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Duderstadt Erste Hilfe leisten kann jeder
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00:17 28.07.2016
Verbände anlegen will geübt sein.
Verbände anlegen will geübt sein. Quelle: AIB
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Duderstadt

Zur Einführung ging es um die Theorie: Wo bestehen Verletzungsgefahren und was kann auch ein Kind tun, wenn jemand Hilfe braucht? Die beiden jungen Malteser - Walther (18) ist Einsatzsanitäterin und Vogel (20) macht sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Rettungsdienst - haben zusammen mit den Kindern eine Liste mit Bildern und Stichpunkten erarbeitet. Die zeigte: Unfälle können auch zu Hause passieren, man kann sich zum Beispiel an der Herdplatte verbrennen oder stürzen.

Erster Tipp der beiden Malteser: Um Hilfe rufen! Das wurde geübt. „Die Kinder trauen sich, richtig loszubrüllen. Bei Kursen mit Erwachsenen ist das anders, die sind erst Mal vorsichtig beim Hilferuf“, hat Vogel festgestellt. Er betont, dass Kindern durch altersgerechte Erste-Hilfe-Kurse früh die Hemmschwelle genommen wird, bei Unfällen zu helfen, indem sie einen Erwachsenen rufen oder den Notruf absetzen. Und der Besuch im Rettungswagen nehme die Angst vor solchen Fahrzeugen mit Blaulicht, Martinshorn und Einsatzkräften in Schutzanzügen.

Zur Theorie gehörten auch allgemeine anatomische Kenntnisse. „Es ist interessant, zu sehen wie der Körper aufgebaut ist“, meinte Teilnehmerin Linn. An einer lebensgroßen Puppe konnte auch die Lage der Organe gezeigt werden. „Und damit nicht alles herausfällt, haben wir Haut und Knochen“, erklärte Vogel. Nach der Theorie durfte praktisch geübt werden. Jedes Kind wurde mit Verbandszeug ausgestattet, und in Zweiergruppen wurden erst die Kompressen, dann die Binden um Köpfe, Arme und Beine angelegt. „Ich finde es wichtig zu helfen. Vielleicht werde ich mal Rettungssanitäter“, sagte Joris, der mit seinem Bruder Leo zum Kurs gekommen war.

„Je früher Kinder die Gelegenheit haben, einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, desto besser“, sagte Vogel. Selbst bei vielen Erwachsenen sei zu beobachten, dass sie nicht anhalten und helfen, wenn sie einen Unfall sehen. „Notfälle kommen immer im falschen Moment. Einer meint, keine Zeit zu haben und fährt weiter, ein anderer denkt, der nach ihm würde bestimmt anhalten und schiebt die Verantwortung weiter, manche ertragen den Anblick von Blut nicht“, nennt Vogel Beispiele. Dabei könne zumindest mit einem Notruf jeder helfen.