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Duderstadt Rückgabe von 3,3 Millionen Euro wäre Armutszeugnis für Duderstadt
Die Region Duderstadt Rückgabe von 3,3 Millionen Euro wäre Armutszeugnis für Duderstadt
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00:20 25.06.2018
Die Entscheidung über die Zukunft des Hallebades will der Rat am 25. Juni fällen. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Mit großer Verwunderung habe er die Entscheidung habe er die Entscheidung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport zur Kenntnis genommen, so Oppermann. Er hatte sich dafür eingesetzt, dass die Stadt Fördermittel von bis zu 3,3 Millionen Euro zugesprochen bekam.

Weiterbetrieb ohne Sanierung

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses stimmten die Fraktionen mehrheitlich dafür, auf die bewilligten Fördergelder zu verzichten und die Alternative 4, den Weiterbetrieb ohne umfassende Sanierung / Modernisierung des Hallenbades „Auf der Klappe“ umzusetzen. Dazu sollen nach Beschlussvorlage nach dem „Modell Freibad“ in jedem Jahr 100 000 bis 150 000 Euro in das Bad investiert werden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Bei den übrigen Lösungen, ob Neubau oder Sanierung seien nicht nur die Baukosten zu hoch, hatte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) erklärt, sondern auch die Betriebskosten.

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Frage nach Betriebskosten

Lediglich die SPD-Fraktion hatte sich in der Ausschusssitzung für eine Komplettsanierung des Hallenbades ausgesprochen, um die Fördergelder nicht ungenutzt zurückgehen zu lassen. „Ich verstehe nicht, warum wir zögern“, hatte Doris Glahn gesagt. Sie könne die ihrer Meinung nach deutlich zu hoch angesetzten späteren Betriebskosten nicht nachvollziehen, sagte sie.

Steigende Baukosten

„Dass die Baukosten steigen, liegt an der allgemeinen Preisentwicklung im Baugewerbe und betrifft auch andere Bauprojekte“, so Oppermann. Er habe sich im Januar 2017 bei einem Ortstermin vom schlechten Zustand des Bades überzeugt und sich deshalb für den Antrag der Stadt Duderstadt eingesetzt. Mit der Zusage seien für einen von der Stadt geschätzten Sanierungsbedarf von 3,7 Millionen Euro Fördermittel von 3,3 Millionen bewilligt. Für die Stadt errechnete sich ein Eigenanteil von knapp 370 000 Euro.

Nicht den Kopf in den Sand stecken

„Klar ist: Wenn die Stadt Duderstadt ihr Hallenbad behalten möchte, muss dringend etwas geschehen. Den Kopf in den Sand zu stecken und irgendwann auf einen neuen Geldsegen zu hoffen, ist naiv“, kritisierte Oppermann. „Schon damals stand die Schließung im Raum. Es ist unverständlich, wie Bürgermeister Wolfgang Nolte dann jetzt, über ein Jahr später, von einem Weiterbetrieb sprechen kann. Das ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar.“

Abschließende Beratung am Montag im Rat

Ebenfalls bei einem Ortstermin war der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler, der sich auch für die Förderzusage eingesetzt hatte. „ich bedauere, dass sich die Stadt zu diesem Schritt gezwungen sieht“, äußerte er sich deutlich zurückhaltender. Wie er den Bürgermeister und den Rat einschätze, sei die Entscheidung nicht leichtfertig gefallen. Denn eine Förderung könne immer nur eine Komplementärfinanzierung sein. „Es ist natürlich schade, wenn das Geld ungenutzt zurückfließt“, sagte Güntzler, der noch das Gespräch mit Nolte suchen wolle.

Tragfähiges Konzept gesucht

„Ich schaue mit Dankbarkeit auf den besonderen Einsatz von Thomas Oppermann mit Begleitung von Fritz Güntzler zurück“, sagte Nolte und verwies darauf, dass die abschließende Beratung am Montag im Rat der Stadt Duderstadt erfolgen werde. „Es war immer ein Anliegen von uns, die Mittel des Bundes mit Mitteln des Landes, des Landkreises und Dritter zu ergänzen, um zu einem tragfähigen Konzept für die Finanzierung und die Folgekosten zu kommen“, sagte der Bürgermeister. Doch leider habe der Bund die Frist zur Äußerung nicht wie erbeten bis zum 30. September, sondern nur bis zum 30. Juni verlängert. „Selbstverständlich werden wir beim Bund noch einmal nachsuchen, dass die Mittel reserviert bleiben, um dann zu wissen, ob es zu einer Kumulation mit anderen Mitteln kommen könne.“

Oppermann enttäuscht

Ob er dabei auf Oppermanns Hilfe hoffen kann, scheint allerdings ungewiss. Die Rückgabe der Bundesmittel sei ein Armutszeugnis, erklärte dieser. „Wenn so mit Fördergeldern umgegangen wird, frage ich mich, auf welcher Basis ich künftig Millionenbeträge für Duderstadt beim Bund einwerben soll. Andere Kommunen im Landkreis hätten diese Mittel sehr gut gebrauchen können.“

Von Rüdiger Franke

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