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Duderstadt Joris aus Hannover knackt die 900 000er-Marke
Die Region Duderstadt Joris aus Hannover knackt die 900 000er-Marke
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18:59 23.08.2011
Von Anne Eckermann
Bildband und ein Stück Original-Grenzzaun: Wolfgang Nolte und Ben Thustek begrüßen Joris Niehoff (v.l.) als 900 000. Besucher.
Bildband und ein Stück Original-Grenzzaun: Wolfgang Nolte und Ben Thustek begrüßen Joris Niehoff (v.l.) als 900 000. Besucher. Quelle: asg
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Der 13-Jährige gehört zu einer über 80-köpfigen Schülergruppe der St.-Ursula-Schule Hannover. Drei 8. Klassen verbringen eine Woche im Eichsfeld und besuchen neben Sielmann Stiftung und Grenzlandmuseum auch das Ursulinen-Kloster in Duderstadt. „Seit acht Jahren ist die Klassenfahrt ins Eichsfeld fester Bestandteil unseres Schullebens. Wir genießen die Zeit in Duderstadt und des Aufenthalt im Jugendgästehaus, entdecken die Geschichte der Ursulinen und besuchen die regionalen Attraktionen. Das Grenzlandmuseum gehört immer dazu. Das ist wirklich eine fantastische Einrichtung“, lobt Klassenlehrerin Dagmar Zimmermann.

„Als wir am 11. November 1995 das Museum eröffnet haben, wagten wir kaum in der 500000er Kategorie zu denken, jetzt ist die erste Besucher-Million in greifbare Nähe gerückt“, freuten sich Wolfgang Nolte, Paul Schneegans, Horst Dornieden und Ben Thustek vom Trägerverein des Museums, als sie Joris ein Stück des ehemaligen Grenzzauns sowie einen Bildband überreichten. „Für junge Menschen, wie ihr es seid, ist das Museum gedacht – als Informationsstätte, aber auch als Symbol für Frieden und Freiheit. Tretet ihr für Frieden und Freiheit ein, das ist mein ganz persönliches Anliegen“, bat Nolte die jungen Besucher aus der Landeshauptstadt.

Die Besucherehrung nutzten die Vertreter des Trägervereins gleich für ein weiteres Vorhaben: Im Beisein der Gäste wurde am Eingang das neue Europäische Kulturerbe-Siegel enthüllt, das der Einrichtung vor einigen Wochen verliehen worden war. Mit dem Siegel werden Stätten in Europa ausgezeichnet, die symbol- und beispielhaft für die europäische Einigung sowie für die Ideale und die Geschichte Europas und der Union stehen. Deutschland ist mit „Stätten der Reformation“ sowie dem Netzwerk „Eiserner Vorhang“ vertreten. Darin sind acht solcher Orte und Stätten miteinander verbunden, die symbolisch für Entstehung, Existenz und Überwindung von Mauer und Stacheldraht stehen – darunter auch das Grenzlandmuseum. „Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges ist die damalige Bedrohung gerade für jüngere Generationen ein kaum mehr fassbares Phänomen. Die mit dem Kulturerbe-Siegel ausgezeichneten Stätten des Eisernen Vorhangs helfen mit, dass die Erinnerung an die deutsch-deutsche und europäische Teilung, aber auch an ihre friedliche Überwindung wachgehalten wird“, hatte Niedersachsens Kultusminister und Präsident der Kultusministerkonferenz bei der Verleihung betont. Diese Aussage unterstrich auch Wolfgang Nolte gegenüber den Schülern: „Wir haben den Focus bei der Neukonzeptionierung des Museums absolut auf die nachfolgenden Generationen gelegt. Mit der modernen Präsentation haben wir unser Ziel erreicht. Da geht die Saat auf.“

Knapp 60 000 Gäste besuchen derzeit pro Jahr das Grenzlandmuseum. Spätestens in zwei Jahren wird dann auch die erste Besucher-Million geschafft sein.