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Duderstadt Grüne Oase oder Hundeklo?
Die Region Duderstadt Grüne Oase oder Hundeklo?
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19:27 03.09.2018
Der Clara-Gerlach-Garten in Duderstadt. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Der Clara-Gerlach-Garten soll wieder mehr in den Blickpunkt rücken. Er sei in den vergangenen Jahren etwas vernachlässigt worden, hatte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) kürzlich erklärt. Das sei eine Untertreibung, beschwerte sich ein Tageblatt-Leser per Brief. Der Garten sei von der Stadt in den vergangenen Jahren völlig vernachlässigt worden. „Der Garten ist schon besser geworden“, sagt hingegen Waltraud Hilz aus Rhumspringe. „Er sah schon schlimmer aus.“ Durch die Trockenheit in diesem Jahr sei er leider nicht so grün wie sonst, aber er sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. „Ich finde es schön, wenn es in der Stadt Grünflächen gibt.“ Sie richtet aber auch einen Appell an die Hundebesitzer. Diese sollten die Hinterlassenschaften ihrer Tiere mitnehmen.

Grünflächen erhalten

„Man sollte alle Grünflächen erhalten“, sagt die Duderstädterin Juliana Volkmar. Sie selbst nutze ihn nicht, komme aber immer auf ihrem Weg zur Arbeit daran vorbei. „Ich sehe, dass ihn ältere Leute aus dem Seniorenheim gern nutzen.“ Das sei ein zusätzlicher Grund, der dafür spreche, den Garten zu erhalten. Auch sie bemängelt, dass der Clara-Gerlach-Garten von sehr vielen Hundebesitzern zum Gassigehen genutzt werde, aber nicht alle die Haufen hinterher entsorgen.

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Klare Worte

„Das ist doch ein Hundeklo“, findet Yvonne Röschke klare Worte. Die Ergotherapeutin vom benachbarten Altenpflege- und Seniorenheim „Am Park“ erklärt, dass der Clara-Gerlach-Garten vom Heim eher wenig für die Freizeitgestaltung der Bewohner genutzt werde. Dafür habe das Heim ein eigenes kleines Parkgelände. Allerdings spazieren einige Bewohner durch die am Garten entlang führende Wiechenandgasse. Am Ende biete sich auch die Gelegenheit, mit dem Rollator in den Garten zu gelangen.

Wichtiges Grün

„Wir gehen ab und zu dorthin“, sagt Elisabeth Jünemann. „Man geht raus und ist gleich im Grünen“, ergänzt Christina Siebert. „Wir sitzen manchmal im Clara-Gerlach-Garten.“ Auf jeden Fall sollten die Bäume stehen bleiben, sagt Elisabeth Jünemann. Das Grün sei wichtig für die Luft in der Stadt. „Es reicht, dass im Nachbargarten gebaggert wird.“ Die Natur sei außer den historischen Mauern das Wertvolle in Duderstadt. Anders als in Göttingen sei in Duderstadts Innenstadt nicht alles zugemauert, verweist sie auch auf die Bäume in der Marktstraße.

Erweiterung geplant

An der Christian-Blank-Straße soll der Garten ein Stück verkleinert werden, erklärt Bauinvestor Volkmar Sommerfeld. Die Fläche in diesem Bereich werde die Zufahrt für die Tiefgarage sowie für die Feuerwehrzufahrt benötigt. „Der Eingriff dort soll so gestaltet werden, dass er nicht so groß auffällt“, erklärte Sommerfeld. Als Ausgleich für den Flächenverlust auf der Straßenseite ist vorgesehen, den Clara-Gerlach-Garten an der gegenüberliegenden Seite neben der Stadtmauer um die doppelte Fläche zu erweitern. „Derzeit warten wir noch auf die Baugenehmigung“, erklärte Sommerfeld. Bislang sei nur für die Archäologie ausgeschachtet worden. Die habe das Gelände unter anderem vermessen. Dabei sei noch ein weiterer historischer Graben zum Vorschein gekommen. Dieser sei etwa zehn Meter vor der historischen Stadtmauer verlaufen.

Enge Zusammenarbeit

Bisher habe es eine enge Zusammenarbeit mit der Landesdenkmalpflege gegeben, wie Sommerfeld berichtet. Er gehe davon aus, dass die Stadt Duderstadt die Baugenehmigung in den kommenden Wochen ausstellen werde. Die Planung für das gesamte Konzept habe das Landschaftsplaner-Büro von Christoph Schwahn aus Göttingen übernommen. „Das Konzept soll dann sogar bis in die Innenstadt weiterentwickelt werden.“

Von Rüdiger Franke

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