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Duderstadt Keine Bewerber für Gastronomie im Niedersachsenhof Gieboldehausen
Die Region Duderstadt Keine Bewerber für Gastronomie im Niedersachsenhof Gieboldehausen
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18:19 29.10.2013
Von Kuno Mahnkopf
Zurzeit geschlossen: Betriebsferien-Schild am Niedersachsenhof. Quelle: Lüder
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Gieboldehausen

Es sei unverzichtbar und notwendig, alle Möglichkeiten zu prüfen und erst dann Entscheidungen zu treffen, sagt Wolfram Döring (FW) im Namen der Gruppe, die im Flecken die Ratsmehrheit bildet: „Der Königsweg, einen Käufer zu finden, der den Gastronomie- und Hotelbetrieb in seiner jetzigen Form weiter betreibt, wäre wünschenswert gewesen, bleibt jedoch unwahrscheinlich. Aktuelle Bewerber gibt es nicht.“

Populistische Bemerkungen und Emotionen würden bei einer Lösungsfindung nicht helfen, hält Döring den Verkaufsgegnern entgegen und fordert eine Versachlichung des Abwägungsprozesses. Rhumspringe mit seinem Schwimmbad habe dem Flecken vorgemacht, wie man kulturelle und wirtschaftliche Belange unter einen Hut bringen könne.

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Der jetzige Rat müsse eine Lösung für Probleme finden, die in der Vergangenheit liegen. Obwohl die wirtschaftliche Lage des Niedersachsenhofes von 2003 bis 2007 nicht zufriedenstellend gewesen sei, habe die Gemeinde mehr als 300 000 Euro in einen Anbau für sieben Hotelzimmer investiert: „Blauäugig hat man sich vom Pächter und dessen Berater in die Irre führen lassen.“

Schon damals hätten Vereine und Bürger auf die unbefriedigende Situation hingewiesen, der Pächter habe im Dezember 2011 bestätigt, dass rund 95 Prozent des Umsatzes mit auswärtigen Gästen erwirtschaftet werde, teilt die Gruppe mit und verweist auf fehlende Akzeptanz der Gieboldehäuser: „Unterlassene Maßnahmen sowie das schlechte Image vor Ort waren und sind letztendlich auch die Konsequenz des heutigen Leerstandes.“

Ratsmehrheit favorisiert Verkauf

Döring führt auch die ausstehenden Pachtzahlungen dieses Jahres und den bis 2018 gültigen Pachtvertrag an. Falls kein neuer Pächter gefunden werde oder ein Verkauf politisch nicht durchsetzbar sei, könnte dem Flecken dadurch ein Pachtverlust von mehr als 250 000 Euro entstehen.

Hinzu kämen jährlich anteilige Nebenkosten in Höhe von 20 000 Euro, mit denen die Gemeinde den Pächter seit 2008 unterstütze. Neben den gegenwärtigen Schulden in Höhe von rund 200 000 Euro sei in naher Zukunft ein Investitionsstau für Heizungserneuerung, energetische Sanierung, Saal und Dach in Höhe von rund 300 000 Euro zu berücksichtigen: „Sind derart hohe Investionen für wenige Großveranstaltungen gegenüber hohen Schulden, maroden Straßen und zum Teil schlechter Infrastruktur zu rechtfertigen?“.

Dem gegenüber stehe das Kaufangebot der Part AG, die als Investor Interesse an einem Neubau für den Standortwechsel des Rewe-Marktes in der Knickgasse an die Bundesstraße habe. Der Investor sei dem Flecken sehr entgegengekommen und habe bereits im April den Erhalt des kleinen Angers als Festplatz berücksichtigt, sagt Döring.

In den vergangenen Wochen seien mit Halbwahrheiten Politik gemacht und die Bürger verunsichert worden, moniert die Mehrheitsgruppe. Veranstaltungen wie Schützenfest, Lutzeball und Motorrad-Reisetreffen könnten vertraglich gewährleistet werden und weiterhin am bisherigen Ort stattfinden. Und ein ortsnaher Lebensmittelmarkt habe Bestand.