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Duderstadt Jahrestagung des Feuerwehrverbandes Duderstadt-Eichsfeld
Die Region Duderstadt Jahrestagung des Feuerwehrverbandes Duderstadt-Eichsfeld
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20:13 11.06.2014
Von Kuno Mahnkopf
Gut besucht: Verbandstag im Hotel Prinz im Holztal.
Gut besucht: Verbandstag im Hotel Prinz im Holztal. Quelle: Raabe/FW
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Hilkerode

Über eine „volle Bude“  freute sich CDU-Landtagsabgeordneter Lothar Koch in seinem Grußwort. Trotz des Fußball-Länderspiels gegen Armenien und besten Biergartenwetters  waren alle 185 Plätze im Saal des Hotels Prinz im Holztal mit Delegierten der 31 Ortswehren aus dem Verbandsgebiet und der Werkfeuerwehr Ottobock sowie geladenen Gästen besetzt.

Dazu gehörten auch der Präsident und der Vizepräsident des niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse und Jürgen Ehlers.

Mit Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen teilten Banse und Ehlers den Unmut über eine „aufgebauschte Berichterstattung“ zum aktuellen Bericht des  Landesrechnungshofes. Der hatte nach einer Prüfung in zwölf Gemeinden eine nur bedingte Einsatzbereitschaft der Wehren festgestellt.

Herausforderung Tagesalarmfähigkeit

Gerade im ländlichen Raum mit vielen Pendlern  ist die Tagesalarmfähigkeit eine Herausforderung. „Wir suchen kreative Möglichkeiten, den Grundschutz zu gewährleisten“, sagte Niesen. Als ein Beispiel nannte er die Integration der aufgelösten Ortswehr Stockhausen als Löschgruppe in Niedernjesa. „Probleme gibt es überall“.  Wir haben bereits reagiert und alarmieren zwei Wehren.“

Der Prüfungsbericht sei auch eine Chance, dass Kommunen nachbessern, meinte Banse. Zugleich betonte er, dass kein Gesetz vorsehe, dass eine Wehr in acht Minuten am Einsatzort sein müsse.  

In nur drei Minuten vor Ort war die Feuerwehr bei der Brandtragödie mit toten Kindern in Duderstadt. Hohen Respekt zollte Guido Schwarze von der Duderstädter Polizei den ehrenamtlichen Kräften für den „körperlich und psychisch extrem belastenden Einsatz“, Banse lobte das professionelle Vorgehen der Feuerwehr in diesem Fall, überbrachte den Dank des Landesverbandes Sachsen-Anhalt für Einsätze beim Elbe-Hochwasser und kritisierte Kürzungen beim Katastrophen- und Zivilschutz.

Von Sturmschaden bis Großbrand

„Wir hatten 2013 wieder das volle Programm – von Ölspuren über Sturmschäden und schwere Unfälle bis zu Großbränden“, sagte Verbandsvorsitzender Heinrich Marx in seinem Jahresbericht.

Auf Kreisebene stehe man wieder vor einer Beschaffungsphase, im Heißbrandcontainer in Potzwenden sei die Ausbildung angelaufen, Digitalfunk solle 2015 kommen, die gemeinsame Leitstelle von Polizei und Feuerwehr 2016, die Führungskräfte seien in Gesprächen mit Osterode, um für die Kreisfusion gewappnet zu sein.

Marx hielt auch Rückschau und Ausblick auf Veranstaltungen und Wettkämpfe. Die Entwicklung der Kinder- und Jugendwehren war ebenso Thema wie der Landesverbandstag in Cloppenburg samt der politischen Initiative „Löschangriff gegen Rechts“.

Rund 1140 Mitglieder in 32 Wehren

Der Feuerwehrverband Duderstadt-Eichsfeld, dessen Internetseite derzeit überarbeitet wird, hat rund 1140 Mitglieder in 32 Wehren. „Die Verbandsgeschichte ist eine urige Angelegenheit, eingebunden in die deutsche Geschichte“, merkte Koch an und freute sich, dass der Verband die Tradition des ehemaligen Landkreises Duderstadt aufrechterhalte.

„Die Bereitschaft, sich für die Gemeinschaft einzubringen, hat häufig eine soziologische Begründung“, sagte Koch mit Blick auf Feuerwehr-Familientraditionen wie in Hilkerode. „Gebe es Euch nicht, wären wir schlechter dran“, freute sich Ortsbürgermeisterin  Hiltrud Rust (CDU) über den Verbandstag in Hilkerode.

Der Ortsrat stehe in ständigem Dialog mit der vor 80 Jahren gegründeten Ortswehr und unterstütze den Antrag auf Sanierung des Feuerwehrhauses im Zuge des Dorferneuerungsprogramms.