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Duderstadt Kartoffelfest zieht immer weitere Kreise
Die Region Duderstadt Kartoffelfest zieht immer weitere Kreise
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18:35 01.09.2019
Großes Gedränge: Alle wollen auf den Acker. Quelle: Kuno Mahnkopf
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Waake

Dicht gedrängt hat sich am Sonntag eine vierstellige Zahl an Besuchern beim traditionellen Kartoffelfest am Brothof Waake zwischen Ferkeln, Biergarnituren und Versorgungsständen durchgeschoben. Das Fest zur Erntezeit hat eine lange Tradition und inzwischen den Charakter eines alternativen Volksfestes. Kreidepfeile weisen den Weg vom Bioladen an der Ortsdurchfahrt zum Biohof-Gelände. Das ganze Dorf ist auf den Beinen, die Öko-Szene aus dem Umland sowieso, die Zahl der Besucher steigt von Jahr zu Jahr.

Live-Musik, Begegnungen und Bio-Produkte am Brothof Waake

Das bestätigt die für den Brothof-Laden zuständige Mitbetreiberin Cornelia Lohrberg, während sie auf der Wiese in einer frei stehenden Badewanne sitzt und ihre „Kunst unterm Kirschbaum“ präsentiert. Mit der Malerei hat sie vor fünf Jahren begonnen. Erst waren es Tierbilder auf Struktur stiftenden Spanplatten, die jüngste Serie besteht aus Aktbildern. Kunsthandwerk gibt es gleich an mehreren Ständen zu sehen. Kunstschmied Hans-Arno Poppen aus Renshausen ist zum ersten Mal hier, andere sind es schon seit Jahren. Die Töpferei Hasenwinkel ist ebenso vertreten wie Anbieter von handgemachtem Schmuck und Holzarbeiten oder Direktvermarkter wie der örtliche Imker Jürgen Reineke.

Kinder-Aktionen und Live-Musik

Überall wuseln Kinder herum, toben auf der Heu-Hüpfburg, streicheln Ferkel und Ziegen, lassen sich Tiergesichter schminken, vergnügen sich auf einer Rollenbahn, mit Riesen-Seifenblasen oder Dosenwerfen. Ein Highlight ist der sehnlich erwartete Trecker, der stündlich vom Bioladen zum Kartoffelacker durchstartet. Dort können Kinder und ihre Eltern selbst Kartoffeln sammeln.

Kartoffeln gibt es bei dem Fest in allen Varianten: Bratkartoffeln vom Schwenkgrill, als Pommes, Pizza, Ofenkartoffeln, Kartoffelsalat und Kartoffelpuffer – dazu Biobier und vegane Limo, für Nicht-Vegetarier und Flexitarier Bio-Fleisch. Die Schlange am Pufferstand ist lang, durchgehend Hochbetrieb herrscht bei der Geschirrabgabe. Für Live-Musik und chillige Atmosphäre sorgt nachmittags das Duo Rumpus Rooty mit eingängigen Folk-, Rock- und Popsongs, abends die Reggae-Band Yoyo – ein Eigengewächs der Region wie das vom Bioland-Betrieb angebaute Getreide und Gemüse. Gefragt sind auch die Bio-Eier. Zu den beiden Hühner-Mobilen, die von Huhn + Ei übernommen wurden, ist mittlerweile en drittes hinzugekommen.

Der von Johann von Grafenstein-Lohrberg vor 33 Jahren gegründete Brothof Waake ist in drei Betriebszweige aufgeteilt: In der Landwirtschaft und der Backstube mit holzbefeuerten Steinöfen arbeiten jeweils fünf, im Bioladen – einem der ersten in der Region – neun Mitarbeiter. Weitere beschicken die Wochenmärkte in der Region. Der Verkauf war lange Jahre direkt am Hof angesiedelt, berichtet Lohrberg. 2007 sei der Bioladen dann in die ehemalige Sparkassen-Filiale an der Ortsdurchfahrt umgezogen. Der Kundenkreis reiche vom Harz bis Göttingen. „Die Befürchtung, dass das Ladengeschäft nach dem Bau der Umgehung einbrechen würde, hat sich nicht bestätigt“, sagt Lohrberg: „Erstaunlicherweise sind es sogar mehr Kunden geworden.“

Hoher organisatorischer Aufwand

Die jährlichen Kartoffelfeste seien mit hohem organisatorischen Aufwand verbunden und ohne viele freiwillige Helfer nicht machbar, sagt Lohrberg: „Im vergangenen Jahr haben wir an die Helfer und ihre Kinder 100 T-Shirts verteilt.“ Die Shirts mit dem Brothof-Logo, einem stilisierten Gockel, sind auch in diesem Jahr allgegenwärtig.

„Wir sind zum zweiten Mal hier, das Fest ist ideal für einen Sonntagsausflug“, heißt es bei Familie Hofmann aus Ellierode, die die Brot-Qualität schätzt. „Das beste Brot überhaupt“, pflichtet Stammgast Stephanie Görres bei, die in Nörten wohnt: „Ich schaue hier immer vorbei, wenn ich in den Ort komme.“

Von Kuno Mahnkopf

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