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Duderstadt Jugendraum geschlossen
Die Region Duderstadt Jugendraum geschlossen
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00:11 23.04.2016
Von Axel Artmann
Stehen vor verschlossener Tür des Westeröder Jugendraums: Sissy Esseln, Till Bernhard und Jasna Sommerfeld (v.l.). Quelle: Niklas Richter
Westerode

„Wir haben hier jetzt nichts mehr“, sagt Sissy Esseln, die zusammen mit Till Bernhard, Jasna Sommerfeld und Nico Steffanski im Februar einen Jugendraumleiterkurs absolviert hat, um als nächste Generation die Verantwortung in dem Raum zu übernehmen. Die Jugendlichen wollten den rund 45 Quadratmeter großen, in den 1980er-Jahren eröffneten Raum mit viel Eigeninitiative modernisieren und einladender gestalten. „Die Sofas waren versifft, der Boden ist schwarz, sieht aus wie in einer Autowerkstatt“, nennt Esseln zwei Beispiele für Handlungsbedarf.

Für sie überraschend habe sich Sabine Tegtmeier vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Duderstadt in der vergangenen Woche bei ihr gemeldet und darum gebeten, die Schlüssel abzugeben, da der Raum geschlossen werden müsse. Dabei habe Tegtmeier unter anderem darauf verwiesen, dass es keine getrennten Damen- und Herrentoiletten gebe und die Elektrik nicht den Anforderungen genüge. Mit der Toilettensituation seien alle „super klar gekommen“, betont Bernhard für die Jugendlichen.

Bei einer Begehung durch Fachkräfte des Baubereichs der Stadt Duderstadt hätten diese festgestellt, dass noch „weitergehende Renovierungsarbeiten“ notwendig seien, erläutert Bettina Steinmetz, Leiterin des städtischen Fachbereichs Zentrale Verwaltung, Bildung und Soziales. Da Elektrokabel freiliegen würden, sei der Raum aus „sicherheitstechnischen Gründen“ geschlossen worden. Wann die Arbeiten beginnen, wie lange sie dauern und wann der Raum wieder geöffnet werden könne, stehe noch nicht fest.

Die Jugendlichen berichten, dass sie im Februar damit begonnen hätten, den Raum auszuräumen. Dass Sanierungsarbeiten notwendig seien, habe nach dem Absolvieren des Jugendraumleiterscheins ein Gespräch mit Westerodes Ortsbürgermeister Bernward Vollmer (CDU) deutlich gemacht, von einer Schließung sei zu dem Zeitpunkt aber nicht die Rede gewesen. Wäre der Raum nicht geschlossen worden, hätten die Jugendlichen in Kürze unter anderem damit beginnen wollen, Balken abzuschleifen, die Theke ab- und neu aufzubauen und Wände zu streichen.

Um ihre Pläne für die Neugestaltung des Raumes realisieren zu können, wollten die Jugendlichen Kontakt zu Unternehmen aufnehmen, um Unterstützung zu erhalten. „Ottobock hätten wir angefragt wegen Matratzen und bei Saenger Baustoffe hätten wir versucht, dass wir Palletten bekommen“, so Esseln. Hieraus sollten dann Sitzgelegenheiten entstehen. Die Rechnung für Farben hätten die Jugendlichen bei der Stadt einreichen können, sei ihnen signalisiert worden. Genutzt worden sei der täglich geöffnete Raum im Schnitt von zehn bis 20 Besuchern im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, bei Feiern seien es auch schon 50 gewesen, berichten die Jugendlichen.

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