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Duderstadt Kräutermarkt mit 3000 Besuchern
Die Region Duderstadt Kräutermarkt mit 3000 Besuchern
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20:40 26.04.2011
Von Kuno Mahnkopf
Vielfalt: Neben Kräutern werden auch Leckereien angeboten.
Vielfalt: Neben Kräutern werden auch Leckereien angeboten. Quelle: Kunze
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Die Kreisstraße zwischen Assisi-Kapelle und Roter Warte war ebenso zugeparkt wie die Streuobstwiese, Menschenmassen umlagerten bei Bilderbuchwetter die Stände auf dem Hof des Gutes, bevölkerten den Bauerngarten und die Rundwege. Schlangen bildeten sich überall, wo es etwas zu essen gab wie am Catering-Stand der Pestalozzi-Schule. Im rappelvollen Café Hamster hatte man den Eindruck von Hamsterkäufen.

„So viel war noch nie los“, freut sich Christoph Neumann von der Heinz-Sielmann-Stiftung. Eine vorsichtige Schätzung, die noch im unteren Bereich liegen dürfte. Dabei handelte es sich bereits um die siebte Auflage des Kräutermarktes auf dem ehemaligen Stadtgut.

Erstmals dabei waren der Duderstädter Naturkostladen Lebenskunst und die Einbecker Senfmühle, die ebenfalls ihren Senf dazu gab – Kräuter-, Chili-, Trauben- und Hongsenf in Bioqualität mit regionalen Zutaten. Die neue Sorte „Henry‘s Senf“ mit Apfelsaft von Streuobstwiesen der Mosterei Malus aus Silkerode soll am 20. Juni von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) als ein kulinarischer Botschafter des Landes ausgezeichnet werden. Zu den Stammgästen des Öko-Themenmarktes gehören natürlich die Kleinen Landwirte, das Schulprojekt der Sielmann-Stiftung. Wildpflanzen und Stauden wurden gleich an mehreren Ständen feilgeboten.

Viele Anbieter waren von weither angereist. So hatte der Markenname „Dudel würzt“ nicht mit Duderstadt zu tun, sondern mit Andreas Dudel aus Gifhorn. Der vertreibt Tee, Gewürze und Kräuter. Zum Angebot gehörten kandierter Ingwer, Zitronenpfeffer und Bartkartoffel-Gewürzzubereitung. Die Kräuter-Hustenbonbons und der Schietwettertee wurden am sonnigen Ostermontag allerdings nicht gebraucht. Dann schon eher die Kräuterstecker und Töpfe in Form von Hexen, Schafen und Fröschen, die die Töpferei Algner aus Halle im Angebot hatte.

Tinkturen, Säfte, Öle und Liköre aus Wildkräutern, die sie selbst gesammelt hat, brachte Karin Fischer aus Jühnde mit. Ihre Visitenkarte enthält die Angaben „Phytotherapeutin“ und „Ethnomedizin“, auf den Flaschenetiketten finden sich poetische Bezeichnungen wie Mondfluss-Kräuterwein oder Dornröschens Heckenzauber. Prinzessinnen-Seife war der Renner am Seifenzauber-Stand aus Bodenfelde. Dort gab es für die Körperpflege Pflanzenölseifen mit Ziegenmilch oder Badebomben mit Mandarine-Lemongras, an einem Tisch konnten Kinder selbst Seife formen.

Biokäse der Käserei Schönhagen nach Demeter-Richtlinien fehlte beim Kräutermarkt ebensowenig wie Wurst aus Nordhessen: Die Göttinger Kochschule verköstigte Besucher mit Wild-Leberwurst sowie „Wurscht“ mit Trüffel und Fenchel, der im Gaumen lange nachwirkt. Holzspielzeug und Osterschmuck rundeten das Angebot des Marktes ab.
„Kräuter sind wahre Alleskönner“, verweist Neumann auf Vitamin- und Mineralstoffgehalt des Produktes, das dem Markt den Namen gab. Schon im Altertum und im Mittelalter habe man besonders Anis, Fenchel, Kümmel und Dill wegen ihrer wohltätigen Wirkung geschätzt. Immer wieder seien Kräutern auch Zauberkräfte zugeschrieben worden. So nannten die Kelten Beifuß die „Mutter aller Gewürze“ und flochten damit Kränze, um sich gegen Hexen und böse Geister zu schützen.