt, wiedergewählt wurde er 2006 und 2014.

In der CDU ist Nolte seit vielen Jahren. Weiterhin übt er in zahlreichen Stiftungen, Vereinen, Verbänden und Körperschaften verschiedene Ämter aus. Unter anderem ist er im Stiftungsrat der Heinz Sielmann Stiftung, im Präsidium des Niedersächsischen Städtetags, im Verbandsvorstand des Niedersächsischen Sparkassenverbands sowie Vorsitzender des Verwaltungsrates und Verbandsgeschäftsführer des Zweckverbands der Sparkasse Duderstadt, Vorsitzender im Aufsichtsrat der Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe, Geschäftsführer der Niedersächsischen Landesausstellung Natur im Städtebau (LNS), Vorstand im Landschaftsverband Südniedersachsen sowie Aufsichtsrat beim Energieunternehmen Harz Energie, Vorstandsmitglied beim Verein Grenzlandmuseum Eichsfeld und Kuratoriumsvorsitzender der Bürgerstiftung Duderstadt.

Anfang Februar 2019 verkündete Nolte, dass er seine Amtszeit vorzeitig beenden will. „Alles hat seine Zeit“, formulierte Nolte in seiner Erklärung, über die er zunächst die Mitglieder des Verwaltungsausschusses des Rates und anschließend auch öffentlich informiert hat. „Insofern steht mein Entschluss – auch wenn er mir nicht leicht gefallen ist – nach fünfjähriger Amtszeit in meiner jetzigen Wahlperiode die mir von unseren Bürgern übertragene Aufgabe zurückzugeben“.

Sein Nachfolger Thorsten Feike (FDP) wurde in der Stichwahl am 15. September mit 69,26 Prozent gewählt. Feike trat gegen den CDU-Kandidaten Stefan Koch an, der 30,74 Prozent der Stimmen erhielt.

Mehr rund um die Bürgermeisterwahl in Duderstadt gibt es auf der Tageblatt-Themenseite (gturl.de/dudwahl19).

Von Britta Eichner-Ramm

Thorsten Feike (FDP) tritt am 1. November seinen Dienst als neuer Bürgermeister der Stadt Duderstadt an. Unter anderem mit dem Angebot an die Bürger, ihn zu treffen, plant er seinen ersten Arbeitstag.

31.10.2019

Die Amtszeit von Wolfgang Nolte als Bürgermeister der Stadt Duderstadt ist zu Ende. Am Donnerstag ist er bei einem Festakt im Historischen Rathaus in Ruhestand verabschiedet worden. Freunde und Weggefährten waren dabei.

31.10.2019

Monatelang haben die elf Schauspieler geprobt, nun geht es auf die Bretter, die die Welt bedeuten: Mit der Inszenierung von „Krimi auf der Insel“ zeigt die Theatergruppe Mingerode ab Freitag, 1. November, ihr 26. Stück.

31.10.2019