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Duderstadt „Jeder zehnte Deutsche hat eine Osteoporose“
Die Region Duderstadt „Jeder zehnte Deutsche hat eine Osteoporose“
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18:46 11.03.2012
Präsentiert Vortrag mit Gesang: Christian Günther neben Vorsitzendem Heinrich Ahrens.
Präsentiert Vortrag mit Gesang: Christian Günther neben Vorsitzendem Heinrich Ahrens. Quelle: Walliser
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Duderstadt

„Jeder zehnte Deutsche hat eine Osteoporose“, berichtete Dr. Christian Günther. Günther ist leitender Arzt der oszeologischen Abteilung der orthopädischen Fachklinik Schwarzach. Die Hälfte der Fälle sei diagnostiziert. Von den 8,4 Millionen Betroffenen sind lediglich 23 Prozent in Behandlung, berichtete der Mediziner und verdeutlichte: „Das heißt, in Deutschland gibt es sechs Millionen unversorgte Osteoporosepatienten.“

Günther ließ an der Gesundheitspolitik und dem Verhalten der Krankenkassen kein gutes Haar. „In Deutschland muss man sich erst die Knochen brechen, bevor die Kasse die Knochendichtemessung bezahlt“, prangerte der Referent an, der auch an der Gesundheitsakademie Schmidbauer in Bad Birnbach tätig ist und in Kürze nach eigenen Angaben zum Patientenbeauftragten des Dachverbandes der Osteoporose-Fachgesellschaften gewählt wird.

Risikofaktoren sind unter anderem calciumarme Ernährung, Bewegungsmangel, Mangel an Sexualhormonen, familiäre Veranlagung, Untergewicht sowie Alkohol-, Nikotin- und Coffeinmissbrauch, sagte der Gast. Er animierte das Publikum zu Bewegungsübungen und würzte seine Ausführungen mit musikalischen Einlagen. Seinen Vortrag widmete der Referent dem Leipziger Thomanerchor, der 2012 sein 800-jähriges Bestehen feiert und am Sonnabend mit dem Bach-Preis der Stadt London ausgezeichnet worden ist. Günther, der im Freundeskreis des Chores engagiert ist, präsentierte seine „BACH-Regel“ der Osteoporose-Prävention: B steht für Bewegung aktivieren, A für Alkohol reduzieren, C für Calcium zuführen und H für Hormone ersetzen.

In Niedersachsen etwas Besonderes

Die niedersächsische Landesvorsitzende des Dachverbandes für Osteoporose-Selbsthilfegruppen, Ilse Neuhaus, sagte, dass die 68 Mitglieder zählende Duderstädter Gruppe „zumindest in Niedersachsen etwas Besonderes ist“. Während in anderen Gruppen die Mitglieder zumeist weiblich seien, habe es der erste Vorsitzende Heinrich Ahrens verstanden, Männer und Ehepaare fürs Mitwirken zu begeistern, „so dass eine gut gemischte Gruppe entstanden ist“.

Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) erinnerte daran, dass die Stadt vor einiger Zeit damit begonnen hat, die vor Ort tätigen Selbsthilfegruppen zu einem Danke ins Rathaus einzuladen. „Ich habe dazugelernt, dass wir auch im kommunalen Leben noch viel sensibler sein müssen bei der Einrichtung bestimmter neuer Gebäudlichkeiten, aber auch im Umgang untereinander.“

Von Axel Artmann