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Duderstadt Innenstadt wird zur Krippenzone
Die Region Duderstadt Innenstadt wird zur Krippenzone
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14:45 27.11.2017
Wolfgang Ziehe zeigt einen Teil seiner Krippen in Duderstadt.
Wolfgang Ziehe zeigt einen Teil seiner Krippen in Duderstadt. Quelle: r
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Duderstadt

„Krippen sind gerade hier im christlichen Eichsfeld ein wichtiges Thema, da wollten wir als Duderstädter mal wieder darauf aufmerksam machen“, sagt Hubertus Werner, Vorsitzender des Vereins Treffpunkt Stadtmarketing, der gemeinsam mit Ziehe die Idee für die Ausstellung entwickelte. Ein Ziel sei es, in der Vorweihnachtszeit zusätzliche Besucher nach Duderstadt zu holen.

„Ich finde es faszinierend, an drei verschiedenen Orten, mit denen ich etwas verbinde, meine Ausstellung zeigen zu können“, betont Ziehe, der 1958 in Duderstadt geboren wurde, dort aufwuchs und als evangelischer Diakon in Göttingen arbeitet. Kennengelernt hatten sich beide, als Werner im vergangenen Jahr als Busfahrer Konfirmanden von der Burg Bodenstein in die Universitässtadt transportierte.

„Begeisterung übergesprungen“

„Ich habe von meinen Ausstellungen in Göttingen erzählt“, berichtet Ziehe und ergänzt: „das war die Zündung.“ Anschließend hätten sich beide ein paar Mal getroffen. Werner besuchte zusammen mit Treffpunkt-Vorstandsassistentin Anka-Maria Walther die jährliche Ausstellung von Ziehe in St. Johannes in Göttingen. „Die Begeisterung ist übergesprungen“, sagt Walther. Die Idee für eine Ausstellung in Duderstadt wurde konkreter, es gab erste Gespräche mit der Stadtverwaltung und Verantwortlichen der Kirche. Stadt und Heinz-Sielmann-Stiftung hätten sich bereit erklärt, Vitrinen bereitzustellen.

„Ich will den Menschen zeigen, wie diese simple Geschichte auf unterschiedlichste Weise in Szene gesetzt wird“, betont Ziehe. Die Ausstellung könne dazu beitragen, „dass der Sinn von Weihnachten im Volk nicht untergeht“.

Sammelleidenschaft seit 2003

Begonnen habe seine Sammelleidenschaft im Sommer 2003, so Ziehe. Seine Exponate finde er auf Antikmärkten im In- und Ausland, bei Internetrecherchen werde er auf private Sammler aufmerksam, gelegentlich restauriere er Krippen, berichtet Ziehe.

„Krippen und Brauchtum“ ist Titel der Ausstellung im Rathaussaal. Aufgebaut werden dort viele große und kleine Krippen aus Mitteleuropa, Pyramiden und Paradiesgärten, kündigt Ziehe an. Der 59-Jährige möchte auch einen Einblick in „Großmutters Adventsbäckerei“, die Entstehung des Adventskranzes und in die Vielfalt des Weihnachtsschmuckes im Wandel der Zeit geben. Die Besucher könnten auch einen Blick auf bunte Nussknacker und Engel und die Ereignisse beim Dreikönigstag werfen. Ausstellen will Ziehe auch eine historische Krippe aus dem Jahr 1890, neben der gezeigt werde, wie eine Krippe gestaltet und zum Beispiel ein Haus angemalt werde.

Auch Führungen möglich

Geöffnet ist die Schau donnerstags bis sonntags von 14 bis 17.30 Uhr, der Eintritt frei. Für Interessierte soll auch außerhalb der Öffnungszeiten ein Rundgang mit Gästeführern ermöglicht werden. Anmeldungen dazu in der Gäste-Info im Rathaus unter Telefon 05527/841200. Jeweils freitags während der Ausstellungszeit plant Ziehe um 15.30 Uhr Vorträge, außer am 22. Dezember.

Adventskalendern ist die Ausstellung in einem Teil der St.-Servatius-Kirche gewidmet. Sie sollen deren Entwicklung von den Anfängen vor mehr als 100 Jahren bis heute verdeutlichen. Die Kalender werden in Vitrinen gezeigt und teilweise an die Wände gehängt, kündigt Ziehe an.

Krippenweg in St. Cyriakus

Dritte Station ist die Präsentation in der Basilika St. Cyriakus. Ein Krippenweg zeigt Szenen aus dem Alten Testament, Passions- und Weihnachtsgeschichten, aber auch Alltagsbilder. Betrachter könnten unter anderem die alten Propheten, Adam und Eva und die Beschneidung Jesu sehen. Der Weg folge dem historischen Ablauf der biblischen Ereignisse.

Die Krippe, an der am meisten sein Herz hänge, bleibe in Göttingen. Sie habe ihren Platz unter dem Tannenbaum. Es ist eine schlichte Holzkrippe, deren Stall der Großvater gebastelt hat, als Ziehe fünf Jahre alt war. Die Oma habe dazu einfache Pappmaché-Figuren gekauft.

Die Organisatoren des Treffpunkt Stadtmarketing appellieren an die Kaufleute, ihre Schaufenster mit Krippen zu schmücken, der Treffpunkt vermittle auch Exponate, die Privatleute bereitstellen, sagt Treffpunkt-Vorstandsassistentin Anka-Maria Walther.

Von Axel Artmann