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Duderstadt Jugendtreff statt Freizeitheim
Die Region Duderstadt Jugendtreff statt Freizeitheim
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18:18 07.12.2011
Von Kuno Mahnkopf
Posieren mit Jufi-Gängern: Bürgermeister Wolfgang Nolte, städtische Mitarbeiter und Helfer. Quelle: EF
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Duderstadt

Mit der Adaption der Abkürzung Jufi hat sich die Stadt lange schwer getan – auch wegen der klanglichen und assoziativen Nähe zum Göttinger Juzi (Jugendzentrum Innenstadt) als Hochburg der dortigen linksautonomen Szene. Jetzt hat sie sich aber doch von dem anachronistisch klingenden Freizeitheim verabschiedet und es in den griffiger klingenden Kinder- und Jugendtreff Jufi umbenannt. „Jufi spricht sich einfach besser, und das Wort Heim klingt auch nicht besonders attraktiv für junge Menschen“, meint Sabine Tegtmeyer, die mit Monika Stadermann und Günter Lutterberg im Team für die Einrichtung zuständig ist. Und so prangt jetzt über dem Eingangsbereich mit dem sprachspielerischen Anglizismus „Internet-c@fe 4 you“ ein neues Aushängeschild.

Bei dessen Gestaltung haben die Kinder und Jugendlichen nicht etwa einfach drauflosgemalt, sondern sich vorher viele Gedanken gemacht, sich mit Farbmustern und -deutungen befasst. Ausgewählt wurde schließlich als Hintergrundfarbe ein leuchtendes Hellgrün, das für Enthusiasmus stehen soll, als Komplementärfarbe für den Schriftzug Jufi ein dunkles Rot, das Kraft symbolisieren soll. Als lokalpatriotisches I-Tüpfelchen – in diesem Fall ein J-Tüpfelchen – fand auch der stilisierte Westerturm Aufnahme in den Entwurf. Das gedrehte Turmdach in den Regenbogenfarben als städtisches Logo wurde wie die Buchstaben mit Hilfe von Schablonen auf das Schild übertragen. „Das verbindende Element des Regenbogens ist seit vielen Jahren Philosophie des Jufis“, ergänzt Tegtmeyer. Und betont, dass bis Weihnachten Wunschzettel zu Aktionen und Workshops für 2012 im Jufi, das nach Mädchentagen inzwischen auch Jungentage eingeführt hat, abgegeben werden können.

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Aus der Taufe gehoben wurde das Jufi bereits 1980, die ehemalige Jugendherberge damals um einen Flachdach-Anbau ergänzt. Vor dem Krieg beherbergte das Gebäude eine Schule, in Kriegszeiten dann ein Lazarett. In der Halle des Jufis fanden in den vergangenen Jahren unter anderem Fußball-WM-Übertragungen und Rockkonzerte statt, auch Podiumsdiskussionen mit Landtagskandidaten hat es dort schon gegeben.