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Duderstadt Künstler Ulrich Hollmann zeigt Werke im Gasthaus Brodmann
Die Region Duderstadt Künstler Ulrich Hollmann zeigt Werke im Gasthaus Brodmann
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16:14 26.10.2015
An zwei Tagen des offenen Ateliers zeigte der Duderstädter Künstler Ulrich Hollmann einen Teil seiner Werke im ehemaligen Gasthaus Brodmann. Quelle: Richter
Tiftlingerode

„Ein Sommer an der Muse“ lautete das Motto der Ausstellung.

Doch neben üppigen Blüten in flimmernden Lichtreflexen waren auch Werke zu sehen, die eher betroffen machten. Ein düsteres Triptychon thematisierte Terror und Gewalt – heute aktueller denn je, aber schon 2006 entstanden.

Seine erste Begegnung mit dem Bächlein Muse in Tiftlingerode hatte der heute 79-jährige Hollmann kurz nach dem Krieg. In Schlesien gebürtig, ist er nach der Vertreibung aus seiner Heimat im Eichsfeld gelandet. Nach seinem Abitur in Duderstadt studierte er Bildende Kunst und Kunstpädagogik in Karlsruhe, kehrte aber 1966 zurück ins Eichsfeld und unterrichtete bis zu seiner Pensionierung Kunst am Eichsfeld Gymnasium.

„In 50 Jahren sammelt sich so einiges an“, sagt er mit Blick auf seine zahlreichen zum Teil großformatigen Werke. Dabei sind unterschiedliche Schaffensperioden zu erkennen. Ein Holzschnitt-Triptychon trägt den Namen „Pastorale“ und zeigt mythische Sinnbilder der Hirtenromantik. Die „Vogelbilder“ beginnen mit sitzenden Sittichen und führen zum dicht gedrängten Geflatter von Möwen in nahezu explodierenden Farben.

An zwei Tagen des offenen Ateliers zeigte der Duderstädter Künstler Ulrich Hollmann einen Teil seiner Werke im ehemaligen Gasthaus Brodmann. © Richter

Im „Sommer an der Muse“ werden helle Blüten und alle Varianten von Grün zum wiederkehrenden Thema. Kleinere Zeichnungen und Aquarelle laden den Besucher mit einem Hinweisschild „zum Blättern“ ein. Hier finden sich Porträts von Musikern oder auch von Hollmanns Enkeln.

Um für sein umfassendes künstlerisches Werk in einem Atelier Platz zu schaffen, hatte Hollmann für drei Monate den Saal des ehemaligen Gasthauses Brodmann gemietet. Ende Oktober endet für ihn auch diese Phase an der Muse. „Da schließt sich der Kreis“, sagt er mit Blick auf seine ersten kindlichen Eindrücke im Eichsfeld nach dem Krieg. Aber zur Ruhe setzen wird sich der 79-Jährige nicht. Weitere Ausstellungen in der Region sind in Planung.

Von Claudia Nachtwey

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