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Duderstadt Zeiger der Kirchturmuhren abmontiert
Die Region Duderstadt Zeiger der Kirchturmuhren abmontiert
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20:10 07.10.2019
Die Zeiger der Turmuhren an der Duderstädter Kirche St. Servatius sind von Reinhard Müller zur Reparatur ausgebaut worden. Mit dem Kran nach oben befördert wurde der Mitarbeiter der Firma Hörz von Tolga Bozdemir vom Duderstädter Unternehmen Koch. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Mancher mag sich beim Blick auf die Turmuhren von St. Servatius derzeit wundern. Die Uhrzeit ist dort nämlich seit Montagmorgen nicht mehr abzulesen. Die Zeiger wurden abmontiert. Nach Reparatur der Uhrentechnik soll die St.-Servatius-Kirche an der Marktstraße dann wieder korrekt anzeigen, wie spät es ist.

Genau das war in den vergangenen Jahren zum Leidwesen mancher Duderstädter nicht möglich. Unter anderem aufgrund von Unwuchten der Zeiger wiesen die vier Turmuhren an allen vier Himmelsrichtungen unterschiedliche Uhrzeiten auf. Die korrekte Zeit wurde dabei um mehrere Minuten verfehlt. Bisherige Reparaturversuche brachten nicht den gewünschten Erfolg, wie der frühere Pastor an St. Servatius, Karl Wurm, bestätigt. „Die Uhren gingen seit Ewigkeiten falsch“, sagte er und schätzt, dass das bestimmt schon vor zehn Jahren gemacht werden sollte.

Die Zeiger der vier Turmuhren sind am Montagvormittag abgenommen worden. Sie werden repariert.

„Wir haben schon oft darüber diskutiert, wie wir es hinbekommen“, berichtet Ekkehard Loest vom Kirchenvorstand, dass alle vier Uhren gleichzeitig korrekt laufen. Bislang war für die Reparatur aber nicht genügend Geld vorhanden, erinnert sich Wurm. Und auch sei unklar gewesen, inwieweit die Stadt Duderstadt für die Unterhaltung der Kirchtürme zuständig ist und ihren Anteil an der Finanzierung beisteuern müsse. Es gebe einen alten Vertrag, wonach die Stadt für ihre Türme zuständig sei, berichten Loest und Wurm.

Demontage der Zeiger im Videoclip

Auch im gerade erst erschienenen Buch „Duderstädter Kirchtürme“, das der Förderkreis für Denkmal- und Stadtbildpflege herausgegeben hat, ist von dem mittelalterlichen Vertrag die Rede. Und in der Tat komme die Stadtverwaltung aufgrund dessen ihrer Verkehrssicherungspflicht bei den Kirchtürmen der Stadt nach, heißt es aus der Bauverwaltung der Stadt.

VR-Stiftung unterstützt Reparatur

Nun wurde vom Kirchenvorstand ein Angebot für die Instandsetzung der Turmuhren eingeholt, so Loest. Die Firma Hörz aus Bayern, mit der die Kirchengemeinde ohnehin einen Wartungsvertrag habe, erhielt den Auftrag. Ein Großteil der Kosten für die Reparatur könne dank der Unterstützung der VR-Stiftung der VR-Bank Mitte finanziert werden, freut sich Loest. Die Kirchengemeinde werde darüber hinaus einen Antrag an den Ortsrat Duderstadt stellen, um die Restsumme abzudecken.

In etwa vier bis sechs Wochen sollen Zeiger und Uhren wieder im Turm der St.-Servatius-Kirche eingebaut werden. Dann sei auch eine feierliche Übergabe geplant, kündigt Pfarramtssekretärin Beate Conrady an.

Zeiger nicht ausbalanciert

Der Kirchturm der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde samt seiner Uhren ist Reinhard Müller von der Firma Hörz aus Bayern bekannt. Aufgrund des Wartungsvertrages hat er das Innere des Turms schon häufig betreten, um die Uhren in Gang zu halten. Meist liefen die Zeiger nach seinen Besuchen eine kurze Zeit dann auch korrekt, doch nicht selten sei am folgenden Tag schon wieder ein bis zwei Minuten Differenz zu beobachten gewesen. „Der Antrieb ist in Ordnung, aber die Zeiger sind nicht mehr ausbalanciert“, erklärt Müller das Problem. An einem der Zeiger fehlt zum Beispiel eine Platte, die das Gegengewicht reguliert.

Für die Demontage der Zeiger der Turmuhren in rund 20 Metern Höhe nutzte Müller am Montag den Kran des Duderstädter Unternehmens Koch, dessen Mitarbeiter Tolga Bozdemir die Arbeitsbühne hinauf in Position steuerte. An der Nordseite des Turms bereitete zunächst der Stundenzeiger Probleme. Aufgrund von Rost ließ dieser sich nicht einfach lösen, weshalb Müller mit einer großen Zange nachhelfen musste.

Blattgold überstrichen

Loest und Conradi nutzten die Gelegenheit, die Zeiger der Turmuhren genauer in Augenschein zu nehmen. Ursprünglich waren die Zeiger mit Blattgold vergoldet. Davon ist inzwischen aber kaum mehr etwas zu sehen, denn die etwa acht Kilogramm schweren Metallzeiger wurden im Zuge der Außensanierung der Kirche in den Jahren 2009 bis 2011 überstrichen – „nicht besonders gut“, wie Müller am Montag feststellte.

Nachdem alle acht Zeiger abmontiert waren, baute Müller noch im Turminnern die Uhrenmechanik aus. Auch diese wird instand gesetzt. Die Turmuhren von St. Servatius werden elektrisch angetrieben und bekommen minütlich einen Impuls über eine digital gesteuerte Funkuhr im Kirchenraum.

St.-Servatius-Kirche

Die St.-Servatius-Kirche in Duderstadt ist von etwa 1370 bos 1520 in der Zeit der Spätgotik erbaut worden. Bei einem Brand 1915 wurden weite Teile des Kirchturms und des Kirchenschiffes zerstört. Der Turm wurde zunächst mit einem provisorischen Flachdach versehen, wenige Jahre später wurde der Turm wieder aufgebaut. Heute zeichnet sich der Turm durch seine spitzbogigen, schmalen und langen Lanzettfenster und den expressionistischen, mit Schiefer gedeckten Turmhelm aus. Die erste zuverlässige Zeitanzeige stammte aus der Zeit um 1550. Das Zifferblatt zeigte nach Osten in die Marktstraße. In späteren Jahren wurden die Uhren mehrfach instand gesetzt. 1866 baute Uhrmacher Hackethal ein neues Uhrwerk ein, das beim Brand von 1915 jedoch zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau von Kirche (1917) und Turm (1928) wurde 1936 eine neue Turmuhr eingebaut – mit vier Zeigerwerken und vergoldeten Zeigern. Die aktuelle Uhr wurde 1975 eingebaut.

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/9499712.

Von Britta Eichner-Ramm

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