Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Wahlsiege nicht mehr im Abo
Die Region Duderstadt Wahlsiege nicht mehr im Abo
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:04 02.09.2019
Christoph Oppermann Quelle: Christina Hinzmann
Anzeige
Duderstadt

Das Eichsfeld ist nicht mehr schwarz. Was auf den ersten Blick beinahe banal wirkt, verbirgt doch eine Reihe interessanter Umstände und Fragen: Die Zeit steht nicht still

Das Ergebnis kommt nicht aus heiterem Himmel. Bereits die vorigen Bürgermeisterwahl war ein Indiz dafür, dass auch im Eichsfeld die Zeit nicht stehengeblieben ist. Jedenfalls war die Wahl Wolfgang Noltes zu dessen letzter Amtszeit kein haushoher Triumpf mehr. Beim ersten Wahlgang am Sonntag, 1. September, konnte der CDU-Kandidat Stefan Koch nur noch gut 33 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Oder umgekehrt: Zwei Drittel derer, die zur Wahl gegangen waren, wollten einen anderen Kandidaten im Rathaus sehen. Das bedeutet: Es gibt auch in Duderstadt keine Selbstverständlichkeiten mehr in der Politik. Es wird niemand mehr quasi automatisch gewählt, nur weil er der CDU angehört.

Persönlichkeit statt Parteizugehörigkeit

In der Kommunalpolitik hat die Persönlichkeit – vor allem bei Einzelwahlen – häufig mehr Einfluss auf das Wahlergebnis als die Parteizugehörigkeit. Neuerdings auch im Eichsfeld. Ein Beleg dafür ist das Abschneiden des Kandidaten Thorsten Feike. Der FDP-Mann konnte im ersten Wahlgang knapp 35 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Für liberale Kandidaten alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Ein seriöser Kern

Verabschieden können wir uns auch vom Etikett der „Spaßpartei“, wenn es um „Die Partei“ geht. Auch wenn diese Gruppierung und ihre Kandidaten grundsätzlich politische Probleme anders, häufiger unterhaltsamer angehen als die etablierten Parteien, steckt ein seriöser Kern dahinter. Und für den „Partei“-Kandidaten Florian Lillpopp sprich*t mehr als nur das Ergebnis von gut 4 Prozent. Er plakatierte die Forderung „Gemeinsam die Erbdemokratie abwählen“. Hört sich zunächst nach einem Kalauer an, könnte aber tatsächlich den Nerv zahlreicher Wählerinnen und Wähler in Duderstadt getroffen haben.

Bewegung in der Lokalpolitik

Die eigentliche Botschaft des Ergebnisses im ersten Wahlgang hat dessen Sieger Feike zutreffend zusammengefasst: Die Bürgermeisterwahl hat „etwas in Bewegung gebracht“. Und das ist mehr als nur die Annahme, dass Wahlen Formsache seien und praktisch mit der Nominierung erledigt seien. Die Wählerinen und Wähler haben gezeigt, wie bunt und unterschiedlich politische Interessen in Duderstadt gelagert sind und wie wichtig es ist, bei Wahlen auch eine Auswahl zu haben. Es ist deshalb ausdrücklich allen vier Kandidaten zu danken, dass sie angetreten sind.

Wer mit wem?

Spannend ist nun die Frage: Werden SPD, Grüne, „Partei“ und andere Gruppen ihre Kräfte bündeln? Dann könnte es am 15. September tatsächlich einen Bürgermeister geben, der nicht von der CDU nominiert worden ist. Aber gleich, wie die Stichwahl in knapp zwei Wochen ausgeht: Die „Erbdemokratie“ ist jetzt schon Geschichte.

Sie erreichen den Autor unter

E-Mail: c.oppermann@goettinger-tageblatt.de

Twitter: https://twitter.com/tooppermann

Facebook: https://www.facebook.com/christoph.oppermann

Von Christoph Oppermann

Die Bürgermeisterwahl am Sonntag hat keine Entscheidung ergeben. Stefan Koch (CDU) und Thorsten Feike (FDP) gehen am 15. September in die Stichwahl. Wer wen unterstützt, wird jetzt diskutiert.

03.09.2019

Der Fall ist mysteriös, noch rätselt die Polizei: Am Sonntag ist in Heiligenstadt ein Mann mit schweren blutenden Verletzungen aufgefunden worden. Seine Identität ist inzwischen ermittelt, der Grund seiner Verletzungen aber weiterhin unklar.

02.09.2019

Die Pfarrei St. Augustin in Solla freut sich über eine gespendete Glocke aus Heilbad Heiligenstadt. Sie erklingt dort nun jeden Sonntag.

02.09.2019