Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Kreis Göttingen nimmt Beschäftigungsförderungsgesellschaft in eigene Hand
Die Region Duderstadt Kreis Göttingen nimmt Beschäftigungsförderungsgesellschaft in eigene Hand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:40 16.03.2015
Von Gerald Kräft
GAB-Mitarbeiter, Duderstädter Jobcenter-Leiter Peter Sürig (l. vorne), Reuter (Mitte) und GAB-Geschäftsführer Bauer (r. hinten). Quelle: NR
Anzeige
Duderstadt

„Wir brauchen eine eigene Einrichtung, um unmittelbar, flexibel und ohne großen bürokratischen Aufwand Aufträge direkt vergeben zu können“, sagte Landrat Bernhard Reuter (SPD) am Montag in Duderstadt. Die GAB mit Standorten in Hann. Münden und Duderstadt beschäftigt rund 35 Mitarbeiter sowie rund 90 Mitarbeiter über öffentlich geförderte Arbeitsgelegenheiten. In der Vergangenheit waren es bis zu 200 sogenannte Ein-Euro-Jobs. Überwiegend bekommt die GAB Aufträge von Jobcenter und Jugendamt des Landkreises. Die Aufträge haben im Jahr einen Wert von rund drei Millionen Euro. Auch das Umweltamt des Landkreises lässt über die GAB und gemeinnützige Arbeit wilde Müllablagerungen einsammeln.

Der Duderstädter Standort im Gewerbepark Euzenberg mit rund 25 Mitarbeitern auf 17 Vollzeitstellen ist mit Schulungsräumen und Werkstätten ausgestattet. Die GAB betreibt dort unter anderem eine Gebrauchtartikel- und Möbelbörse für Bürger mit geringem Einkommen. Im Projekt Socialbay werden Sachspenden für gemeinnützige und karitative Einrichtungen über die Internet-Plattform Ebay versteigert und über das Projekt Tina (Touristische Infrastruktur und Naherholung) Wanderwege instandgesetzt. In Duderstadt könne Berufsorientierung in zwölf Berufsfeldern angeboten werden, sagte der ehrenamtliche GAB-Geschäftsführer Friedrich Bauer.

Anzeige

Reuter beklagte, dass dem Landkreis vom Bund nur noch rund zehn Millionen Euro für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen zur Verfügung stünden – eine Halbierung seit 2010. „In Berlin wird verkannt, dass sich die Zusammensetzung der Leistungsbezieher verändert hat.“ Jetzt seien passgenaue und teilweise Mehrfachqualifizierungen nötig.

Gegründet wurde die GAB auf Bestreben des Landkreises 1999. Als Träger sprang  der „Verband der Solidarität freier Wohlfahrtsorganisationen“ in Bielefeld ein. Im Kreistag hatte es damals keine Mehrheit für den Landkreis als Träger gegeben. Die GAB soll ohne Kreiszuschüsse auskommen.