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Duderstadt Keine zusätzliche Ermäßigung im Freibad Duderstadt
Die Region Duderstadt Keine zusätzliche Ermäßigung im Freibad Duderstadt
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09:00 27.07.2019
Aufreger für einen Mutter: Im Freibad in Duderstadt hat sie keine Ermäßigung für ihr schwerbehindertes Kind bekommen. Quelle: Foto: Franke
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Duderstadt

Das neunjährige Mädchen sitzt im Rollstuhl, erzählt die Mutter (Name der Redaktion bekannt). Das Mädchen sei an einer seltenen Stoffwechselkrankheit erkrankt, von der nur maximal 15 Menschen auf der Welt betroffen seien. Das Kind sei auf eine Betreuung angewiesen, könne allein nichts machen.

Keine weiteren Beschwerden

„Viele Behinderte nutzen das Bad“, erklärt Markus Kuhlmann, Geschäftsführer der Eichsfelder Blockheizkraft- und Bädergesellschaft (EBB). Bislang seien keine anderen Beschwerden gekommen. Die Einrichtung sei barrierefrei ausgebaut und biete auch eine Behinderten-Toilette. Es gebe zwar keine Hebeanlage am Becken, aber „wir helfen den Leuten auch persönlich ins Wasser, wenn sie uns ansprechen“. Der Familie sei eine Gruppenkarte vorgeschlagen worden. Die gelte als Saisonkarte für bis zu zwei Erwachsene und drei Kinder bis zu 15 Jahren. Ansonsten gelte für das Kind der ermäßigte Kinderpreis.

Integration

„Wir nehmen unser Kind mit, weil wir es integrieren wollen“, sagt die Mutter. Am Ende liege es im Freibad aber nur auf der Decke und könne nichts machen. „Wofür hat es dann Eintritt bezahlt?“ Die Mutter verweist auf das Kino in der Feilenfabrik. Dort gebe es eine Ermäßigung und extra Plätze für Rollstuhlfahrer, wenn auch aus baulichen Gründen nicht in allen Sälen. Aber das erwarte sie auch gar nicht.

Keine Pauschalermäßigung

Wie sieht die Situation in anderen Einrichtungen aus? Bei Besichtigungen der städtischen Tourismusangebote in Duderstadt gibt es ebenfalls keine pauschalen Ermäßigungen für Behinderte. „Im Rathaus und im Westerturm-Ensemble haben wir das nicht“, sagt Christian Zöpfgen, Leiter des Fachdienstes Tourismus der Stadt Duderstadt. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. „Das Dachgeschoss und der Keller sind aus bauhistorischen Gründen nicht wie der Rest des Hauses barrierefrei zu erreichen.“ Das mindere den Erlebniswert zum Beispiel für Rollstuhlfahrer, weshalb diese nur den halben Preis zahlen. Im Westerturm können Rollstuhlfahrer nur das Erdgeschoss besichtigen. „Deshalb kommen sie dort kostenlos rein.“

Grundangebot

„Bei uns zahlen Menschen mit Behinderung ab einem Grad der Behinderung von 70 Prozent den ermäßigten Eintritt“, erklärt Amray Habermann aus dem Sekretariat der Göttinger Sport- und Freizeitgesellschaft (GoeSF). Die GoeSF betreut das Badeparadies Eiswiese sowie die Freibäder am Brauweg, in Grone und in Weende. Sollte eine Begleitperson erforderlich sein, erhalte diese freien Eintritt. Der ermäßigte Eintritt in der Eiswiese beschränke sich aber auf die Schwimmhalle, so Habermann. Damit sei ein Grundangebot geschaffen worden. Auf Zusatzangebote wie Solebad und Saunawelt werde keine Ermäßigung gewährt.

Fester Preis

Auch bei Sportveranstaltungen gibt es in Göttingen eine Ermäßigung für Behinderte. Ein Beispiel sind die Bundesliga-Basketballer der BG Göttingen. „Für Rollstuhlfahrer haben wir einen festen Preis“, sagt Jonas Friedrich, Ticketing-Manager bei den Veilchen. „Die Dauerkarte kostet so viel wie eine ermäßigte Stehplatzkarte.“ Die Begleitperson komme immer kostenlos in die Halle. Allerdings können diese Karten nicht online gekauft werden. „Das geht nur in der Geschäftsstelle.“ Die Kunden müssten ihren Ausweis vorzeigen, da dort ein B vermerkt ist, wenn eine Begleitperson benötigt wird. „Das lässt sich online leider nicht lösen.“

Wie sind Ihre Erfahrungen im Landkreis Göttingen? Den Autor erreichen Sie unter r.franke@eichsfelder-tageblatt.de

Was verrät ein Schwerbehindertenausweis?

Menschen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent können einen so genannten Schwerbehindertenausweis beantragen, mit dem sie ihr Handicap nachweisen können. Darauf ist zum einen der Grad der Behinderung in Prozent vermerkt. Und zum anderen folgt eine Erläuterung für das Handicap und die daraus resultieren Nachteilsausgleiche. Ein „G“ bedeutet, dass die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich eingeschränkt ist. „aG“ verweist auf eine außergewöhnliche Gehbehinderung. „H“ steht für hilflos, „Bl“ für blind, „Gl“ für gehörlos und „TBl“ für taubblind. Mit einem „B“ wird die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson nachgewiesen. „RF“ ermöglicht auf Antrag die Ermäßigung des Rundfunkbeitrags um zwei Drittel. Darüber hinaus können die Besitzer des Ausweises eine Wertmarke bekommen, die bei den Merkzeichen „H“ und „Bl“ kostenfrei sowie bei „G“, „aG“, „H“, „Bl“ oder „Gl“ zu einem günstigen Preis ausgegeben werden. Der Ausweis ist bis zu fünf Jahre gültig und muss jeweils verlängert werden. In Ausnahmefällen gibt es ihn aber auch mit einer unbefristeten Gültigkeit.

Von Rüdiger Franke

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