Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen Marihuanahandel
Die Region Duderstadt Zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen Marihuanahandel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:04 08.08.2019
Dem Amtsgericht Duderstadt ist der junge Mann kein Unbekannter. Das Gericht hatte ihn bereits zweimal wegen Körperverletzung verurteilt. Quelle: R
Anzeige
Duderstadt

Zu zwei Jahren Haft auf Bewährung hat das Amtsgericht Duderstadt am Donnerstag einen 24-Jährigen verurteilt, der 2017 erwerbsmäßig mit Marihuana gehandelt hat.

„Ich hatte Schulden bei Kollegen“, erklärte der Angeklagte dem Richter Michael Pietzek. Weil die meisten seiner Freunde Kiffer gewesen seien, sei er auf die Idee mit dem Drogenhandel gekommen. Im Januar 2017 fuhr der heute 24-Jährige, der nach eigenen Angaben selbst kein Marihuana raucht, demnach das erste Mal nach Hannover und kehrte mit 150 Gramm Marihuana zurück. Im März kaufte er weitere 500 Gramm. Den Stoff bunkerte er jeweils in einem abschließbaren Holzschrank. Der stand in einem Kellerraum im Haus eines Freundes. Dort, in der „Zentrale“, so der 24-Jährige, trafen sich die jungen Drogenkonsumenten regelmäßig.

Freund soll von nichts gewusst haben

„Den Schlüssel zum Haus habe ich Ende 2015 bekommen, als ich gegen den Willen meiner Eltern zuhause ausgezogen bin“, berichtete der Angeklagte. Der damals 20-Jährige war nach eigenen Angaben zwei, drei Wochen lang obdachlos und nutzte den Kellerraum zum Abstellen seiner Sachen. Der Freund habe nicht gewusst, dass dort später Drogen gelagert wurden, betonte der Angeklagte. Und: „Ich habe das Marihuana niemals im Haus des Freundes verkauft.“

Älterer Bruder baute Hanf an

Aufgeflogen ist der Drogenhandel durch die Festnahme des älteren Bruders im April 2017. Der hatte in Göttingen im Haus eines Bekannten Hanf angebaut. Weil im Laufe der Zeit immer mehr Personen davon erfuhren, suchte der ältere Bruder nach einem sicheren Ort für das Trocknen der Blütenstände. Er brachte seinen jüngeren Bruder dazu, ihm Zugang zum Haus des Freundes zu verschaffen. Der Freund wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. Der junge Mann duldete das. Der ältere Bruder gilt als gewalttätig. Auch der 24-jährige Angeklagte ist vom Amtsgericht Duderstadt bereits zweimal wegen schwerer Körperverletzung auf Bewährung verurteilt worden. Gegen Ende seiner Bewährungspflicht begann er mit dem Marihuanahandel.

„Arbeitshandy“ und Mitarbeiter

Die Polizei überwachte das Telefon des älteren Bruders. Der schöpfte Verdacht und sagte das dem Angeklagten. Dieser besorgte sich kurz darauf ein zweites Handy, über das er seinen Cannabishandel abwickelte. Dem Richter versicherte der junge Mann, dass das nichts mit seinem Bruder zu tun hätte. Der Angeklagte setzte mindestens einmal einen Helfer ein, als er eine Fahrt nach Düsseldorf unternahm. Er übergab dem Helfer eine bestimmte Menge Marihuana und das „Arbeitshandy“, damit dieser die Versorgung der Kunden übernehmen konnte.

Ein Kunde war noch nicht volljährig

Zu den Kunden des Angeklagten gehörte ein Handwerker, der zum Zeitpunkt der Tat gut 17 Jahre alt war. Der 24-Jährige konnte dem Gericht glaubhaft versichern, dass er über das Alter seines Kunden nicht informiert gewesen war. Er hat nach eigenen Angaben auch keinen Verdacht geschöpft, als der sich die Droge – in zwei Fällen jeweils 20 Gramm – mit dem Auto bringen lies. Viele Gleichaltrige hätten keinen Führerschein, so der Angeklagte. Gegen den jungen Kunden, der die Droge im Freundeskreis weitergegeben haben soll, ist nun ebenfalls ein Verfahren anhängig.

Vater eines Kleinkindes

Dass milde Urteil begründete der Richter damit, dass der Angeklagte mittlerweile in geordneten Verhältnissen lebt. Seit 2017 ist der 24-Jährige verheiratet. Die Frau war zu Beginn des Prozesses mit dem zweieinhalbjährigen Kind auf dem Arm dabei. Sie arbeitet. Er ist über eine Zeitarbeitsfirma sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Er muss nun 4400 Euro an die Drogenberatung der Caritas abstottern und die Prozesskosten tragen.

Von Michael Caspar

Ist eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch von sieben auf 19 Prozent, wie sie Agrarpolitiker der Grünen und er SPD vorschlagen, sinnvoll? Kann damit dem Tierwohl geholfen werden? Was sagen Landwirte und Fleischer in Südniedersachsen, was Tierschützer?

08.08.2019

In Hundeshagen hat am Mittwoch eine Sauna gebrannt. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen. Verletzt wurde niemand.

07.08.2019

Die „Eichsfelder Genussmanufaktur“ eröffnet am Sonnabend, 10. August, um 10 Uhr ihr Geschäft an der Alten Straße 25 in Hilkerode. Die Eröffnung ist mit einem Sommerfest verbunden.

07.08.2019