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Duderstadt Hasengrube in Gerblingerode eröffnet
Die Region Duderstadt Hasengrube in Gerblingerode eröffnet
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15:04 24.08.2018
Kindergruppe in der Hasengrube in Gerblingerode
Kindergruppe in der Hasengrube in Gerblingerode Quelle: r
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Gerblingerode

„Wir sind ganz stolz, dass wir heute hier stehen können, um zu feiern“, begrüßte Nicoletta Förster die Gäste am Donnerstag zur offiziellen Eröffnung. Zum Auftakt sangen die drei Frauen das Lied „Kinder (Sind so kleine Hände)“ von Bettina Wegener. „Wie im Lied gehört, sind Kinder wertvoll und wunderbar“, sagte Förster, „aber auch zerbrechlich und für Eltern das Wichtigste auf der Welt.“ Deshalb benötige man für die Betreuung ein gutes Team. „Wir Schwestern verstehen uns fast ohne Worte“, sagte die Erzieherin. Und mit Birgit Weigel hätten sie jemanden auf der gleichen Wellenlänge gefunden.

„Es war schon immer unser Traum“

„Es war immer schon unser Traum, uns selbstständig zu machen“, sagte Förster. Ihre Schwester Karina Klie ergänzte, dass es umso schöner sei, dass der Traum noch rechtzeitig zum neuen Kindergartenjahr am 1. August beginnen konnte. Das sei schon eine sportliche Aufgabe gewesen, denn erst am 5. Juni bekamen sie die Schlüssel für das ehemalige Sparkassengebäude. Dadurch, dass sich das Haus im Familienbesitz befinde, haben sie ihre Ideen komplett ausleben können, ohne jemanden fragen zu müssen. Deshalb sei die Kindergroßtagespflege individuell eingerichtet. „Wir wollten etwas kindgerechtes, das eine Botschaft transportiert“, sagte Klie.

Bilder aus der Hasengrube:

Die Kindergroßtagespflege Hasengrube in Gerblingerode hat am 1. August 2018 ihren Betrieb aufgenommen. Rund drei Wochen später erfolgte die offizielle Eröffnung.

Zwischen Höhle und Fühlpfad

„Wir sehen die Hasengrube als etwas Beschützendes.“ Es gebe nichts von der Stange. So können die Kinder unter anderen in einer Höhle Zuflucht suchen, in einem Häuschen mit Küche spielen, einen Fühlpfad hochkrabbeln zu einer Hochebene unter einem Baum und vieles mehr. Zum Schlafen haben sie die Wahl zwischen einem großen Bett für viele Kinder und kleinen Körbchen. „Wir sind aber noch lange nicht fertig“, sagte Klie. „Es wächst noch jeden Tag.“ Insgesamt stehen den Kindern 114 Quadratmeter plus Außenflächen zur Verfügung.

Altersgerechte Einrichtung

Die altersgerechte Einrichtung lobte Claudia Klingebiel, Fachberaterin beim Landkreis Göttingen. „Hier können sich die Kinder gut entwickeln.“ Es sei die sechste Großtagespflege in Duderstadt. Zuvor seien drei Einrichtungen in der Stadt sowie je eine in Desingerode und Brochthausen eröffnet worden. Insgesamt werden in Duderstadt 113 Kinder durch 36 aktive Tagespflegepersonen betreut. Neun Kinder kommen bereits in die Hasengrube. Mit den weiteren abgeschlossenen Verträgen sei die Kapazität im Dezember ausgeschöpft, berichtete Klie.

Eröffnung der Kindergroßtagespflege Hasengrube in Gerblingerode Quelle: Rüdiger Franke

Betreuung flexibel gestalten

„Ich freue mich, bei der Eröffnung Ihres Traums dabei zu sein“, sagte Kreisrat Marcel Riethig. In einem afrikanischen Sprichwort heiße es: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Das treffe für die Hasengrube auch zu, denn bei der Einrichtung seien von der Familie über die Kommune bis zur Kirche alle einbezogen worden. In der heutigen Zeit müsse Kinderbetreuung sehr flexibel gestaltet werden. Seien in den 70er-Jahren Kinder erst viel später in die Betreuung gekommen und meist mittags von der Mutter abgeholt worden, arbeiten heute meist beide Elternteile.

Zusätzlicher Mitarbeiter

„Kinder sind unsere Zukunft“, bekräftigte Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte. Umso schöner sei es, dass es in der ehemaligen Sparkassenfiliale eine solche Nachnutzung gebe. Viele Gerblingeröder vermissen die Sparkasse schon, ergänzte Ortsbürgermeister Dieter Thriene. Doch die neue Nutzung sei eine gute und notwendige Ergänzung des bestehenden Angebotes mit dem Kindergarten und Tagesmüttern im Ort. „Ich bin zufrieden, dass aus der Geldgrube eine Hasengrube geworden ist“, sagte auch Sparkassenvorstand Uwe Hacke. Er hatte ein Riesen-Plüschtier als „zusätzlichen Mitarbeiter“ mitgebracht.

Von Rüdiger Franke