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Duderstadt Kleine Trachtenkunde zum Oktoberfest
Die Region Duderstadt Kleine Trachtenkunde zum Oktoberfest
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19:42 26.09.2014
In Lederhosen auf der Marktstraße: Trachten sind im Trend.
In Lederhosen auf der Marktstraße: Trachten sind im Trend. Quelle: Richter
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Duderstadt

Unglaublich, aber wahr: Hätte dieser Traum aus Ziegenvelours einen Waschhinweis, würde auf dem kleinen Zettelchen stehen: „Bitte nicht waschen“. Oder vielleicht: „Nur mit Bier bügeln“. Lederhosen sind nicht nur im Trend, sondern auch noch verdammt pflegeleicht. Eine Liebeserklärung zum Oktoberfest.

Gabriele Block hat sich schon Gedanken gemacht: Hose in kastanienbraun, Schuhe aus Wildleder farblich leicht abgesetzt. Das Leinenhemd und Tuch dürfen ruhig pink sein, schließlich sollen einen die Schürzen-Schleifchen-Links-Trägerinnen (siehe unten) ja auch bemerken. Die Inhaberin von „Gabys Trachtenstübchen“ in Duderstadt ist eine Fachfrau auf dem Gebiet der Landhausmode.

Sie weiß: Modisch ist auf dem Oktoberfest zwar viel, aber eben nicht alles erlaubt. Turnschuhe zur Lederhosn gehen zum Beispiel gar nicht. Stattdessen kommen Haferlschuhe an die Füße, deren oberbayerische Variante seitlich geschnürt wird.  Der Hemdskragen darf von wenig Traditionsbewussten übrigens ruhig einmal hochgeklappt werden.

Florale Muster für Männer

Wer das bei  Poloshirts schon nicht leiden konnte, schaut stattdessen einfach auf die kunstvollen Stickereien an den Hosenträgern. Hier dürfen  auch Männer endlich florale Muster auftragen, ohne sich im Hawaii-Hemd der Lächerlichkeit preiszugeben. Oder wie man in  Bayern sagen würde: „wie ein elender Saupreißn auszuschaun.“

So wird man im übrigen auch beschimpft, wenn bei der Lederhose das wichtigste Detail fehlt:  die Patina. Damit aus einer ordinären Lederhose eine echte Krachlederne wird, sollte sie großzügig mit Brathendl und Bier behandelt werden – was beim üblichen Tohuwabohu in den Bierzelten dieser Welt ganz von allein passiert.

Block sieht das pragmatisch: „Wenn Sie drei Mal über eine Bierbank rutschen, ist die Hose sowieso im Eimer.“ Eine klare Ansage, die erst mal aufhorchen lässt, da eine gute Lederhose mit mindestens 100 Euro zu Buche schlägt. Aber das ist norddeutsche Logik. In Bayern wachsen die Hosen mit ihren Aufgaben.

Und sie halten ewig. Manche werden sogar den Nachkommen vermacht, die sie dann ihrerseits wieder in guter Gesellschaft mit Fett und Bier veredeln. Waschen ist nämlich auch nach einem Generationswechsel absolut tabu.

Von Jonas Rohde

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