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Duderstadt Jugendamt bezieht weitere Räume am Stadthaus
Die Region Duderstadt Jugendamt bezieht weitere Räume am Stadthaus
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18:08 18.09.2009
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Kein Verwaltungsbereich ist derart sensibel und konfliktträchtig wie das Jugendamt. Es gebe immer mehr Hinweise auf Kindeswohlgefährdung, die Fallzahlen hätten sich in den vergangenen Jahren verdreifacht bis vervierfacht, berichtete Jugendamtsleiter Hans-Joachim Rhode im Duderstädter Sozialausschuss nach einer Besichtigung der neuen Büroräume.

Vor sechs Jahren hat das Jugendamt die so genannte Thöne-Villa, Worbiser Straße 3, hinter dem Stadthaus bezogen. Seitdem ist die Zahl der Sozialdienststellen für den Altkreis und die Samtgemeinde Radolfshausen von zwei auf sieben angewachsen. Drei von ihnen sind jetzt in einem weiteren Nebengebäude, Worbiser Straße 9, untergebracht. In den neuen Räumen werden auch Sprechstunden für Pflegekinderdienst und Tagespflegebörse angeboten, Schulkoordinatorin Angelika Bartels-Zinn hat ein Büro bezogen. Der Betreuungsverein tagt hier ebenso wie die Beistände der Amtsvormundschaften.

Aufgaben übertragen

Frei geworden sind die Räume, da die Wohngeldstelle der Stadt nach dem Umzug des Hartz-IV-Fallmangements in die Industriestraße wieder in den Flur des Sozialamtes ziehen konnte. Zum Oktober werden auch die an den Kreis übertragene Hartz-IV-Leistungsbearbeitung sowie die Aufgaben für nicht erwerbsfähige Leistungsbezieher und Asylbewerber in die Industriestraße verlagert. Matthias Schenke (SPD) meldete Zweifel an der dortigen Raumkapazität an und nannte die Mischung unglücklich. „Es wird etwas leerer auf dem Flur des Sozialamtes“, merkte Fachbereichsleiter Helmut Bernd an.

Die enge Verzahnung und die Nähe des Jugendamtes zum Hauptgebäude der Stadt Duderstadt habe sich als hilfreich bewährt, betonte Rhode im Fachausschuss. Während die Zahl der stationären Fälle im Landkreis auf einen Sockel von rund 80 Heimkindern heruntergefahren worden sei, wachse der ambulante Bereich jährlich um ein Drittel: „Wo sie verantwortbar ist, hat Ambulanz Vorrang.“ Zurzeit gebe es rund 400 vom Sozialdienst und Familienhelferinnen betreute Fälle im Kreis Göttingen, grob ein Drittel davon im Altkreis Duderstadt. Der Schutzauftrag solle gesetzlich noch ausgeweitet werden, sagte Rhode, wies Kritik an vermeintlicher Untätigkeit des Jugendamtes zurück und räumte ein, dass Fehler in Einzelfällen nicht auszuschließen seien.

Von Kuno Mahnkopf

18.09.2009
18.09.2009
18.09.2009