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Duderstadt Kontura belebt alte Baukultur mit regionaler Kunst
Die Region Duderstadt Kontura belebt alte Baukultur mit regionaler Kunst
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18:20 19.06.2011
Künstler und Besucher im Gespräch: Hannelore Mitschke (links) erklärt ihre Technik anhand der von ihr gestalteten Kopf-Skulpturen. Quelle: Tietzek
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Duderstadt

Das ging so schnell, weil alles da war“, brachte Lüder Mosler die Sache auf den Punkt. In seiner Eröffnungsrede zur Kunstmeile betonte der Duderstädter, dass Künstler in der Region schon lange kreativ seien, sich jetzt aber unter dem Namen Kontura zusammengeschlossen hätten, um ihre Vielfalt gemeinsam der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Ebenfalls vorhanden sei in Duderstadt die Architektur, die den passenden Rahmen für die von Kontura initiierte Kunstmeile gibt, stellte Mosler fest. Dann setzte sich der Zug Kunst-Interessierter am Sonnabendmorgen auf der Duderstädter Marktstraße in Bewegung. Nachdem Bilder, Skulpturen, Kollagen und Kunsthandwerk im Obergeschoss des ehemaligen Modehauses Kirchner vorgestellt wurden, führte die Marching-Band der Kreismusikschule mit ihren Trommeln die Besucher zum einstigen Bahnhofsgebäude. Hier waren über mehrere Etagen weitere Werke regionaler Künstler zu sehen. Verschiedene Techniken und Materialien zeigten die Bandbreite der Ausstellungsstücke. Einen besonderen Charme versprühte das verlassen wirkende Backsteingebäude, welches eine Verbindung zwischen vergangenen Zeiten und neuen Wegen zu symbolisieren schien.

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„Der Zusammenschluss ist eine große Bereicherung für uns Künstler, und auch für die Besucher. Vorher hat jeder für sich gearbeitet und vielleicht mal eine kleine Ausstellung gehabt. Aber durch Kontura findet ein Austausch statt, und die Besucher haben eine größere Vielfalt vor Augen“, sagte die Malerin Hannelore Apsel. Die meisten Kontura-Mitglieder seien Hobby-Künstler und hätten auch noch ihr Berufs- und Familienleben zu meistern. Daher seien die Vorbereitungen für die Kunstmeile sehr anstrengend gewesen, bis wenige Stunden vor der Eröffnung hätten die Teilnehmer noch die Fußböden geschrubbt oder die letzten Hinweistafeln angebracht, schilderte Apsel die Teamarbeit.

Während der Nachmittag Vorträge und Lesungen an beiden Ausstellungsorten bot, wurde der Abend vor dem Bahnhof mit den Call:Boys eingeläutet. Hit-Klassiker in professioneller Qualität, dazu exquisites Catering, und bei Einbruch der Dunkelheit die neue Show „Magie des Lichts“ von Dietmar Engelhardt – dieses Angebot lockte trotz des etwas unbeständigen Wetters zahlreiche Gäste.

Am Sonntag durften die Besucher selbst testen, wie befriedigend eigene Kreativität sein kann. In der Marktstraße und am Bahnhof gab es Möglichkeiten, Origami (kunstvolles Papierfalten), das Bemalen von Pappmaché oder Töpfern auszuprobieren. Den musikalischen Rahmen gestalteten die Kinder des Schulchors der St.-Elisabeth-Grundschule und Oona Christin Arand, die mit ihrer souligen Stimme und ihrer Gitarre auch schon der Eröffnungsfeier vor dem Rathaus feierlichen Glanz verliehen hatte.

„Wir haben noch viele Ideen, aber das Hauptproblem ist weiterhin die Finanzierung für ähnliche Aktionen“, sagte Apsel und hofft auf neue Initiativen, um Projekte der Kontura in Kooperation mit Stadt und LNS-Gesellschaft weiterzuführen. Die Kontura-Mitglieder sahen ihre Erwartungen bei der Kunstmeile mehr als erfüllt, es hätten sich auch einige Interessenten als neue Teilnehmer gefunden, stellte Christiane Mosler fest. Petra Ballhausen bestätigte weit über 700 Besucher.

Schirmherr Wolfgang Nolte dankte den Initiatoren, Sponsoren und den mehr als 30 beteiligten Künstlern. „Mit der Kunstmeile hat der Duderstädter Kultursommer eine andere Dimension bekommen“, lobte er die Zusammenführung von Baukultur und Kunst in der Region.

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